Vom Herrensteig zur Höll

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 31.01.2019 10:56 Uhr

REICHENTHAL: Reich sind die Reichenthaler nicht nur an ursprünglicher Natur weit abseits von Lärm und Verkehr, sondern auch an Historie und kulturellen Sehenswürdigkeiten,die es am neuen 8 km langen Geschichtsrundweg „Vom Herrensteig zur Höll“ zu entdecken gibt. von MICHAEL WASNER

Ein erster Pflichtbesuch gilt der ander Stirnseite dominanten Pfarrkirche St. Bartholomäus (prachtvolle Innenausstattung mit einzigartiger Sieben-Todsünden-Kanzel),die vor mehr als 100 Jahren überdem Vorgängerbau (14. Jh.) errichtet wurde. Das jenseitige Platzende ziert eine reich bestückte Wanderwegsäule sowie ein Mini-Mühlenhaus für den bekannten 10-Mühlen-Weg. Diesem folgen wir die Schlossstraße abwärts in den Ortsteil Hayrl zum Schlossteich (Blick auf Schloss Waldenfels) und zur renovierten Herrenmühle (Parkplatz für Museumsbesucher).

Gegenüber, an der Eingangspfortein das Museumsdorf, befindet sich auch die erste gelbe Wegtafel des Geschichtsrund weges „Vom Herrensteig zur Höll“. Alleine beim Gang durch das frei zugängliche Freilichtmuseum scheint das Leben unserer Vorfahren wieder lebendig zu werden. Hausmühle, Dorfschmiede, Brotbackhäusl sind noch voll funktionsfähig, genauso wie ein Göppelwerk oder das Venezianergatter, mit dem noch immer gesägt werden kann.

Noch viel interessanter und verständlicher erscheint das Ganze allerdings bei einer kompetentenF ührung (1 ½ Std.; Voranmeldung bei Adelheid Jaksch 07214/4180 oder 0680/2458139; ab drei Personen, je drei Euro), bei der nicht nur sämtliche Kleinode von Innen, sondern auch eine österreichisch-böhmische Glassammlung, Uhrenmuseum und alte Werkzeuge verschiedenster Handwerke zu bestaunen sind.

Kleine gelbe Schildchen mit dem Logo von Schloss Waldenfels zeigenden Weg, Infotafeln verweisen auf Sehenswertes und erläutern den geschichtlichen Hintergrund. Wie das Venezianergatter im Museumsdorf (1) oder das 1380 erbaute, von mehreren Bauepochen geprägte Schloss Waldenfels (2; 5-Minuten-Abstecher), welches sich seit 1636 im Besitz der Familie Grundemann von Falkenberg befindet.

Wer die Schlossanlage besichtigen möchte, vereinbart entweder eine Führung mit dem Schlossherrn persönlich, Tel.:07214/4023, oder besucht am 1. Adventwochenended en stimmungsvollen Reichenthaler Adventmarkt.

Der Herrensteig wechselt nun die Uferseite des Kettenbaches (ehem. Grenzbach, entwässert zur Moldau) und folgt diesem noch ein Stück durch den Talgrund, ehe er links im Schlosswald , parallel zu einem Bogenparcours, aufwärts zieht.

Neben Bären und Wildschweinen werden wir auch zweier Gedenksteine(3) fündig: Gleich nach der Infotafel rechts erinnert einer an die Großtante, 100 m weiter an den Urgroßvater des Schlossbesitzers. Nach dem 1748 angelegten „Schwarzen Teich“ weicht der Forst einer reich strukturierten Kulturlandschaft.

Von einer Geländekuppe werden links die Häuser von Schöndorf sichtbar.Wir folgen einem alten Kreuz- oder Totenweg (4) durch Felder, Wiesen und kleine Waldschöpfe zum Roten Kreuz (5). Daneben der Übermasshof, einer der ältesten Höfe im Gemeindegebiet, dessen Name von der übermäßigen Größe abgeleitet wird.

Hier kreuzt sich der Herrensteig. Wir spazieren am Hof vorbei, biegen rechts zum Schoberberg ein, queren die B38 und folgen dem Pfad durch eine Bachsenke hinüber zum Kräuterwirt Dunzinger(Mi bis So ganztags warme Küche,Tel. 07948/390), wo man nicht nur vorzüglich speist, sondern auch Prospektmaterial und genaue Infos erhält, ist doch die Wirtin auch Initiatorin des neuen Wanderweges. Der Rückweg führt uns dann am alten Post- oder Salzsteig (6) wieder zum Übermasshof. Dort halten wir uns links, genießen die aussichtsreiche Wegführung und steigen durch Mischwald hinab zur Höll (7), die uns in ihrer idyllischen Urtümlichkeit ins Museumsdorf zurückleitet.

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