Alpiner Dolomitensteig

Online  Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 31.08.2017 08:13 Uhr

Obwohl nur noch Jungvieh aufgetrieben wird, ist der Besuch der hoch über dem hintersten Talkessel von Hinterstoder gelegenen Lögeralm ein lohnendes Wanderziel. Alleine das Gebirgspanorama mit den zum Greifen nahen Felsflanken von Kraxenberg, Hochkasten, Spitzmauer und Priel rechtfertigt den etwas mühevollen Anstieg bei weitem.

Und wer zudem schwindelfrei und trittsicher ist, für den eröffnet sich am dort beginnenden Dolomitensteig einer der faszinierendsten Panoramasteige der Ostalpen. Vor dem Almgasthof befindet sich eine Infotafel des Dolomitensteiges, gegenüber unter dem Fahrverbotsschild der gelbe Wegweiser, an dem auf Bergerfahrung und Schwindelfreiheit hingewiesen wird. Dazu eine Zusatztafel für die Jagdsperre zwischen 15. 9. und 1. Oktober.

Zum Eingehen ist der sanft ansteigende, einviertelstündige Forststraßenmarsch gut geeignet. In der ersten Kehre dann geradeaus (Wanderwegtafel) den beginnenden Pfad durch den Hochsteingraben aufwärts zu einer Bachfurt. Jenseits die nächsten gelben Wegweiser bei einem Jagdstand (820 m – 20 min.). Die Route hat nun die Nr. 16 und wechselt 200 m oberhalb wieder die Bachseite. Dort beginnt der kraftraubende, 1-einhalbstündige Anstieg durch steilen Hangwald. Markante Steilpassagen sind von einem Holzgeländer begrenzt. Zur Hälfte des Aufstiegs ein Waldsattel, dessen vorgelagerte Felsen einen herrlichen Ausblick ins Stodertal freigeben. Schattig und in unzähligen Serpentinen geht es weiter den Hang hinauf, bis sich der Wald lichtet und in das Almgelände der unbewirtschafteten Hochsteinalm (1294 m) übergeht. Etwas weiter oben ertönt hinter einem Lärchenwäldchen Glockengebimmel. Dort wartet bereits die von majestätischen Kalkriesen umgebene, leer stehende Lögerhütte zur „Gipfelrast“ (1370 m – 2 ½ Std.).

Lustwandeln im Fels

Gleich hinter den Almhütten beginnt der von Seilen gesicherte Dolomitensteig, der in seinem 1-einhalbstündigen Verlauf Schwindelfreiheit und Trittsicherheit erfordert. Im zunehmend felsigen Terrain zieht der schmale Steig in leichtem Auf und Ab entlang steiler Felswände durch Gräben, Kuppen und vorbei an bizarren Gesteinsformationen. Seile erleichtern den Abstieg in den Schwarzgraben mit seinen kaskadenartigen Wasserfällen. Eine Zusatzvariante führt seilgesichert direkt an den glasklaren Wasserbottichen entlang. Technisch weniger anspruchsvoll und recht abwechslungsreich präsentiert sich der Wegverlauf nach den Wasserfällen: unberührte Waldstücke, spektakuläre Felsformationen, Schwindel erregende Tiefblicke, grandiose Panoramablicke. Dieses Lustwandeln im Fels, zwischen Himmel und Abgrund, wird alsbald vom Bergwald entschärft, der nach schöner Querpassage an einer Schotterhalde endet. Dort endet auch der Dolomitensteig, der nach einem Jagdstand in 1054 m Seehöhe in den von der Tauplitzalm herabziehenden Salzsteig Weitwanderweg 09 einmündet. Das weite Stodertal vor Augen, führt uns dieser das Steingeröll abwärts zu einer Forststraße, auf der wir dann, am Steyrursprung vorbei (5 Minuten Abstecher), zur Baumschlagerreith hinausmarschieren. 

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