Durch den Burggraben auf die Eisenau

Online  Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 31.08.2017 08:00 Uhr

Die größte Attraktion rund um den Attersee ist zweifellos die Burggrabenklamm, deren neu revitalisierte Steiganlage nach dem heurigen Felssturz für unbestimmte Zeit geschlossen werden musste. Unversehrt geblieben ist dagegen der am oberen Schluchtenrand exponiert verlaufende und Trittsicherheit erfordernde Valerieweg Nr. 26, der sich mit dem Ostufer-Wanderweg und dem Burgauweg zu einer lohnenden 4 ½-Stunden- Runde erweitern lässt.

Die ersten 2 Kilometer nach Burgbachau sind großteils auf der B 152 zurückzulegen, wobei 2 Mal auf den mit Höhenverlust verbundenen alten Burgauweg ausgewichen wird. Gelegenheit zum Auffüllen der Trinkflasche am Kaiserbrünndl. Bald danach Stichweg zur Waldandacht (1015 m) „Maria Klamm“ (einige Parkplätze, weitere beim Jagerwirt). Da Klamm und Wirtshaus geschlossen sind, folgen wir den gelben Wegschildern Nr. 26 in die Eisenau. Dabei eine auf die Gefahren hinweisende Zusatztafel „Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“. Links unterhalb der fotogene Klammaustritt des Klausbaches. Der „Erzherzogin- Valerieweg“, wie er von seinen Erbauern im Jahre 1890 nach der Kaisertochter benannt wurde, beginnt gleich kräftig zu steigen und dringt immer tiefer in die steile Felsschlucht ein. Stufen und Halteseile erleichtern das Höhersteigen, wobei sich immer wieder Schwindel erregende Tiefblicke in die Klamm ergeben. Auf einem Alusteg wird die Schluchtseite gewechselt. Nach einer Raststelle bei der Magdalenen-Quelle zweigt der Moosweg links zum Schwarzensee ab, während wir dem nun zahmer werdenden Schluchtenweg weiter folgen. Erneut wird auf einem Holzsteg die Uferseite gewechselt. Eine Schotterbank neben dem Bach ist übersät von kunstvoll geschichteten Steinmännern und jeder Vorbeikommende kann hier seinen kreativen Beitrag hinterlassen. Bald darauf verlassen wir das Gerinne und steigen im lichter werdenden Wald zu den Weiden der Unterackeralm (800 m) auf. Gesäumt von Rosensträuchern geht es dann leicht ansteigend über die Oberackeralm hinauf zu den weiten Almböden der Eisenau, wo, im Banne der Schafberg-Nordwände, nach 3 abwechslungsreichen Wanderstunden die bis Ende Oktober bestens bewirtschaftete Buchberghütte (1015 m) zur Einkehr lädt.

Für den Rückweg gehen wir wieder 300 m zurück, bis ein gelbes Wegschild links nach Unterach verweist. Gemeinsam mit Weg 18 nach Oberburgau geht es vorerst leicht ansteigend in den Sattel der Ackerschneid, die nun nach Süden hin als steile Felswand abbricht. Unzählige Serpentinen leiten in teilweise engen, scharfen Kehren abwärts. Dabei ergeben sich immer wieder neue Perspektiven, einmal zum sichelförmigen Mondsee und dann wieder hinüber in die Südbucht des Attersees. Nach einer Rastbank mit schönem Blick zur Drachenwand entfernt sich Weg 18 Richtung Mondsee, während wir auf dem Ostuferwanderweg 17 nun in weitläufigeren Kehren in den Bergwald absteigen und den Talgrund mit seiner romantischen Seeache anvisieren. Auf der idyllischen Uferpromenade spazieren wir vorbei an der Waldinsel mit ihrer Kneippanlage sowie einer Station des Kaplan- Themenweges beim Kleinkraftwerk einer Arzneimittelfabrik zurück zum Ausgangspunkt.

von Michael Wasner

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