Am Tannenweg rund um den Lackenberg

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 14.09.2018 11:00 Uhr

MONDSEE – TIEFGRABEN. Als Ausgangspunkt für die 17 Kilometer lange Umrundung des Lackenberges empfiehlt sich der Großparkplatz in der Marktgemeinde Mondsee. Es gibt aber auch an der Mondseestraße weiter oben, am eigentlichen Beginn des Tannenrundweges, zwei kleine Parkplätze, wobei sich fünf Kilometer und 270 Höhenmeter einsparen lassen. von MICHAEL WASNER

Gegründet wurde Schloss Mondsee bereits 748 vom bairischen Herzog Odilo als erstes Kloster im heutigen Oberösterreich (Sohn Tassilo gründete 29 Jahre später Kremsmünster). In seinem mehr als tausendjährigen Bestehen veränderte sich mehrmals das Aussehen. Nach der Reform ging das Kloster als Schloss in Privatbesitz über. Es beherbergt heute u. a. das Schlosshotel, eine Musikschule sowie das Pfahlbau- und Heimatmuseum. Die ursprünglich gotische Kirche wurde barockisiert und wandelte sich zur Pfarrkirche,in der Meinrad Guggenbichler mit fünf Altären, einer reich geschnitzten Kanzel und dem Orgelgehäuse bedeutende Werke hinterließ. Vom Hotelrestaurant im Schlosshof links an der Musikschule vorbei die Stufen hinan zu den gelben Wegschildern in der Schießstattgasse.

Wir halten uns vorerst an die Nr. 3, folgen dem Gosaugraben steil aufwärts zur Autobahn und gelangen auf schmalem Waldpfad zur Mondseebergstraße, die wir aber nach der Linkskehre gleich wieder verlassen. Vorbei an einem Bauernhaus über die Wiese dem oberen Gehöft zu. Es steht bereits in Tiefgraben, der größten Gemeinde des Mondseelandes.Hier sollte man kurz verweilen und den herrlichen Ausblick auf Markt und Mondsee genießen.

Nach 400 m Straßenmarsch erreichen wir die Häuser von Hauberg (760 m – ¾ Std.) mit dem Beginn des Tannenweges. Der unterhalb gelegene Aussichtsparkplatz 1 bietet beschränkte Parkmöglichkeit. Wir folgen den Schildern mit dem Symbol des Tannenbaumes im Wald aufwärts zu einer Wegteilung, an der die Routen 2+3 den Mondseeberg anvisieren, während der Tannenweg links, mit Blickrichtung Lackenberg, wieder zur Straße hinunterführt und dieser 400 m folgt. Wollgräser verkünden das großflächige Hochmoor, welches sich rund um den Lackenberg ausweitet. Links zweigt der Güterweg zu den Ebnat-Bauern ab.

Blumenwiesen und eine stets umfangreicher werdende Aussichtwürzen den sanften Anstieg. Beim letzten Gehöft (830 m – 1½ Std.) endet der Asphalt. Vorne am Waldrand laden unter einem Hochsitz Bankerl zur Rast. Dahinterschlängelt sich der Pfad zwischen Zwergsträuchern und Farnen durch das von Nadelbäumen bestandene Wildmoos talwärts. Rotgrüne Markierungsstriche leisten beim Durchqueren des romantische nMoorwaldes wertvolle Dienste. Im Talgrund erwartet uns dann der Oberlauf der Vöckla.

Auf naturbelassenem Uferpfad geht es abwärts nach Harpoint (684 m),wo über den links abzweigenden Güterweg zum Lindenbauern (2 ½Std. – 725 m) ein Teil der zuvor verlorenen Höhe wettgemacht wird. Aus Steinen errichtet und von mächtigen Linden beschattet, bilden Berghof und Kapelle eine harmonische Einheit und schenken, mit dem Irrsee als Hintergrund,ein reizvolles Fotomotiv.

Viel Abwechslung fürs Auge bietet auch der Weiterweg über die landwirtschaftlich genutzte Hochfläche, durch den Weiler Lindau hinüber zur Mostschänke Zellgraber(von Sonntag bis Dienstag ab 15 Uhr), die uns nach drei Wanderstunden zur Einkehr erwartet.

Gestärkt nehmen wir den letzten Anstieg in Angriff. Er führt ineiner Doppelschleife an die bewaldete Westflanke des Lackenberges. Bevor wir im Blätterwald untertauchen, sollten wir noch verweilen und uns am herrlichen Irrseeblick erfreuen. Ein Forstweg lässt uns die Kuppe des Lackenberges (925 m) unterhalb umgehen. Nur 20 Minuten später liegt uns bereits der nächste See zu Füßen. Faszinierend ist der Ausblick über das Mondseeland während des gesamten Wiesenabstieges in die Ortschaft Au. Dort schwenken wir rechts in die Route 6 ein, die in einer Stunde über die Koglerbinderaussicht nach Mondsee hinunterführt, während der Tannenweg links zur Mondseestraße die Parkplätze in Hauberg ansteuert.

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