Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Einsatz für den fairen Handel: Eine Welt-Aktivistin verabschiedet sich in die Pension

Theresa Senzenberger, 12.10.2022 14:10

BRAUNAU. 31 Jahre lang leitete Roswitha Lobe den Weltladen Braunau und engagierte sich zusätzlich bei vielen weiteren Projekten. Nun ging sie in die Pension.

 (Foto: Manfred Wimmer mawi@aon.at)
  1 / 3   (Foto: Manfred Wimmer mawi@aon.at)

31 Jahre Leiterin des Weltladens, 25 Jahre Regionalkoordinatorin der Weltläden für OÖ, zehn Jahre Koordinatorin bei der EZA-Woche in OÖ und acht Produzentenreisen – so lauten die Eckpunkte von Lobes beruflichem Einsatz. Im Mittelpunkt stand für sie dabei immer der faire Handel.

Ihr Berufsleben begann für Lobe im Altenheim Braunau. Nach einer Ausbildung zur Altenpflegerin knüpfte sie enge Kontakte zur Initiative Dritte Welt, bei der sich entwicklungspolitisch engagierte Braunauer zusammengefunden hatten und die heute als Initiative Eine Welt bekannt ist.

Liebe zu Lateinamerika

Sie nahm an einem Entwicklungshilfeeinsatz in Nicaragua teil und entdeckte ihre große Liebe zu Lateinamerika. „Gleichzeitig habe ich aber auch die Ausbeutung gesehen, die der globale Handel mit sich brachte“, erzählt Lobe. So wurde ihr die Vorstellung von fairem Handel ein wichtiges und bleibendes Anliegen. Sie engagierte sich im Weltladen und übernahm 1991 die Leitung.

Die Arbeit im Weltladen war sowohl vielfältig, herausfordernd als auch intensiv. Lobe war unter anderem für die Produktauswahl, Koordination der Mitarbeiter, Werbung und Zusammenarbeit mit dem Trägerverein Initiative Eine Welt zuständig. Zusätzlich dazu gab es viele Märkte in Pfarren und anderen Institutionen zu beschicken und auf die Wichtigkeit des Fairen Handels hinzuweisen. Als Regionalkoordinatorin der Weltläden in Oberösterreich arbeitete Lobe auch für den Ausbau der Weltläden.

Reisen zu Produzenten

„Eine besondere Freude war für mich die Reisen zu unseren Produzenten“, berichtet die Leiterin. Hier sah sie sich die Lebens- und Produktionsbedingungen an und konnte viele Kontakte und Freundschaften knüpfen.

Woche des fairen Handels

Seit elf Jahren engagiert sie sich auch bei der Koordination der „Woche des fairen Handels“. Diese Woche der Entwicklungszusammenarbeit, die vom ehemaligen Landeshauptmann Josef Pühringer ins Leben gerufen worden war, wird Anfang November durchgeführt. Hierbei werden in Bezirkshauptmannschaften, Schulen, Krankenhäusern und Pfarren Verkaufsstände aufgebaut und es wird mit Vorträgen die Idee des Fairen Handels bekannt gemacht.

Herausfordernd, aber bereichernd

Zwar war die Corona-Pandemie auch für die Weltläden eine schwierige Zeit. „Ich bin mir aber sicher, dass mehr Menschen als früher wahrnehmen, dass wir nur gemeinsam überleben können und dass ein Fairer Handel eine wichtige und wesentliche Errungenschaft ist“, so die langjährige Aktivistin. „Dass das nur mit großer Anstrengung zu bewerkstelligen ist und nicht von selbst geht, das habe ich in meiner Tätigkeit natürlich auch gesehen. Ich denke aber, dass ich ein sehr bereicherndes und schönes Berufsleben gehabt habe, das von vielen Begegnungen und positiven Erfahrungen geprägt war. Ich freue mich sehr, dass ich mit so vielen Menschen gemeinsam arbeiten durfte.“

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden