Gemeinsam gegen Diskriminierung: „Bewusstsein zu schärfen ist eine Lebensaufgabe“

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Theresa Senzenberger Theresa Senzenberger, Tips Redaktion, 01.07.2020 11:00 Uhr

BRAUNAU. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd durch Polizeigewalt führte zu einem weltweiten Aufschrei und Protesten. Wie sich zeigt, ist der Gesprächsbedarf zum Thema Diskriminierung groß. Tips sprach mit Lizeth Außerhuber-Camposeco, der Integrationsbeauftragten von Braunau.

Tips: Was sagen Sie zum Thema Diskriminierung? Gibt es auch in Braunau hier Nachholbedarf?

Lizeth Außerhuber-Camposeco: Diskriminierung ist ein sehr komplexes Thema. Grundsätzlich kann man von Diskriminierung sprechen, wenn Personen oder Gruppen ungleich behandelt und benachteiligt werden. Dabei kann Diskriminierung auf verschiedensten Ebenen stattfinden. Es gibt etwa eine soziale oder sexuelle Diskriminierung, Diskriminierung kann aufgrund von Zugehörigkeit oder Geschlecht stattfinden. Diskriminierung am Arbeitsplatz beispielsweise ist ein großes Thema. Es wird das herausgestrichen, was die Menschen trennt.

Nachholbedarf gibt es überall. Denn es passiert sehr viel unbewusst. Wir müssen hier wirklich unser Bewusstsein schärfen. Das ist aber eine Lebensaufgabe. In Braunau versuchen wir schon seit einigen Jahren, Projekte zusammenzustellen, um Menschen zusammenzubringen und etwa eine gute Integration zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass die Menschen zusammenkommen und sich kennenlernen. Als Integrationsbeauftragte ist es mein Ziel, dass das Zusammenleben besser gelingt.

Tips: Welche Projekte gibt es derzeit in Braunau?

Außerhuber-Camposeco: Ganz zentral in Braunau ist das Begegnungszentrum. Es gibt hier verschiedenste Angebote, wie etwa Workshops zum Thema Vielfalt, einen Frauentreff oder das Weltcafé. Das Weltcafé beispielsweise findet einmal im Monat statt und startet nach der Corona-Pause wieder im Juli im Motorikpark. Hier können sich Leute treffen, um etwas gemeinsam zu unternehmen. Es wird gespielt, geplaudert und Kaffee getrunken. Die Begegnung und das Kennenlernen stehen im Mittelpunkt.

Da man auch aufgrund von Sprache diskriminiert werden kann, gibt es das Projekt „Mama lernt Deutsch“. Alles, was hilft, damit sich die Menschen besser verstehen, ist für ein gutes Zusammenleben förderlich. Für Kinder und Jugendliche gibt es außerdem die Kunstwerkstatt Sonnen.atelier, für Kindergartenkinder das Bildungsprogramm „Rucksackprojekt“. Das sind alles Projekte der Stadt, um Begegnung zu fördern.

Tips: Über welche Erfahrungen in Braunau berichten die Menschen, wenn sie mit Ihnen sprechen?

Außerhuber-Camposeco: Es gibt ganz unterschiedliche Erfahrungen. Einige haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Es gibt aber leider auch welche, bei denen das Gegenteil der Fall war.

Tips: Welche positiven Beispiele gibt es?

Außerhuber-Camposeco: In den Braunauer Stadtnachrichten gibt es die Serie „Meine neue Heimat“. Hier wird über Menschen berichtet, die nach Braunau kommen und hier kann man viele positive Beispiele von gelungener Integration sehen. Generell ist es in der Integrationsarbeit sehr positiv, dass so viele Leute mithelfen.

Tips: Was kann man selbst gegen Diskriminierung machen?

Außerhuber-Camposeco: Zum einen ist es wichtig, sich selbst zu hinterfragen. Ich würde mir außerdem wünschen, dass wir bereit sind, aufeinander zuzugehen, dass wir versuchen, andere Menschen zu verstehen und dass wir gegen ungerechte Behandlung auftreten. Wenn man den anderen kennenlernt, sieht man: Alle Menschen sind verschieden, Stereotype gibt es nicht.

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