Deutschkenntnisse sind bei der Jobsuche das A und O
BRAUNAU. Das Innenministerium präsentierte eine Liste mit 32 gemeinnützigen Beschäftigungsmöglichkeiten, die Asylwerber künftig verrichten sollen dürfen. Darunter finden sich auch Tätigkeiten im Sozialbereich, was beim Braunauer Sozialhilfeverband gut ankommt.

Um mehr Rechtssicherheit für die Gemeinden zu schaffen, präsentierte Innenminister Wolfgang Sobotka kürzlich eine Liste mit Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylwerber. Insgesamt 32 gemeinnützige Tätigkeiten sind darauf zu finden - in erster Linie Hilfsarbeiten und Unterstützungstätigkeiten etwa in Kultur- und Freizeiteinrichtungen oder bei der Landschaftspflege. Auch die Mitarbeit in Pflegeheimen soll dann möglich sein. Geschirr abräumen, den Hausmeistern helfen oder die Blumen der Senioren gießen wäre dann für Asylwerber gesetzlich erlaubt. Bezirkshauptmann und Obmann des Braunauer Sozialhilfeverbands Georg Wojak begrüßt die Sobotka-Liste: „Wenn unsere Bürger Asylwerber bei der Arbeit sehen, wenn sie sehen, dass sie für gemeinnützige Arbeiten eingesetzt werden, können viele Vorurteile abgebaut und der Boden für ein konstruktives Miteinander geschaffen werden.“
Integration in den Arbeitsmarkt
Auch der stellvertretende Leiter des AMS Braunau, Stefan Seilinger, sieht diese Entwicklung durchaus positiv, auch wenn Asylwerber bis zum positiven Bescheid keine Kunden des AMS sind. „Das bringt auf jeden Fall Vorteile. Alles ist besser als untätig zu sein und viele Asylwerber wollen wirklich gerne etwas machen“, erklärt Seilinger, der dadurch eine Möglichkeit für einen leichteren Einstieg in den Arbeitsmarkt für Flüchtlinge sieht. Denn Flüchtlinge, die nach ihrem zweijährigen Asylverfahren zum AMS kommen, seien schon fast als langzeitarbeitslos zu betrachten, erklärt er. Viele der Flüchtlinge nehmen dann ungeachtet ihrer Vorbildung Hilfsarbeiterjobs an, um schnell Geld zu verdienen. Doch diese sind gefragt - rund zwei Drittel aller AMS-Kunden drängen in diesen Bereich, in dem maximal ein Pflichtschulabschluss gefragt ist - und vor allem nur eine kurzfristige Lösung, betont Seilinger. Vielmehr sei es sinnvoller, Flüchtlinge langfristig gesehen in sogenannten Mangelberufen wie in der Gastronomie oder Landwirtschaft unterzubringen - vor allem auch, um einen Verdrängungswettbewerb zu vermeiden.
Deutschkurse wichtig
Insgesamt 53 Flüchtlinge sind derzeit beim AMS arbeitslos gemeldet. Gemeinsam mit der Volkshilfe wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das Flüchtlinge bei der Integration in den Arbeitsmarkt umfassend unterstützt. Seilinger weiß aber auch: „Deutschkenntnisse sind dabei das A und O.“ Er ist froh darüber, dass sich das Angebot an Deutschkursen deutlich verbessert hat, denn unter dem Deutsch Niveau A2 könne man auch in einem Hilfsarbeiterjob nicht bestehen.


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