Größter Lohn für Rudi Hainzl: Die Freude der Menschen
ANDORF. Lackdosen, Holz, Kreuze und vieles mehr findet man in der Garage von Rudi Hainzl. Hier geht der Andorfer seinen vielen Hobbys nach. Neben der Denkmalpflege und der Kunst spielt auch die Musik eine wichtige Rolle im Leben des 70-Jährigen.

Schon als Bub hat der heute 70-jährige, der in der Heitzingerau aufgewachsen ist, mit dem Basteln angefangen. In seiner Pension kann sich Rudi Hainzl seiner Leidenschaft für die Kunst, die Denkmalpflege und die Musik noch intensiver widmen.
„Das hab ja ich gemacht“
Er interessiert sich für Heimat und Geschichte. Gerne gräbt er die Geschichten aus, die hinter der Errichtung von Kleindenkmälern stecken. Etwa 25 davon hat der Andorfer schon restauriert. „So genau weiß ich die Zahl aber nicht, ich führe nicht Buch und mache keine Bilder“, erzählt Hainzl bescheiden. Oft kommt er an einem Denkmal vorbei und denkt sich: „Das hab ja ich gemacht.“ Sein größter Lohn: Wenn sich die Menschen freuen.
Viele Denkmäler tragen die Handschrift von Hainzl
Ein paar Denkmäler, die er restauriert hat, lässt sich Hainzl dann aber doch entlocken. Mit Freude hat er am großen Andorfer Friedhofkreuz gearbeitet. Das größte Lob für ihn war, als zwei Frauen am Friedhof auf ihn zugegangen sind und ihm erzählt haben, wie sehr sie sich über das schöne Kreuz freuen. Gemeinsam mit dem Andorfer Künstler Manfred Wiesinger, der ihn mit Tipps beim Bemalen unterstützt, hat er das drei Meter hohe Kreuz mit Marienstatue der Familie Baumann in Heitzing erneuert. Auch das Mariendenkmal vor der Gemeinde trägt die Handschrift des 70-Jährigen. Arbeitet er mit Stein, kann er dies bei seinem Freund, dem Steinmetz Hans Oberschmidleithner, erledigen.
Geschichte steckt überall drin
Auch Möbel restauriert das Andorfer Original mit viel Liebe. So finden sich in seinem Haus viele Erbstücke, die in neuem Glanz erstrahlen. „Es steckt überall Geschichte drin“, sagt Hainzl, als er das alte Spinnrad von seiner Urgroßmutter im Stiegenhaus zeigt. „Das Fußbrett ist ganz abgetreten. Ich stelle mir vor, wie mühsam die Arbeit damals war, wie geschwollen die Finger der Frauen, wie ihre Knie geschmerzt haben“, erzählt er mit einer solchen Leidenschaft, die ansteckt. Für die Musikschule restauriert er Notenständer, Stockerl und mehr.Gerne setzt sich Hainzl mit seinem Freund Otto Voglmayr hin und bringt seine Säge zum Singen. Alles muss genau passen, die Höhe des Hockers, die Haltung, nur so kann er der singenden Säge schön klingende Töne entlocken. „Lernen kann dir das keiner. Am Anfang klingt es, als würdest du Holz sägen.“ Ein halbes Jahr lang hat der Andorfer jeden Tag zwei Stunden geübt. Das Ergebnis kann sich hören lasen.
Jagdsünden in Reimen
Zum Jagdabschluss zieht er die Jäger durch den Kakao und hält ihnen ihre Jagdsünden in Reimen verpackt vor. „Humor soll nicht in Dummheit oder Beleidigung ausarten“, sagt Hainzl, der nie unter die Gürtellinie geht, sodass der Betroffene noch mitlachen kann. Seine kreative Ader lebt er auch beim Schreiben von Mundart-Gedichten aus. An die Öffentlichkeit will er damit aber nicht gehen. „Die sind gut in einem Koffer verpackt“, sagt der ÖBB-Pensionist.


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