6-Seen-Wanderung

Online  Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 12.07.2017 08:21 Uhr

Eine mautpflichtige, 10 km lange Panoramastraße führt hinauf aufs Hochplateau der Tauplitz, welches mit seinen sechs Bergseen familienfreundliches Wandervergnügen in artenreicher Alpenflora (besonders schön im Juli zur Almrauschblüte) garantiert. 5 Stunden Gehzeit sind allerdings für die große Seenrunde einzuplanen, die sich je nach Kondition und Laune jederzeit verkürzen, aber auch verlängern lässt.

Vor dem Schranken befinden sich Infotafeln, daneben ein Wegweiser der 6-Seen-Wanderung. Dieser weist am Hollhaus vorbei zum Alpinhaus am Fuße des Lawinensteins. Darunter breitet sich der Krallersee (1.640 m – 20 min.). Ein in Wollgraswiesen eingebetteter, seichter Moorsee, an dessen Ufer sich Libellen, Frösche und viele andere Biotopbewohner tummeln. Am Nordufer befindet sich eine Lärche mit weiteren Wegweisern. Die 6-Seen-Wanderung führt nun sanft fallend ostwärts, vorbei an Hotels und Berghütten, ins Schnittlauchmoos und dreht in die Ostflanke des Schneiderkogels, an dessen Fuße sich der Großsee erstreckt (1.569 m – 1 Std.). Man kann anstatt dieses Teilstückes aber auch gleich den „Schneiderkogel mitnehmen“ (1.765 m; beschilderter, leichter Aufstieg über die Südflanke, steiler Kammabstieg zum Großsee) und wird für den halbstündigen Mehraufwand vom herrlichen Ausblick über das Almgebiet, hinein ins Tote Gebirge und hinab zum Grundlsee belohnt.

Nur wenige Schritte vom Großsee entfernt harrt in einer von Latschen umsäumten Karstmulde der Märchensee seiner Entdeckung. Am Nordufer des Großsees entlang und über Feuchtwiesen sanft ansteigend zum Tauplitzsee (1.604 m – 1 ½ Std.). Er ist der wärmste und wird auch gerne zum Baden genutzt. Hier könnte man die Wanderung vorzeitig abbrechen, in einer ½ Stunde durch das Hüttendorf zum Parkplatz zurückmarschieren. Doch die 6-Seen-Wanderung verläuft weiter ostwärts an den Südabstürzen des Traweng entlang zur bewirtschafteten Grazerhütte und bindet dann in die geschotterte Almstraße (AV-Weg 218) ein. Kurzer Abstecher zum Wernerbankerl (Blick auf den Steirersee und zum Sturzhahn, dem Kletterberg von Heinrich Harrer) und steil hinab zu den Steirerseehütten (1.530 m – 2 ¼ Std.), wo sich„s mit Prachtblick auf den Steirersee ebenfalls gut einkehren lässt.

Hier endet die Almstraße. Mit fortwährenden Tiefblicken auf den See quert der felsdurchsetzte Steig die steile, von Almrausch rot erblühte Steirerseeleiten und führt durch Krummholz auf einen eingezäunten Sattel (1.580 m – 3 Std.), hinter dem sich die dunklen Wasser des Schwarzensees ausweiten. Wer über gute Kondition verfügt, könnte noch den einstündigen Abstecher am See entlang zur bewirtschafteten Leistalm unternehmen.

Für den zweistündigen Rückweg bietet sich der an der Steirersee Südseite verlaufende, unmarkierte Pfad an. Kurz nach dem Sattel führt dieser links abwärts zum Steirersee (1.445 m), folgt seinem Südufer (schöne Badeplatzerl) und steigt steil zu den bereits bekannten Steirerseehütten an. Weiter am Almstraßerl (AV-Weg 218) zum Linzer Tauplitz- und Naturfreundehaus und durch das “Alpendorf„ mit Bergkirche, Hütten und Hotels zurück zum Parkplatz.

von MICHAEL WASNER

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