FH Wels bestätigt Keimfrei-Innovation

Keime in der Atemluft reichern sich im Wohnraum an. Eine neue Decken- und Wandbeschichtung kann sie abtöten, wie ein Test der Fachhochschule Wels bestätigt. Foto: Rainer Fuhrmann/shutterstock.com
Sebastian Wallner Online Redaktion, 26.01.2021 20:05 Uhr

OÖ/NÖ. Nach zehn Monaten Corona hat sich herausgestellt, dass der Großteil der Corona-Infektionen durch Aerosole entsteht. Keime in der Atemluft reichern sich im Wohnraum an und stecken die Bewohner an. Doch eine österreichische Innovation wirkt gegen konzentrierte Keime.

Die größten Keimzahlen finden sich aus nachvollziehbaren Gründen meist am Türdrücker der Toilette. Ein Türgriff aus Kupfer oder Messing tötet jedoch darauf befindliche Keime ab. Das Kupfer kann die „Außenhaut“ der meisten Keime knacken, und die Keime vertrocknen.

Keime in der Luft kriegen automatisch durch Luftbewegung Kontakt zu Wand und Decke. Und hier setzt eine Innovation an, deren außergewöhnliche Wirksamkeit soeben die Fachhochschule (FH) Wels bestätigt hat.

„Wohnraum Doc“ und Erfinder Harald Weihtrager erklärt: „Diese Farben oder Spachtelungen entkeimen an der Oberfläche und vermindern die Keimzahl der vorbeistreichenden Luft. Zudem sorgen sie dafür, dass sich keine “Keimnester„ an Raumoberflächen bilden können. Denn alle Keime geben auch Stoffwechselprodukte ab, die für uns Menschen meist schädlich sind und solche Keimnester können krankmachende Schadstoffkonzentrationen in der Luft bewirken.

Ohne Biozide

Im Test der FH wurden bis jetzt Pilze und mehrere Bakterienstämme getestet. Ohne Vorhandensein von chemischen Bioziden tötet die “BIO-KeimEx„ Beschichtung Bakterien und Schimmelpilze ab.“

Chronisch kranke Menschen sind besonders gefährdet

Bei gesunden Menschen wird durch die Kontamination mit Keimen das Immunsystem trainiert. Das Immunsystem lernt mit diesen Gefahren umzugehen und sich dagegen durchzusetzen. Kinder und gesunde Menschen brauchen also durchaus diesen Reiz. Ist jedoch das Immunsystem durch eine andere Erkrankung schon beschäftigt oder altersbedingt zu schwach, so kann es sich gegen die Keime nicht mehr zur Wehr setzen. Daher ist es besonders bei Älteren oder chronisch kranken Menschen sinnvoll, keimtötende Oberflächen einzusetzen.

Es kann zwar immer noch ein Infekt zum Beispiel durch Tröpfcheninfektion entstehen, aber das Immunsystem wird generell entlastet und kann sich diesem neuen Infekt stärker entgegenstellen.

 

 

Kommentar verfassen

Ab sofort auch Photovoltaik-Anlagen bis 50 Kilowatt förderbar

OÖ/NÖ. 73.000 kleine Photovoltaik (PV)-Anlagen auf den Dächern von Ein- und Zweifamilienhäusern und Gewerbebetrieben wurden in den letzten zwölf Jahren mit der PV-Aktion des Klima- ...

Mit den richtigen Wandfarben zum Wohlfühl-Homeoffice

OÖ/NÖ. Wohl kaum ein Jahr war so turbulent wie 2020. Nicht nur das soziale Leben stand Kopf, viele übten ihren Job auch plötzlich am heimischen Schreibtisch statt im Büro aus. ...

Forschung in Österreich - Maschinenbau ganz vorne

Für die Innovationskraft in Österreich war 2019 ein besonders gutes Jahr. Nach Jahren der Flaute zeigt sich die Zahl der Patentanmeldungen von Wissenschaftlern aus Österreich wieder stark ...

Jeder Zweite wünscht sich Lademöglichkeiten für E-Auto

OÖ. Die Anzahl der in Österreich zugelassenen E-Autos ist noch bescheiden, aber als Zukunftsthema ist es auch hierzulande angekommen. Die Verfügbarkeit von E-Ladestationen ist daher für ...

Wie sich das Homeoffice auf die Gesundheit auswirken kann

OÖ. Laut der aktuellen Aeris-Studie „Arbeiten im Homeoffice“ haben 53 Prozent der Arbeitnehmer in Österreich, Deutschland und der Schweiz Erfahrung mit dem Arbeiten in den eigenen vier Wänden. ...

Kabellos zum smarten Haus

OÖ. Ob Wohnung, Einfamilienhaus oder Büro – heutzutage kann praktisch jedes Gebäude im Nachhinein ohne viel Aufwand und große Kosten automatisiert werden.

Biologische Beschichtung für Betondecken

OÖ. Betondecken sind Standard in den meisten Ziegelhäusern. Normalerweise werden diese mit Spachtelungen und Farben aus der Bauchemie beschichtet. Jetzt gibt es eine biologische Variante, die ...

Täglich werden in Österreich 13 Hektar Boden verbraucht

OÖ. Laut der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes hätte der tägliche Bodenverbrauch bis 2010 auf maximal zweieinhalb Hektar gesenkt werden sollen.