Tips-Leserreise: Tag 6 Teneriffa

  • Bilder: 8
  • Erstellt von: Andreas Hamedinger
  • Datum: 02.02.2017
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Auf großer Fahrt

Call me Ishmael. Herman Melville mögen einem verzeihen. Doch besteigt einen Walfänger, Verzeihung ein Schiff mit dem man auf Walsafari geht, kommen einem  sämtlich Klischees aus Moby-Dick in den Kopf. Wird man Land riechen, wo kein Land ist? Nein, so dramatisch geht es auf der Royal Dolphin nicht zur Sache. Und auch Rum wird es heute keinen geben, nur Sangria und Bier. Und manchen von den Fahrgästen scheint dies auch wichtiger zu sein als die ersten Delfine, die spielerisch vor dem Schiff auftauchen. Die junge Frau aus Österreich ist begeistert. Zum ersten Mal sieht sie die intelligenten Säuger in freier Natur. Wenige Fahrminuten später: Die erste Wassersäule erhebt sich aus dem Meer. Ein kleiner Grindwal - klein ist in der Welt der Wale relativ - schwimmt seelenruhig vor einem. Dort noch einer, auch backbords taucht einer auf. Einer ist sogar in Begleitung seines Nachwuchses. Von Hektik ist im Wasser nichts zu spüren, schließlich hat man keine Harpunen in der Hand, sondern nur die Kamera.

Gigantische Klippen

Den friedlichen Meeressäugern könnte man stundenlang zu sehen. Doch man hat noch einige Seemeilen vor sich. Während sich viele der Passagiere unter Deck begeben, halten einige Seebären noch Ausschau nach anderen Kreaturen des Meeres. Ein fliegender Fisch, zwei, drei Möwen. Mehr ist heute nicht mehr zu sehen. Ein kurzer Zwischenstopp in einer Bucht, schnell in die kalten Fluten des Atlantiks oder eine Banane zur Stärkung. Auch das gehört zur einer touristischen Bootsfahrt. Endlich geht es weiter, zu Los Gigantes, den 450 Meter senkrecht ins Meer abfallenden Felsen. Klein und bedeutsam erscheint einem die Menschen vor dem Naturschauspiel, das selbst erfahrenden Reisende begeistert. Im Hintergrund ertönt die Filmmusik aus Ridley Scotts Christoph Columbus-Verfilmung. Mehr braucht man nicht, um glücklich zu sein. Wie schön wäre es gewesen, noch Tage auf offener See zu verbringen und dem Alltag zu entfliehen. Träumen wird man wohl noch dürfen auf der windigen Heimfahrt vom Paradies in die Realität ...

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