Passau - „Venedig des Nordens“

Alexander Rath Alexander Rath, Tips Jugendredaktion, 15.08.2019 19:37 Uhr

Seit über 2000 Jahren gibt es die Stadt Passau nun schon. Aber was zeichnet diese alte und schöne Stadt wirklich aus, welche Eindrücke ergeben sich wenn man Passau besucht? Jugendjournalist Alexander Rath berichtet aus der Stadt an den drei Flüssen. 

Wenn man entlang der B130 in Richtung Deutschland fährt, begegnet einem nach dem alten Grenzübergang (heute eine Turmöl-Tankstelle) ein kleines gelbes Schild. Auf diesem steht in schwarzen Lettern geschrieben Universitätsstadt Passau. Anfangs noch unscheinbar fährt man durch den Anfang eines Stadtviertels, genauer der Innstadt. Nach gut drei Kilometern erreicht man eine Engstelle, die zum Inn hin abbiegt. Erst auf der Marienbrücke (die den Inn überquert) selbst bietet sich das erste majestätische Bild der Stadt an Donau, Inn und Ilz.

 

Und genau dort, wo heute der Stephansdom steht beginnt die Geschichte der Stadt.

Zuerst besiedelt von Kelten in der vorchristlichen Zeit kommen ca. 15 v.Chr. die Römer an diesen Ort. In Kürze entstehen hier mehrere Befestigungen und Kastelle. Die zwei bekanntesten sind das Lager Boiotro am südlichen Innufer sowie das Lager Batavis (Castra Batava), das sich auf dem Domhügel befand. Dieses Lager sollte in Folge der Stadt einen Namen geben, das von Hilfstruppen aus Batavia (die heutige Niederlande) besetzt wurde. Die Donau bildet die nördliche Außengrenze des römischen Reiches für lange Zeit, der Inn gleichzeitig die Grenze zwischen den Provinzen Noricum und Raetia.

Ende des fünften Jahrhunderts ziehen viele Romanen aus der Gegend ab, die unter Führung des heiligen Severin nach Italien ziehen. Nach ihm ist die älteste Kirche der Stadt, die Severinskirche in der Innstadt bennant.

Seit 739 ist Passau Sitz eines Bistums, das als eines der größten in die Geschichte eingehen sollte. Bis 1803 sollten die geistlichen Herrscher die Kontrolle über die Stadt behalten, von da an wird die Stadt Teil des Herzogtums Bayern.

Vielerlei Geschehnisse fanden hier statt, z.B. floh Kaiser Leopold I. 1683 während der zweiten Türkenbelagerung nach Passau und heiratete nur wenige Jahre zuvor hier seine Frau. 1662 legt ein großes Feuer die Stadt in Schutt und Asche. Es dauert mehrere Jahrzehnte bis die Stadt wieder zur Gänze aufgebaut war aber die Ergebnisse können sich noch heute sehen lassen. Mehrere italienischen Architekten wurden damit beauftragt die Altstadt und den Dom neu zu errichten. Deswegen und aufgrund des vielen Wassers in der Nähe trägt Passau mit Stolz den Titel „Venedig des Nordens“. 

Der Salzhandel hat die Stadt über Jahrhunderte hin reich gemacht. Dies zeigt sich vor allem an der Veste Oberhaus, die man gewissermaßen mit Festung Hohensalzburg vergleichen könnte. Noch heute thront sie auf der nördlichen Donauseite und bietet einen guten Blick über die Stadt.

Eine Tatsache die die Stadt heute sehr prägt ist die seit 1978 existierende Universität Passau, an der ich selbst schon zwei Jahre lang studiere. Manches Mal verstehen sich die Stadtbewohner und Studenten nicht sehr gut, aber die Erfahrungen und gemeinsame Arbeit während des Hochwassers 2013 hat viele Barrieren wortwörtlich hinweggeschwemmt.

 

Gerne studiere ich in dieser kleinen Stadt, die mehr zu bieten hat als man auf den ersten Blick annehmen mag. Die Geschichte hat diesen Ort geprägt und das zeigt sich noch heute an vielen Orten in der Altstadt, z.B. am Dom, den Plätzen und der Veste selbst.

Auch für Einkäufe eignet sich die Stadt besonders, da man in der Ludwigstraße und den Einkaufshallen findet was das Herz begehrt. Einziges Problem der Stadt ist die Verkehrslage wie auch die Schwierigkeit einen Parkplatz zu finden, wobei sich die Parkhäuser als gute Alternativen erweisen.

 

 

Alles in allem ist die Dreiflüssestadt sehr zu empfehlen. Eine Stadt, die trotz ihrer kleinen Größe eine Vielzahl von Interessen bedient und leicht zu erreichen ist. Für einen Tagesbesuch ist es definitiv ein lohnenswertes Ziel!

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