Über den Bäckerberg

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 23.11.2018 09:56 Uhr

Eine Wanderung großteils durch Wald, die auch im Winter meist problemlos zu bewältigen ist, führt uns diesmal vom schönen Almtal auf den 717 m hohen Bäckerberg, der trotz seiner bescheidenen Höhe recht nette Ausblicke über das Scharnsteiner Gemeindegebiet gewährt. Als Ausgang für die bestens markierte, 11 km lange Runde empfiehlt sich das bezaubernde Erholungsdorf Viechtwang, wo wir am kleinen Platz vor der Pfarrkirche einige Parklücken vorfinden. von MICHAEL WASNER

Viechtwang wurde zwar 1976 in die Gemeinde Scharnstein eingegliedert, behielt als Pfarrei jedoch die Vormachtstellung, was beim Anblick des altehrwürdigen Gotteshauses auch nicht verwundert. Der   Barock­bau mit reicher Stuckverzierung, Fresken im Chor und Gemälden von Heindl stammt aus dem 17. Jahrhundert. Um die Kirche gruppieren sich gepflegte Häuser und Gutshöfe in idyllischer Runde; sie machen Viechtwang zu einem „Dorf aus dem Bilderbuch“.

Die erste Wegtafel der Bäckerberg-Runde Nr.6 befindet sich westlich der Kirche beim Kramer Haus. Gemeinsam mit der Hacklberg-Runde Nr.7 geht es auf einem Wiesenpfad genau auf den Traunstein zu bergan. Entlang einiger Obstbäume und einer geschützten Linde zum oberen Waldrand mit Rastplatz vor einem Bildstock. Weiter ansteigend auf einem Fahrweg zu den Streuobstwiesen beim „Bammer ob der Kirche“. Dieser entlegene Bergbauernhof wurde bis vor 30 Jahren noch mit Ochsen bewirtschaftet. Wir lassen den Hof links oberhalb liegen und marschieren am Waldsaum weiter in den Wald. Auf einer Lichtung (630 m – ½ Std..) trennen wir uns vom Hacklbergweg und wandern leicht abwärts in eine Senke mit Unterstandshütte, ehe die in Westrichtung (links) umschwenkende Route nach einer weiteren halben Stunde idyllischer Waldwanderung wieder ins Freie leitet. Der nahe, prächtig ausge­baute Rathhof mit Hauskapelle beherbergt seit einiger Zeit ein „Buddistische Zentrum“. Wir biegen in den vorbeiführenden Güterweg rechts ein und sehen bereits vor uns die sanfte Kuppe des Bäcker­berges. Nach einem Einkehrschwung in der Jausenstation Derisch­leiten (Montag und Dienstag gesperrt) lässt sich dieser letzte kleine Anstieg problemlos bewältigen.

In der folgenden Einsattelung (650 m – 1 ¼ Std.) wird die Straße nach Viechtwang gequert und am Güterweg Bäckerberg durch ein vom Sturm gelichtetes Waldstück, vorbei an der Abzweigung Platz – Feichtenberg, der höchste Punkt mit Sender und Feuerwehrzeughaus anvisiert (717 m – 1 ½ Std.). War unsere Route im ersten Teil vorwiegend von einsamen Weglein und Wäldern geprägt, so dominieren nun die sonnigen, aussichtsreichen Höhen und die Blicke schweifen in das weite Tal der Alm und des Steinbaches, hinüber zum Oberkaibling, Kaiserkogel, Hamberg, Hochsalm und Windhagkogel.

Für kurze Zeit weicht der Asphalt einem Ziehweg, der sich zwischen Wildgehegen und Weidewiesen hindurchschlängelt, ab der Bäckerhub erwartet uns wieder ein Güterweg, der sich in weiten Schleifen über die sonnige Südostseite, vorbei an Bergbauern und stattlichen Bauernhöfen, ins Almtal hinabzieht und dabei immer wieder neue Perspektiven auf das Gemeindegebiet von Scharnstein freigibt. Im Tal kreuzt der gut beschilderte Weg die Bahnlinie und mündet in eine Vorrangstraße. Rechts einbiegend, führt uns diese kaum befahrene Straße entlang der Alm bzw. eines abgeleiteten Mühlbaches über die Bruckmühle zurück nach Viechtwang, wo uns die für ihre „Kesselheißen“ (donnerstags von 9 bis 12) berühmte Fleischerei und Gastschank Silmbroth (Mittwoch gesperrt) zur Einkehr erwartet.

 

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