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Eggelsberger Künstlerin: "Die großen Geheimnisse der Natur liegen oft im Verborgenen"

Leserartikel Michelle Baumann, 06.10.2023 12:22

EGGELSBERG. Heidi Zenz aus Eggelsberg beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit Prozesskunst und arbeitet ausschließlich mit Naturmaterialien. Für das neu eröffnete Gemeindeamt in Eggelsberg entwarf sie die Installation „Erdgeschichten“, welche nun den Flur des Gemeindeamtes schmückt. Wie es dazu kam, erzählt sie der Tips.

  1 / 9   Die gebürtige Ostermiethingerin Heidi Zenz gestaltete für das neue Gemeindeamt in Eggelsberg eine Installation mit 28 Behältern, welche die Erden der 28 Eggelsberger Ortschaften zeigen. (Foto: privat)

Tips: Wie entstand das Projekt „Erdgeschichten“?

Heidi Zenz: Die Gemeinde Eggelsberg hat das Projekt „Kunst am Bau“ ausgeschrieben und es hat mich sehr gefreut, dass uns Künstlern damit die Gelegenheit geboten wurde, uns beim Gemeindebau zu beteiligen und zu präsentieren. Die Idee für das Erdprojekt hatte ich allerdings schon länger, nur fehlte oftmals die Zeit dafür. Mir ist beim Spazieren vorbei an Baustellen, Schottergruben, einem umgefallenen Baum immer wieder aufgefallen, wie bunt die Erde von Eggelsberg ist. Also habe ich von den 28 Ortschaften in Eggelsberg die Erde unter der Humusschicht gesammelt, gereinigt, zerstampft, mehrmals gesiebt, gemörsert und eine faszinierende Farbenvielfalt enthüllt, welche vorwiegend auf den Salzachgletscher zurückzuführen ist. In dieser Zeit hab ich viel über den Bezug der Eggelsberger zu ihrem Erdreich erfahren dürfen und das Gemeindegebiet aus einem ganz außergewöhnlichen Blickwinkel erlebt. Nach acht Monaten intensiver Arbeit können nun die verschiedenen Erden der 28 Ortschaften auf einer zwei Meter langen und einen Meter breiten Installation mit 28 Behältern im Flur des Gemeindeamtes betrachtet werden.

Tips:Woher kam die Leidenschaft für die Kunst?

Zenz: Ich habe mich immer schon gerne mit der Natur auseinandergesetzt, Materialien gesammelt und durch viel Experimentieren und Beobachten ist meine Kunst entstanden. Ich nenne meine Kunst Prozesskunst, da das Sammeln und Aufbereiten der Materialien bis hin zum fertigen Bild oder Installation ein langer Prozess ist. Fazit ist, die großen Geheimnisse der Natur liegen oft im Verborgenen. Man geht oft einfach daran vorbei.

Tips:Was ist Ihr Lieblingskunstwerk?

Zenz: Immer das, an dem ich gerade arbeite. Während des Arbeitens an einem Projekt drehen sich alle meine Gedanken nur um dieses eine, in das ich auch meine ganze Energie stecke.

Tips:Arbeiten Sie aktuell an einem Projekt?

Zenz: Ich arbeite immer an mehreren Langzeitprojekten gleichzeitig. Es gibt Kunstkonzepte, die dauern oft mehrere Jahre. Derzeit widme ich mich weiterhin den Erdgeschichten, sobald diese vollständig abgeschlossen sind, überlege ich mir, an welchen Werken ich danach weiterarbeite.

Tips:Wo und wann kann man Ihre Kunstwerke besichtigen?

Zenz: In meiner Atelier-Galerie in Eggelsberg, wo ich arbeite und ausstelle. Die Öffnungszeiten variieren nach Vereinbarungen. Die nächsten offenen Atelier-Tage sind am Samstag, 21. und Sonntag, 22. Oktober von 14 bis 18 Uhr. An diesen beiden Tagen wird die Entstehung der „Erdgeschichten“ nochmals fotografisch und geologisch präsentiert.

Atelier-Galerie Heidi Zenz

Bergstetten 7, 5142 Eggelsberg


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