Vater-Unser-Stein und Tanzbuche

Online Redaktion Online Redaktion, Tips Redaktion, 04.02.2019 11:14 Uhr

EUGENIA. Im Schremser Stadtteil Eugenia befindet sich der Ausgangspunkt für eine gemütliche Wanderung zu zwei außergewöhnlichen Plätzen. Durch schönen Wald kommtman dorthin. von ERICH SCHACHERL

Das Waldviertel – nomen estomen – ist reich an Wäldern. Aber nicht nur das. Vereinzelt befinden sich darin ganz besondere Bäume, die wegen ihrer Größe und ihrer Erscheinung außergewöhnlich sind.

Ein solcher Baum ist die sogenannte Tanzbuche. Waldviertelspezialist Roland Kernstock beschreibt den Baum so: „Die Tanzbuche ist der mächtigste Baum im Nordwald überhaupt; ihr Stammumfang beträgt an der Basis sieben Meter, sie ist etwa 35 Meter hoch“. Das Alter wird mit ca. 300 Jahren geschätzt, eine Sage erzählt von einem Tanzplatz, an dem sie gepflanzt wurde, deshalb Tanzbuche. Am eindrucksvollsten ist es, den Baum zu sehen, gewaltig,solche Baumgiganten gibt es nicht viele im Waldviertel. Ihre Stärke ist tatsächlich auch in ihrer Umgebung energetisch zu spüren. 

Vater-Unser-Stein

Neben Wald ist das Waldviertel auch für seine Granitsteine bekannt. Ein ganz besonderes Exemplar befindet sich nicht weit von der Tanzbuche entfernt, der sogenannte Vater-Unser-Stein. Robert Preisl, Radiästhet aus dem nicht weit entfernt liegenden Kottinghörmanns erzählt in seinem Buch „Orte der Kraft im Norden Österreichs“: „Karl Riedl erzählte, dass er der Nachwelt die alte Form des Vater-Unser-Gebetes erhalten wollte und dies seine Absicht zur Herstellung eines einmaligen Denkmales war. Im Juli 1960 war er über eine Woche vermisst... In Wirklichkeit war er bei dem Stein, wahrscheinlich mit mehreren gespitzten Eisen, einem Fäustel und einer Laterne. Soweit ihn der Autor kannte, hat ihm für diese Zeit Brot und Wasser als Proviant genügt. Zur Herstellung der 275 Buchstaben soll er eine Woche benötigt haben,wobei er zwei Nächte bei Laternenlicht durcharbeitete“.

Vordem Stein zu stehen und diese Geschichte zu kennen, schafft eine ganz eigene Atmosphäre.

Start in Eugenia

Ausgangspunkt der Tour ist in Eugenia bei der Postbushaltestelle im Ortskern. Vom Ausgangspunkt gehen wir die Hauptstraße Richtung Nordwesten, nach wenigen Minuten weist eine Wegtafel nach links, wir überqueren die Verbindungsstraße Schrems-Amaliendorf und treffen kurz danach auf die erste Wegkreuzung, wo wir uns rechts halten. Nach ungefähr 30 Minuten vor einem Teich wendet sich die Route nach links, leicht ansteigend in den Wald hinein, weitere 30 Minuten später stehen wir an der Verbindungsstraße Schrems-Steinbach,die wir überqueren. Auf einer geschotterten Forststraße gehen wir durch den schönen Wald mit viel moosbewachsenen Granitlingen weiter. Ungefähr 20 Minuten nach Überquerung der Hauptstraße taucht links ein bewachsener Forstweg auf, in ca. 30 m Entfernung steht ein massiver Hochsitz. Hier wenden wir uns nach links, einige Minuten später kommt wieder ein Hochsitz,linkerhand ist der Vater-Unser-Stein zu sehen.

Tanzbuche

Nach einer Rast und Besichtigung des Steins gehen wir zurück zum Hauptweg, dort links. Etwa sieben Minuten später kommen wir an einem imposanten Felsgebilde direkt am Weg vorbei, das 1975 zum Naturdenkmal erklärt wurde. Wir gehen weiter,ungefähr zehn Minuten später kommt eine Wegkreuzung, wir wenden uns um 180 Grad nach links, folgen dem Weg und erreichen kurz darauf die Tanzbuche.

Fantastisch! Nach einer ausgiebigen Rast und intensiven Spürens der Baumenergie machen wir un auf den Rückweg. Bis zur Verbindungsstraße Schrems – Steinbach kennen wir den Weg bereits, nach der Straßenüberquerung folgen wir dem Hauptweg – 607, 630, NÖLRWW, E 8 – und kommen so wieder zum Ausgangspunkt zurück. 

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