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Arbeiterkammer Leistungsbilanz: Über eine Million Euro für die Arbeitnehmer im Bezirk eingebracht

Leserartikel Eva Leutgeb, 01.09.2019 12:00

BEZIRK ZWETTL. Die Arbeiterkammer (AK) präsentierte ihre halbjährliche Leistungsbilanz. Insgesamt konnte im Bezirk Zwettl für die Arbeiter und Angestellten über eine Million Euro eingebracht werden.

Zwettls Bezirksstellenleiter Jürgen Binder und FSG-Bezirksvorsitzender Gmünd Werner Müller
Zwettls Bezirksstellenleiter Jürgen Binder und FSG-Bezirksvorsitzender Gmünd Werner Müller

Davon stammen knapp 800.000 Euro aus dem Arbeits- und Sozialrecht und über 120.000 Euro aus Insolvenzvertretungen. Die meisten Probleme gibt es bei Lohn- und Gehalts-Auszahlungen, hauptsächlich erst nach Kündigungen. Bei solchen Einforderungen sollten nicht mehr als drei bis sechs Monate (je nach Gewerbe) verstrichen sein, da es auch hier eine Ablauffrist gibt.

Bäckerlehrling im Krankenstand gekündigt

In einem Bezirksfall wurde ein Bäcker-Lehrling, nachdem er sich bei einem Freizeitunfall verletzt hatte, gekündigt. Eigentlich arbeitete der junge Zwettler gern in der Bäckerei. Nach der ordnungsgemäßen Mitteilung des Unfalles wurde er noch am Telefon vom Chef gekündigt und suchte danach mit seinem Vater die AK-Bezirksstelle auf. Bezirksstellenleiter Jürgen Binder: „Bei der Kontrolle der Endabrechnung stellte sich heraus, dass dem Mann offene Ansprüche nicht ausgezahlt worden waren. Zusätzlich wurde deutlich, dass der junge Bäcker unter dem Kollektivvertrag bezahlt worden war.“ Insgesamt ergaben die Berechnungen einen ausstehenden Betrag von mehr als 3.400 Euro netto.

Überstunden aufschreiben, Verträge gut ansehen

Die Arbeiterkammer rät jedem, sich Überstunden aufzuschreiben, dazu genügt der Tag und die Uhrzeit. Dazu wurde eine App (ak-zeitspeicher.at) entwickelt, die man mit dem Smartphone aufrufen und die Stunden eintragen kann. Als Zukunftsprogramm soll es auch eine Beratung in digitaler Form geben. Dazu gehören Brutto-Netto-Rechner, ein Ratgeber, wie der Arbeitsplatz ausschauen soll, welche Bildung man für seine Arbeitsstelle bräuchte et cetera. Die Arbeiterkammer empfiehlt ebenso, sich „All-in-Verträge“ gut anzusehen, oft sind versteckte Überstunden, Reisezeiten, Diäten und so weiter darin.


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