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BRAUNAU. Frauenhaus Innviertel und Frauenübergangswohnung Braunau werden oftmals verwechselt. Um Irrtümer aufzuklären, stellen sich die Leiterinnen Ursula Walli und Monika Krahwinkler den Fragen der Tips.

Tips: Für welche Klientinnen sind beide Einrichtungen zuständig?

Ursula Walli: Das Frauenhaus Innviertel bietet für Frauen und deren Kinder, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, Schutz und Hilfe. Gemeint ist körperliche, sexuelle, psychische, soziale und ökonomische Gewalt.

Monika Krahwinkler: Die Frauenübergangswohnung Braunau, eine Einrichtung der Frauenberatungsstelle Frau für Frau, ist ein Angebot für Frauen und deren Kinder, die in einer stark belasteten, krank machenden und/oder von latenter Gewalt betroffenen häuslichen Beziehungssituation leben. Die Frauenübergangswohnung ist also stark vorsorgend orientiert.

Tips: Gibt es Überschneidungen? Wenn ja, wo?

Krahwinkler: Von akuter psychischer Gewalt betroffene Frauen werden in beiden Einrichtungen aufgenommen. Auch kostenlose Beratungen bis hin zu Krisenintervention oder Unterstützung und Begleitung in individuellen Problemlagen wie bei Trennung/Scheidung, bei der Wohnungs- und Arbeitsplatzsuche, bei der Durchsetzung von finanziellen Ansprüchen wie Unterhalt, bei der Organisation und Finanzierung von Kinderbetreuung bieten beide Stellen an.

Tips: Wo unterscheiden sich die beiden Einrichtungen?

Walli: Auf Grund der finanziellen Möglichkeiten des Frauenhauses kann eine intensivere Betreuung geboten werden. Psychosoziale und juristische Prozessbegleitung, Arbeit mit Kindern durch eine Kinderpädagogin im Haus, Erreichbarkeit rund um die Uhr und erhöhte Sicherheitsvorkehrungen sind möglich. Daher werden auch von akuter körperlicher Gewalt bedrohte Frauen nicht in die Frauenübergangswohnung aufgenommen, sondern an das Frauenhaus weiter vermittelt. Die maximale Aufenthaltsdauer ist im Frauenhaus ein ganzes, in der Frauenübergangswohnung ein halbes Jahr. Das Frauenhaus Innviertel ist für Frauen des gesamten Innviertels zuständig, die Frauenübergangswohnung für Frauen des Bezirks Braunau.

Für ein gewaltfreies Frauenleben

Gleiches Ziel, sind sich beide Leiterinnen einig, ist der Aufbau eines gewaltfreien, selbstbestimmten und existenzgesicherten Frauenlebens – realisierbar durch eine gute Zusammenarbeit der beiden Einrichtungen. Am Freitag, 24. November, wird anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen ein Zeichen gesetzt und in Braunau und Mattighofen die Anti-Gewalt-Fahne gehisst.


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