Naturparadies von unten und oben

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 31.01.2019 10:54 Uhr

ALTENBURG. Südlich des Benediktinerstiftes befindet sich einer der schönsten Abschnitte des Kamptals. Landschaftliche Besonderheiten und zwei Ruinen machen eine Rundwanderung zum besonderen Vergnügen. von ERICH SCHACHERL

Zwischen dem Kleinkraftwerk Rosenburg und der Ortschaft Steinegg wird der Kamp seinem Namen wirklich gerecht. „Kamp“ ist keltischen Ursprungs und lässt sich mit „krumm“ übersetzen. Wer nun beispielsweise vom „Öden Schloss“ zum Fluss hinunter blickt und die tief ins Gestein eingegrabene Flussschlinge betrachtet, sieht mit eigenen Augen, wie es zum Namen gekommen ist.

Es ist dem Widerstand beherzter Naturschützer zu verdanken, dass diese wunderbare Flusslandschaft 1983 nicht den Plänen von Wasserkraftwerksbauern zum Opfer fiel, die den Kamp damals aufstauen wollten. 35 Jahre später ist das mittlere Kamptal ein von der EU ausgewiesenes NATURA 2000 Gebiet, dessen Zweck der Schutz gefährdeter wildlebender heimischer Pflanzen- und Tierarten und ihrer natürlichen Lebensräume ist. Der World Wildlife Fund (WWF) hat diesen Abschnitt als „Flussheiligtum“ definiert.

Dankbarkeit

Während ich von der Bründlleiten das Tal und die Landschaft unter mir betrachtete, am Horizont strahlte mir das Stift Altenburg im Sonnenlicht des Tages entgegen, spürte ich Dankbarkeit, in diesem Naturparadies sein zu können. Ich schaute, staunte, genoss und freute mich!

Vor ungefähr drei Stunden war ich beim Stift aufgebrochen, einem schmalen Pfad durch den Graben des Försterbachs hinunter zum Kamp folgend, den ich nach knapp 30 Minuten erreichte. Ich wendete mich nach rechts, genoss den lässigen Weg entlang des Wassers, auf der anderen Seite der bekannte Umlaufberg, den der Kamp in weitem Bogen umfließt.

Eine weitere halbe Stunde später stand ich beim Öden Schloss, den letzten Resten der ehemaligen Burg Tursenstein. Der Blick von hier hinunter ins Kamptal ist einzigartig und fantastisch. Deswegen habe ich den Abstecher zu diesem Platz gewählt.

Den gleichen Weg ging ich anschließend wieder bis zu dem Punkt zurück, wo der Weg vom Stift ins Kamptal mündet. Hier nun folgte ich der Wegmarkierung Richtung Rosenburg. Knapp 25 Minuten später erreichte ich die Zienner Mühle (auf Karten noch Rauschermühle), in Sichtweite das Kleinkraftwerk Rosenburg, wo ich den Fluss überquerte. Es folgte ein kurzer Anstieg, vorbei am Kletterfelsen „Hängender Stein“ hinauf zur Bründlleiten, wie die südlich des Kamps gelegenen Steilhänge genannt werden.

Von hier bis zur am Kamp gelegenen Ortschaft Steinegg durchquerte ich für ungefähr eine Stunde dichte Wälder, rechterhand der Kamp, manchmal sichtbar manchmal nicht. In Steinegg bei der Brücke wendete ich mich nach links und ging den kurzen, steilen Abstecher rauf zur Ruine. Ich pausierte dort inmitten der alten Mauern und ruhte mich aus.Gestärkt ging ich zurück nach Steinegg, dort folgte ich der Markierung nach rechts weg von der Straße Richtung Rosenburg.

Der folgende, unterschiedlich steile Wegabschnitt durch Eichen- und Buchenwälder machte im wärmenden Sonnenlicht richtig Spaß. Ungefähr 30 Minuten benötigte ich dafür. Durch forstwirtschaftlichen Nutzwald gelangte ich schließlich nach weiteren 40 Minuten zum Ausgangspunkt zurück.

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