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Klimawandel-Anpassungsregion: „Die Reise geht in Richtung Mischwald“

Leserartikel Eva Leutgeb, 05.11.2020 09:55

WALDVIERTEL. „Die Zukunft des Waldes liegt in der Naturverjüngung“ – eine Exkursion zu Versuchsflächen in der Kleinregion Kampseen war der Startschuss zur Bearbeitung dieses Themas im KLAR Programm.

Links vorne: Projektleiterin Bgm. Eva Schachinger aus St. Leonhard am Hornerwald, Bgm. Franz Aschauer (ÖVP) aus Jaidhof. Rechts außen: Mit Christian Prock, einem Forstexperten aus der Region kann effizient in diesem Thema gearbeitet werden, da er über einen großen Wissensvorsprung verfügt, ebenso Ing. Heinrich Anibas vom Landesforstgarten Ottenstein. Foto: Jilka

Die Kleinregion Kampseen möchte nicht tatenlos die Klimaerwärmung abwarten. Im Rahmen der Klimawandelanpassungsmodellregion werden gemeinsam Lösungen erarbeitet, dass der „Wald“ für die nächsten Generationen wieder funktioniert. Im Rahmen der Klimawandelanpassungsregion (KLAR) wird der Fokus auf die Forcierung der Naturverjüngung als eine Lösungsvariante für einen klimawandelangepassten, stabilen Zukunftswald in der Region gelegt. Um eine erfolgreiche Naturverjüngung zur erhalten, sind viel Wissen, Erfahrung und Geduld nötig. Dabei kann die Kleinregion auf enormes fachliches Potential in den eigenen Reihen zurückgreifen, denn viele kleine und große Waldbesitzer beschäftigen sich bereits seit Jahren mit dieser waldbaulichen Bewirtschaftungsform. Diese einzelbetrieblichen Erkenntnisse und Erfahrungen werden nun über ein Projektteam vernetzt, neue Strategien gemeinsam mit Experten weiterentwickelt und allen Waldbesitzern in der Region zur Verfügung gestellt.

Landschaftsbild ändert sich

Die Situation der regionalen Wälder ist wie vielerorts geprägt vom Fichtensterben und Borkenkäfer durch die Kombination von Hitzeperioden und wenig Niederschlag. Bei einer Waldfläche von über 46 Prozent mit einem ehemaligen Fichtenanteil von cirka 70 Prozent, stellt dies eine der größten Herausforderungen für die Region dar. Viele Flächen mussten bereits gerodet werden. Das hat nicht nur für die Forstwirtschaft und den Wasserhaushalt Auswirkungen, das gesamte Landschaftsbild verändert sich. Anhand von drei Exkursionspunkten im Gemeindegebiet St. Leonhard am Hornerwald  wurden in einer spannenden Fachdiskussion die sichtbaren Ergebnisse einer erfolgreichen Naturverjüngung veranschaulicht, ebenso demonstriert was nicht funktioniert, welche zielgerichtete Maßnahmen lokal nötig sind, auch die Kosten und der Nutzen wurden aufgezeigt. Schließlich ist neben der ökologischen Optimierung die Sicherstellung der Wertschöpfung in der Forstwirtschaft maßgebend.

Mit artenreichem Wald gegen die Klimakrise

Zusammenfassend sind sich alle Exkursionsteilnehmer einig, dass in der Region künftig die Reise in Richtung Mischwald geht. Je artenreicher der Wald, desto resistenter ist er gegen die Klimakrise. Auf Nadelgehölze wollen die Waldbesitzer aber aus wirtschaftlichen Gründen nicht ganz verzichten. Mit einer gezielten Naturverjüngung, abhängig vom Altbestand, und mit Zupflanzungen von geeigneten Baumarten soll langfristig wieder ein stabiler Wald entstehen. Das Thema wird die Kleinregion  im KLAR Programm die nächsten beiden Jahre intensiv beschäftigen, denn es sind noch viele Fragen offen. Die Steuerungsgruppe unter der Schirmherrschaft von Frau Bürgermeister Eva Schachinger (ÖVP) wird vom KLARteam Viktoria Grünstäudl und Nina Hubaczek, sowie von Lieselotte Jilka von NÖ.Regional im Prozess und in der fachlichen Organisation tatkräftig unterstützt.


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