Begonnen hat unser Test des Opel Grandland in einem kreuzbraven Familien-SUV. Geendet in einem ziemlich coolen und lässigen Lifestyle-Elektriker.

Besprechung in der Redaktion. Üblichen Diskussionen wer den Stau beim Drucker verursacht und nicht bereinigt hat, Koordinierung der Testmodelle. Ein E-SUV aus dem Hause Opel wäre noch zu haben, der Andrang hält sich in Grenzen, die Erwartungshaltung ist von überschaubarer Euphorie. Eine Woche später wurde der neue Grandland nur unter Androhung von dienstlichen Konsequenzen von einem Redakteur zum Nächsten weitergereicht. Was war passiert?
Na ja, der Opel Grandland Electric in der Top-Ausstattung „Ultimate“ ist passiert. Schönes „Grafik Grau“-Metallic samt schwarzem Dach und mächtige 20“ Felgen geben schon aus der Distanz einen ersten Vorgeschmack. Nähert man sich dem Grandland, erstrahlen Leuchtbänder in schickem Rot mit dem Opel LED Schriftzug in der Mitte. Kleinigkeiten vielleicht und auch keine Neuerfindung, aber im Wechselspiel mit der eleganten Silhouette und dem markanten Vizor-Gesicht ist dem Grandland damit ein Maximum an Aufmerksamkeit garantiert.
Das erhöht natürlich die Erwartungshaltung für das Interieur spürbar, was dem aber eh komplett egal ist. Unter Mithilfe aus der Extraliste zwar, aber hey, wenn man schon so offensiv Richtung Premium schielt, dann schon richtig. Zudem sind es eh vergleichsweise faire 1.799,00 EUR für klimatisierte und elektrisch verstellbare „Aktion Gesunder Rücken Sitze“ in feinster Nappa-Lederausstattung. Das „Komfort Paket Electric“ (u.a. Premium Sound System, erweiterte Assistenzsysteme) war bei unserem Testmodell auch noch an Bord, Kostenpunkt 3.227,00 EUR.
Kann man bestellen. Muss man nicht. Als „Ultimate“ offeriert der Opel schon ein sehr feines Rundumwohlfühlpaket. Keyless, Wärmepumpe, Head-up Display, Intelli-Lux Lichter und besagte Sitze in eh auch schickem Alcantara sind nur ein kleiner Auszug aus der Serienausstattung. Die Materialien sind fein, die Verarbeitung sehr gut und die Bedienung ein Selbstläufer. Der Touchscreen ist auffällig schmal, dafür aber auch auffällig lang und ein Vorbild an Struktur und Benutzerfreundlichkeit. Eigene Tasten für die Klimasteuerung übernehmen den Rest.
Das Leistungsspektrum reicht beim Grandland Electric von 213 bis 325 PS. Passend zur Ausstattung fuhren wir die stärkste Variante, die neben 510 Newtonmeter auch noch Allrad im Gepäck hat. No na geht es da zumeist druckvoll zur Sache, wobei der Opel seine 6,1 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h oder den strammen Durchzug weniger brachial auf seine Insassen lässt, als manch Konkurrent. In der Ruhe liegt quasi die Kraft, die man bei einer WLTP-Reichweite von 502 Kilometer und einer Ladeleistung von bis zu 160 kWh auch reuelos nutzen kann.
Wie gut, dass der Opel auch für lange Reisen taugt. Er bietet tolle Platzverhältnisse für zumindest vier Erwachsene, auch sein Kofferraum ist mit einem Volumen von 550 bis 1645 Litern quasi eine Aufforderung zu Urlaub mit dem Auto. Das Fahrwerk ist komfortabel, die Ladestopps werden via ChatGPT in die Routenplanung mit einbezogen und der Verbrauch bleibt auch jenseits der 120 km/h freundlich. Eh klar, dass den Opel Grandland Electric Ultimate keiner mehr hergeben will. Bis auf den Opel-Händler vielleicht, nach Überweisung von 58.490,00 EUR.
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Echt lässig: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld.
Echt stressig: Die richtige Wahl des Antriebes. Plug-in-Hybrid, Turbo-Benziner, drei E-Varianten.
Echt fett: Wenn die Reichweite fett sein soll, den LongRange mit 96,9 kWh Akku nehmen.
Echt schade: Acht Jahre Garantie auf die Batterie, aber nur zwei auf das Auto.
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Daten Opel Grandland Electric Ultimate
Motor: 73,0 kWh Akku (Netto)
Leistung: 325 PS
Max. Drehmoment: 510 Nm
Reichweite: ca. 420 km
Vmax: 160 km/h
0 auf 100 km/h: 6,1 Sek
Preis Testmodell ab 58.490,00 EUR
Preis Basismodell ab 45.490,00 EUR










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