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AUROLZMÜNSTER. Die Zukunft der medizinischen Versorgung in Aurolzmünster ist ungewiss – eine ärztliche Hausapotheke könnte Abhilfe schaffen.

V. l.: Hausarzt Johann Semm und Rechtsanwalt Markus Lechner diskutieren über die Einschränkungsniederlassungen für Hausapotheken Foto: privat

Der Allgemeinmediziner Johann Semm sucht bereits seit einiger Zeit einen Nachfolger für seine Ordination in Aurolzmünster. Doch die Suche gestaltet sich schwierig.

Nachfolger gesucht

„Obwohl ich etwa 3.000 Menschen zu versorgen habe und damit sicherlich genügend Patienten für den wirtschaftlichen Betrieb einer Ordination vorhanden sind, interessiert sich niemand für meine Stelle. Und die Zeit läuft. Ich bin 66 Jahre alt. Andere Menschen sind in diesem Alter schon längst in Pension und ich werde irgendwann auch gehen.“ Wenn sich an dieser Situation nichts ändert, wird Aurolzmünster ab diesem Zeitpunkt wohl ohne Hausarzt dastehen. So wie derzeit bereits fast 100 Gemeinden in ganz Österreich. Rechtsanwalt Markus Lechner von der „Plattform Einarztgemeinde“ analysierte diese Problematik im Rahmen einer Informations- und Diskussionsveranstaltung über die Zukunft der medizinischen Versorgung in Aurolzmünster. „Die Nachbesetzung von Stellen im öffentlichen Gesundheitssystem wird immer schwieriger. Das betrifft vor allem die Hausärzte. Schaut man sich jedoch die Liste der unbesetzbaren Stellen genauer an, dann stellt man fest, dass das erzielbare Einkommen bei der Stellensuche kein Kriterium sein kann. Es sind mittlerweile große Stellen genauso betroffen wie kleine Stellen, auch lässt sich kein Unterschied mehr zwischen Stadt und Land erkennen.“

Keine Medikamentenversorgung - kein Hausarzt

Zwei Dinge lassen sich aus Sicht von Lechner jedoch klar ableiten: „Gemeinden, in denen keine Medikamentenversorgung vorhanden ist, sind die größte Gruppe innerhalb der unbesetzbaren Stellen. Denn dieser Umstand schreckt tendenziell Patienten ab und somit auch potenzielle Nachfolger für die Arztstelle. Denn das bedeutet einen Wettbewerbsnachteil. Im Umkehrschluss sind Stellen mit ärztlicher Hausapotheke meistens problemlos nachzubesetzen. Auch dann, wenn es sich um kleine Stellen mit geringeren Einkommensmöglichkeiten handelt.“

160 Gemeinden in Österreich ohne Medikamentenversorgung

Laut Lechner stehen in ganz Österreich etwa 160 Gemeinden gänzlich ohne Medikamentenversorgung da, davon rund 25 in Oberösterreich. Diese Gemeinden sind zu klein für eine eigene öffentliche Apotheke, aber der Abstand zur nächsten Apotheke ist zu gering für den Betrieb einer Hausapotheke. Die Plattform Einarztgemeinde möchte das verbessern und fordert daher die Möglichkeit zur Führung von ärztlichen Hausapotheken in allen Einarztgemeinden ohne Einschränkungen wie etwa sinnlose Kilometergrenzen.


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