Forschung in Österreich - Maschinenbau ganz vorne

Karina Schuster, Leserartikel, 04.12.2020 21:26 Uhr

Für die Innovationskraft in Österreich war 2019 ein besonders gutes Jahr. Nach Jahren der Flaute zeigt sich die Zahl der Patentanmeldungen von Wissenschaftlern aus Österreich wieder stark steigend. Zufrieden resümiert auch Mariana Karepova als Präsidentin des Patentamtes Österreich mit dem veröffentlichten Bericht über das letzte Erfinderjahr.

Mit insgesamt 11.731 Patentanmeldungen haben die Erfinder in Österreich so viel wie noch nie zuvor zum Patent angemeldet. Durch diese Anmelderzahl ist das Land, gegenüber der Bevölkerungsstärke, Nummer elf auf der Welt sowie die Nummer sechs in der gesamten EU.

Die Arbeit Österreichs

Was aber sind dies genau für Innovationen, welche in Österreich entwickelt werden? Ein Blick auf die neuen Erfindungen nach den einzelnen Branchen zeigt, dass das Land Österreich vor allem in althergebrachten Industriesektoren sehr stark vertreten ist. Hierzu gehören Maschinenbauunternehmen mit Schwerpunkt Formenbau, Elektrotechnik, Verkehrstechnologien, Mess- und Steuertechnik sowie der Bereich der Chemie. Dies sind die klassischen Sektoren. Das Besondere im Land Österreich ist jedoch, dass die Unternehmen aus den einzelnen Sektoren, im Gegensatz zu den Konkurrenten im Ausland, viel mehr in Entwicklung und Forschungsarbeit investieren. So kann hier gesagt werden, dass sie zwar mehrheitlich stark in den niedrig- bis mitteltechnologischen Industriesektoren angesiedelt sind als in der Hochtechnologie. Weltweit sind die Branchen jedoch unschlagbar. Auf dem dritten Platz liegt hier das Unternehmen Engel aus Schwertberg.

Dieses hatte 37 Patenten eingereicht und ist daher ein weiterer Weltmarktführer. Das Unternehmen ist der Markktführer im Maschinenbau, speziell im Formenbau und im Spritzgießverfahren. Die bekannten Beispiele reichen von der Stahlerzeugung über den Tunnelbau bis zu der Bahntechnologie und den Seilbahnen. Vor allem in diesen Bereichen hat die Industrie eine sehr lange Geschichte. Zudem ist Österreich gut in den Umwelt- und Energietechnologien. Hier ist das Land breit aufgestellt. So reicht die Palette der Patente von der Stromerzeugung über die Windkraft und den Batterietechnologien bis zu den umweltfreundlichen Verpackungsmöglichkeiten. Patentanmeldungen auf dem Gebiet Hochtechnologie sind ganz groß im Kommen, allen voran zu den Bereichen autonomes Fahren und künstliche Intelligenz. Vor allem bei den Technologien im Bereich des autonomen Fahrens liegt das Land Österreich sehr gut im Rennen. Gemäß einer aktuellen Studie des Europäischen Patentamtes liegt das Land in Patentzahlen, im Vergleich zu den anderen Ländern der EU, auf Platz sieben.

Österreichs beste Erfinder

Was greifbare Namen betrifft, steht ein Unternehmen seit Jahren ganz oben bei den heimischen Innovatoren. Dies ist AVL List. Hierbei handelt es sich um ein Unternehmen mit Hauptsitz in Graz und es ist das größte unabhängige Unternehmen auf der Welt für die Simulation, Entwicklung und Prüfung sämtlicher Arten von Antriebssystemen für die Industriebereiche, vor allem für die Automobilindustrie. Allein beim Patentamt Österreichs wurden in den vergangenen Jahren über 700 Patente angemeldet. Im Jahre 2019 waren es 169 und die Themen, denen sich AVL zurzeit verwendet, sind die tief greifende Elektromobilität sowie das autonome Fahren. Etwa ein Drittel der Geschäftstätigkeit des Unternehmens AVL steht in einem direkten Zusammenhang mit der Elektrifizierung der neuen Antriebssysteme.

Die besten Unternehmen in Europa

Ein wenig anders fiel die Jagd heimischer Unternehmen um die besten Platzierungen beim Patentamt von Europa aus. So wurden hier im letzten Jahr insgesamt 2.274 Patente von österreichischen Forschern angemeldet. Dies sind so viele wie nie zuvor. Dies sind 2,6 Prozent mehr als im Jahr 2019 und darunter sind auch verschiedene Öko-Technologien. Generell besteht kein Unterschied zwischen einer Anmeldung beim Europäischen und Österreichischen Patentamt. Je anspruchsvoller die Neuerung ist, umso mehr Chancen gibt es, diese international zu verkaufen. Desto mehr lohnt es sich auch, aus dem österreichischen ein weltweites Patent zu formen.

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