Im Sauwald auf Biberpirsch

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 20.01.2019 10:10 Uhr

MÜNZKIRCHEN: Der heimische Biberbestand ist nicht nur in den Niederungen der großen Flüsse im Vormarsch, sondern auch an einigen höher gelegenen Seitenzuflüssen, wie etwa der Kößlbach im oberen Donautal. In der Marktgemeinde Münzkirchen, der heimlichen Hauptstadt des Sauwaldes, lädt ein neu konzipierter, gut markierter und leicht gehbarer Terrainpfad zur Biberpirsch und zum Erkunden dieses touristisch kaum bekannten Landstrichs. von Michael Wasner

Wir folgen der Straße „Hofmark“, welche die sehenswerte Pfarrkirche Maria Himmelfahrt umkreist, durch das Marktzentrum abwärts und schwenken vor der Tankstelle links in den Mühlenweg ein, wo wir die ersten Markierungen (gelb) sowie eine Infotafel des Biberweges vorfinden.

In Begleitung des Schweibelbaches geht„s nun auf der Schweibelstraße hinaus zum Freibad. Der große Parkplatz davor würde sich ebenfalls als Ausgangspunkt für den Biberweg eignen, der kurz danach vom Asphalt auf das naturbelassene Ufer des Schweibelbachs überwechselt. Ein schmaler Pfad folgt seinem abwechslungsreichen Lauf durch Wald und Flur,bis sich dieser im Kleinen Kößlbacher gießt.

Doch gerade dieses Ereignis bleibt uns verborgen, da uns die Straße nach Esternberg zu einem kleinen Umweg zwingt. Auch der Lauf des Kößlbaches steht jenem des Schweibelbacherls an Urtümlichkeit und Romantik in nichts nach, im Gegenteil: Der Wald wird dichter, die Gegend entlegener und zu dem zieht der Kösslbach von nun an die natürliche Gemeindegrenze zu Esternberg. Kein Wunder, dass sich auch der Biber in dieser Stille und Abgeschiedenheit heimelig fühlt, wovon eine gefällte Eiche zeugt.

Ein Stück weiter gelangen wir zum Freundorfer Steg, den wir am Rückweg benutzen werden. Dabei steht eine Infotafel der Wanderwege,wobei sich der angegebene rote Rundweg von nun an mit unserem gelben Biberweg deckt. 10 Minuten später die nächste Infotafel mit Foto der 1969 stillgelegten Höcklmühle. Der Weg wird nun breiter,der Auwald lichter und wir erreichen nach längerer Zeit wieder ein Haus mit einem Mühlrad.

In den vorbeiführenden Güterweg einschwenkend gelangen wir nach weiteren 10 Minuten in den Weiler Kneiding mit Biberrastplatz (400 m – 1 ¾Std.). Das liebliche Dorf wird geprägt vom Kößlbach, der hier einen Durchbruch durch das Granitmassiv des Sauwaldes gefunden hat. Die Wallner Mühle ist noch in Betrieb und bietet im urigen Mühlladen neben dem Holzofenbrot Bioprodukte aus eigener Erzeugung. Sehenswert ist auch die neugotische Dorfkapelle aus dem Jahr 1862, die vom Kulturverein Kneiding sorgfältig restauriert und neu gestaltet wurde. Aus der ehemaligen Hammerschmiede wurde ein uriges Wirtshaus, wo der Wirt z“Kneiding zur Einkehr lädt (MI bis FR ab 15Uhr, SA ab 13 Uhr, SO ab 10 Uhr). Unser Rückweg nach Münzkirchen verläuft am grün markierten Sebastianweg, der am letzten Biberinfo gleich nach dem Wirtshaus seinen Ausgang nimmt. Gemeinsam mit Rundweg rot geht„s hinauf zum nächsten Wirtshaus in Kösslarn (sonntags geöffnet), dann links auf Feldwegen über eine kleine Geländekuppe und im Wald ein letztes Mal bergab zum Kößlbach. Uferwechsel am Freundorfer Steg und im Bogen aufwärts in das gleichnamige Dorf. Ein Rastbankerl lädt zum Sauwaldblick. Kurz durch den Ort, der Kapelle am Waldrand zu und den ausgedehnten Forst durchqueren.Danach wird auch schon die Filial und Wallfahrtskirche St. Sebastian sichtbar (Hochaltar mit Statuen vom17. Jh., got. Kruzifix 15. Jh.). Am Friedhofsweg, mit schönen Ausblicken auf Münzkirchen, zurück ins Marktzentrum.<

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