Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Mit 2750 Päckchen Blumensamen kämpft der Bezirk Braunau gegen das Insektensterben

Ute Schneiderbauer, 07.05.2018 12:17

BRAUNAU/INNVIERTEL. Um die Tiervielfalt zu erhalten, setzten Jäger im Bezirk Maßnahmen, um neue Lebensräume für Bienen, Rebhühner und Feldhasen zu schaffen. Im Rahmen dieser Initiative wurden 2750 Päckchen kostenloses Saatgut verteilt.

  1 / 2   Der Bezirksjägerverband will dem Insektensterben mit kostenlosen Blumensamen entgegensteuern, um Bienen und Schmetterlingen neue Lebensräume zu bieten. Foto: Franz Reinthaler

Mit dem Verschwinden von naturbelassenen Lebensräumen, wie wenig gemähte Wiesen oder Hecken, werden verschiedene Tierarten zunehmend gefährdet. Durch eine Aktion der Braunauer Bezirksjägerschaft verteilten die Gemeinden Burgkirchen, Jeging, Mauerkirchen, Moosbach und Uttendorf kostenlose Päckchen mit Saatgut für Blumenwiesen. Um ein optimales Wachstum zu erzielen, sollen diese Mischungen, die genau auf die Bedürfnisse der Region Innviertel abgestimmt sind, bis Mitte Mai gesät werden.

Neue Lebensräume schaffen

Dadurch soll eine vielfältige Vegetation entstehen, die neue Lebensräume für verschiedene Insekten bietet. „Neben den Bienen stehen aber auch das gefährdete Niederwild wie Feldhasen und Rebhühner, insektenfressende Vögel sowie die allgemeine Biotopverbesserung im Vordergrund“, sagt Franz Reinthaler, Pressereferent des Bezirksjagdverbandes Braunau. Zu den Wiesen, Brachen und Feuchtbiotopen, die bereits von den Bezirksjägern in Braunau betreut werden, kommen heuer zusätzlich zwischen 23 und 24 Hektar Fläche zur Nutzung als Bienenweide hinzu. In Summe ergibt das eine Fläche von ungefähr 150 Hektar. „Die Aktion wurde anfangs mit 2500 Samenpäckchen gestartet, doch aufgrund der großen Nachfrage sind wir jetzt bei einer Zahl von 2750. Der Inhalt aller Päckchen würde einen sechs Kilometer langen Streifen mit einer Breite von drei Metern zum Blühen bringen“, erzählt Reinthaler.

An die Region angepasstes Saatgut für 12.000 Euro

Für die Innviertler Region, und so auch für den Braunauer Bezirk, eignet sich am besten die Saatgut-Mischung „Veitshöchheimer Bienenweide“, die von einem deutschen Unternehmen zusammengestellt wird. Durch die angepasste Artenauswahl können verschiedene heimische Blumen- und Kräuterarten wieder wachsen. Die Kosten belaufen sich auf zirka 12.000 Euro, wobei der Landesjagdverband einen Teil der Finanzierung übernahm.

Zahlreiche Tierarten vom Aussterben bedroht

Im oberösterreichischen Jagdgesetz ist klar geregelt, dass die Artenvielfalt für die Gegenwart und die Zukunft gesichert werden muss. Nicht nur Insekten, sondern auch Rebhühner, Fasane, Feldhasen und Kiebitze sind vom dichten Ausbau des Straßennetzes und dem häufigen Mähen und Düngen der landwirtschaftlichen Flächen betroffen. „Durch eine einfache Nichtbejagung unserer Niederwildarten wird sich weder der Feldhase noch der Fasan und schon gar nicht das Rebhuhn wieder in größeren Zahlen vermehren“, bringt es der Landesjägermeister-Stellvertreter Volkmar Angermeier auf den Punkt, der auch in Eferding als Bezirksjägermeister tätig ist.

„Es gilt, eine Balance zu finden zwischen dem Nutzen und dem Schutz. Wir brauchen sinnvolle und nachhaltige Kompromisse, um unsere Ackerflächen zu nutzen und dabei dennoch die Lebensräume für Rebhuhn und Co. auch zukünftig zu erhalten“, meint Angermeier und verweist darauf, dass es lange dauert, bis sich ein Ökosystem mitsamt aller Bewohner wieder nachhaltig erholt. Deshalb dürfen die Aktionen zum Schutz der heimischen Tierwelt nicht einmalig und kurzfristig sein, sondern die Maßnahmen sollten von Dauer sein.

Mit Blumensamen ein Zeichen setzen

In der Gemeinde Moosbach wurde jedes Volksschul- und Kindergartenkind mit Saatgut-Päckchen ausgestattet. Auch der Jeginger Bürgermeister Christoph Weitgasser will mit der Aktion ein Zeichen setzen und für mehr Bewusstsein sorgen. „Wegen der Lichtverschmutzung, unter anderem durch Straßenlaternen, ist es länger hell und die Insekten werden immer weniger. Laut einer Studie brauchen die Fledermäuse jetzt viel länger, um Futter zu finden, und das hat mir schon zu denken gegeben“, erzählt Weitgasser. Im Jeginger Gemeindegebiet sollen einige hundert Quadratmeter zukünftig als Blühfläche genutzt werden, um dem Problem entgegenzuwirken und die Artenvielfalt zu erhalten.

Die Bienenweiden auszuweiten ist auch Reinthalers Wunsch. Er hofft, dass die Aktion genügend Aufmerksamkeit auf das Insektensterben lenkt, sodass nicht nur Bienen, sondern auch Feldhasen, Rebhühner und Kiebitze bald wieder neue Lebensräume in den Blumenwiesen finden können.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden

Antworten
R. Appl
R. Appl
23.05.2018 14:42

Hausgärten mit MEHR-WERT

ERWACHSENE Eigenheimbesitzer/innen können lernen, das eigene GRUNDSTÜCK mit VERANTWORTUNG zu gestalten: FÜR Kinder, FÜR Nachbarn, FÜR sich selbst, FÜR Bienen, FÜR Käfer, FÜR Heuschrecken und Spinnen, FÜR Vögel, ... FÜR VIELFALT - GEGEN EINFALT und VersTEPPung! Unser Großhirn ermöglicht MEHR als "Be-Folgen", was die Büttel des "Goldenen Kalbs" mit Macht + Tücke aus dem Fernsehgerät quellen lassen! - EIGENDENKEN!!! Wer hat den MUT, die "traditionellen" Karawanenwege in den nahen Abgrund zu verlassen, den "treuen, verlässlichen" Kamelen zu WIDERSPRECHEN und der NATUR ihr RECHT zurück zu geben?