Enzmilner Kulturwanderweg

Evelyn Kasis Evelyn Kasis, Tips Redaktion, 05.04.2019 11:23 Uhr

Graf Joachim Enzmilner von Windhaag zählte zu den bedeutendsten Persönlichkeiten des 17. Jahrhunderts in Oberösterreich. Er erwarb um 50.000 Gulden die Herrschaft über Windhaag und Münzbach und errichtete neben der Burg ein Prunkschloss im italienischen Stil, welches mit seiner reichen Architektur zu den schönsten im Land ob der Enns zählte. von MICHAEL WASNER

Seine einzige Tochter Eva Magdalena ließ nach dem Tod des Vaters das gesamte Schloss bis auf die Grundmauern abtragen, um auf der Anhöhe – im heutigen Ortszentrum – ein Kloster samt Kirche zu errichten.

1782 wurde es auf Befehl Kaiser Josephs II aufgehoben. Der Enzmilner Kulturweg berührt mit seinen Erlebnisstationen die Originalschauplätze und wird somit zu einer Zeitreise in die Vergangenheit.

Die Stationen 42 bis 45 befinden sich am idyllischen Platz vor der Kirche. Sämtliche Erlebnisstationen sind mit Informationen und Gemeindewappen ausgestattet, stets mit Blickrichtung auf das jeweilige Objekt.

Bevor wir mit der Wanderung beginnen, wäre ein Besuch des Enzmilner-Museums in der ehemaligen Schule sehr zu empfehlen. Hier wird nicht nur der unglaubliche Werdegang des Grafen im Detail erzählt, sondern auch ein maßstabsgetreuer Einblick in das einstige Prunkschloss gewährt. Geöffnet ist das Museum von Mai bis Ende Oktober an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 – 17 Uhr, oder bei Voranmeldung im Gemeindeamt (07264/4255).

Im Museumsrundgang ist die Besichtigung der Filialkirche St. Bartholomäus (Beinhaus, Gruft in der Annakapelle mit Fresken anno 1512; Kirchenschlüssel auch nebenan im alten Pfarrhof erhältlich) inbegriffen.

Auch der kurze Abstecher am Zwergerlweg zum Burgstall mit Kalvarienbergkapelle ist empfehlenswert. Wer Trittsicher ist, könnte gleich von dort am Immergrünsteig zum Modlerbach absteigen und Bach abwärts durch das Sägewerk Hintermühle (41) wieder zum Parkplatz gelangen.

Wir folgen der Münzbacher Bezirksstraße zurück zum Sägewerk und wenden uns gegenüber dem Güterweg Richtung Windhaag zu. Bei Station 46 mündet eine gelb markierte Kurzvariante entlang des Hausbergbaches ein. Vorerst noch geradeaus weiter zum Ausflugsgasthof, dann rechts aufwärts zwischen Bogenparcours und Wildgehegen vorbei an den Höfen Schallhasleitner (47) und Plank (49) ins Ortszentrum von Windhaag (514 m – 1 Std.).

Durch das Ortszentrum von Windhaag

Die Stationen 1 bis 7 befassen sich mit der teilweise noch erhaltenen Klosteranlage und der Kirche, die seit Aufhebung des Stiftes als Pfarrkirche (3) dient. Die Hauptroute führt nun an Hofschmiede (8), Pfisterei (9), Burgkapelle (10) und Brauerei (11) vorbei zur Burgruine (12).

Lohnender jedoch ist, vom Torbogen in der Klostermauer (8) eine Zusatzschleife am blau punktierten Panorama-Kulturweg einzulegen: Durch denMoarhof (7a) hinaus zur Umfahrungsstraße und rechts hinauf zur Panoramarast am Hausberg (7b, 563 m).Geradeaus weiter zum Waldrand, dann rechts über Vogeltenn (7c), an der Hubertuskapelle (7d) vorbei abwärts auf einen Saumweg und links in den Hausbergwald (7e), wo Burgstall (7f) und Friedichsruhe (7g) zur Rast laden, ehe nach 2,6 km der Hauptweg mit der Burgruine wieder erreicht wird. Sie wurde in den letzten Jahren aufwendig saniert, der Bergfried begehbar gemacht.

Vom Schlossteich (13) den „alten Weg nach Münzbach“ (14), am Eustachiusfelsen (15) vorbei, zu den Höfen Ober- (16) und Untergrabner (17) ins Tal des Hausbergbaches, wo die bereits erwähnte Kurzvariante nach Altenburg abzweigt, während der Kulturweg noch einmal zum „Siebenkirchenblick“ (18) an Höhe gewinnt und zum Gehöft Untersteinböck (19), vorbei an einem Marterl (20), zum Modlerbach (21) abfällt, der von nun an die natürliche Gemeindegrenze zu Münzbach zieht.

Gstettenbauer (21a), Grellengut (21b), Schwertmühle (21c), Freindorf (21d) und Pestsäule (21e) sind die letzten Stationen des Windhaager Kulturwanderweges.

 

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