Diskussion um Bewerbung von Braunau als Weltkulturerbe
BRAUNAU. Braunau wurde eingeladen, sich gemeinsam mit weiteren fünf Städten um die Auszeichnung Weltkulturerbe zu bewerben. Dass Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP) diese Chance nicht wahrnahm, kritisieren die Grünen Braunau.

Sie sehen diese Bewerbung als Chance für die Stadt. So ziehe eine Stadt, deren kulturelle Schätze als internationales Renommee bestätigt sind, verstärkt Tourismus an. Zusätzlich werde die Bewusstseinsbildung und Wertschätzung für das vorhandene Kulturgut unterstützt.
Zusammenschluss stärken
Die Entscheidung, sich mit anderen Städten gemeinsam an diesem Projekt zu beteiligen, hätte den Zusammenschluss der Region gestärkt. Die Verantwortung einer Region als Weltkulturerbe würde Entwicklungskonzepte hinsichtlich Kultur und Tourismus mit sich bringen. Die anderen Parteien müssten daher in eine so weitreichende Entscheidung miteinbezogen werden, fordern die Grünen.
Es bleibe zwar immer zu prüfen, ob die Auflagen mit dem Entwicklungskonzept für Braunau zu vereinbaren sind. „Allerdings ergibt sich durch den Aufnahmeprozess die Möglichkeit, sich erneut intensiv mit der Weiterentwicklung unserer Stadt auseinanderzusetzen und die Ziele des Agenda21 Prozesses mit neuem Schwung weiter zu verfolgen“, sagt Elke Gapp von den Grünen.
Weitreichende Auswirkungen
Bürgermeister Waidbacher erklärt, dass die Stadt Braunau nur vorerst nicht an der Bewerbung teilnimmt. 2010/2011 hätten sich sechs Städte zur Aufnahme in die Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe beworben, wobei die Stadt Braunau hier nicht eingebunden war. Die erneute Bewerbung 2020 erfolgte auf dieser Grundlage.
„Eine Aufnahme in die Liste des Welterbes der UNESCO hat weitreichende Auswirkungen auf die unterschiedlichen Lebensbereiche einer Stadt. Die Aufnahme in die Welterbeliste ist keine einmalige Auszeichnung, sondern eine fortwährende Verpflichtung“, so Waidbacher.
Breiter Konsens erforderlich
Die Entscheidung brauche einen breiten Konsens, eine offene Partizipation und weitgehende Akzeptanz. Es wären etwa die Folgewirkungen für die Stadt und ihre Bewohner zu diskutieren. Alle betroffenen Gruppen müssten miteinbezogen werden. Dies war in der kurzen Zeit bis zur Nennfrist am 1. September 2020 nicht angemessen umsetzbar.
„Von der Bewerbung bis zur Anerkennung und von dieser Anerkennung bis zu einer erfolgreichen Umsetzung ist es ein langer Weg. Umso wichtiger ist es, vor dem ersten Schritt abzuklären, wohin die Reise gehen soll, und auszuverhandeln, dass alle betroffenen Gruppen mitziehen und diesen Weg gemeinsam gehen wollen“, betont Waidbacher.
Altstadtpflege und Denkmalschutz hätten in der Stadt aber einen großen Stellenwert. „Braunau betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich den aktiven Schutz und die sanfte Weiterentwicklung seines historischen Kulturerbes in der Altstadt. In vielen Zukunftsfragen setzen wir dabei auf die Zusammenarbeit in der Region, auch grenzübergreifend.“


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