Diskussion um Bewerbung von Braunau als Weltkulturerbe

Hits: 629
Theresa Senzenberger Theresa Senzenberger, Tips Redaktion, 18.01.2021 16:51 Uhr

BRAUNAU. Braunau wurde eingeladen, sich gemeinsam mit weiteren fünf Städten um die Auszeichnung Weltkulturerbe zu bewerben. Dass Bürgermeister Johannes Waidbacher (ÖVP) diese Chance nicht wahrnahm, kritisieren die Grünen Braunau.

Sie sehen diese Bewerbung als Chance für die Stadt. So ziehe eine Stadt, deren kulturelle Schätze als internationales Renommee bestätigt sind, verstärkt Tourismus an. Zusätzlich werde die Bewusstseinsbildung und Wertschätzung für das vorhandene Kulturgut unterstützt.

Zusammenschluss stärken

Die Entscheidung, sich mit anderen Städten gemeinsam an diesem Projekt zu beteiligen, hätte den Zusammenschluss der Region gestärkt. Die Verantwortung einer Region als Weltkulturerbe würde Entwicklungskonzepte hinsichtlich Kultur und Tourismus mit sich bringen. Die anderen Parteien müssten daher in eine so weitreichende Entscheidung miteinbezogen werden, fordern die Grünen.

Es bleibe zwar immer zu prüfen, ob die Auflagen mit dem Entwicklungskonzept für Braunau zu vereinbaren sind. „Allerdings ergibt sich durch den Aufnahmeprozess die Möglichkeit, sich erneut intensiv mit der Weiterentwicklung unserer Stadt auseinanderzusetzen und die Ziele des Agenda21 Prozesses mit neuem Schwung weiter zu verfolgen“, sagt Elke Gapp von den Grünen.

Weitreichende Auswirkungen

Bürgermeister Waidbacher erklärt, dass die Stadt Braunau nur vorerst nicht an der Bewerbung teilnimmt. 2010/2011 hätten sich sechs Städte zur Aufnahme in die Vorschlagsliste für das UNESCO-Weltkulturerbe beworben, wobei die Stadt Braunau hier nicht eingebunden war. Die erneute Bewerbung 2020 erfolgte auf dieser Grundlage.

„Eine Aufnahme in die Liste des Welterbes der UNESCO hat weitreichende Auswirkungen auf die unterschiedlichen Lebensbereiche einer Stadt. Die Aufnahme in die Welterbeliste ist keine einmalige Auszeichnung, sondern eine fortwährende Verpflichtung“, so Waidbacher.

Breiter Konsens erforderlich

Die Entscheidung brauche einen breiten Konsens, eine offene Partizipation und weitgehende Akzeptanz. Es wären etwa die Folgewirkungen für die Stadt und ihre Bewohner zu diskutieren. Alle betroffenen Gruppen müssten miteinbezogen werden. Dies war in der kurzen Zeit bis zur Nennfrist am 1. September 2020 nicht angemessen umsetzbar.

„Von der Bewerbung bis zur Anerkennung und von dieser Anerkennung bis zu einer erfolgreichen Umsetzung ist es ein langer Weg. Umso wichtiger ist es, vor dem ersten Schritt abzuklären, wohin die Reise gehen soll, und auszuverhandeln, dass alle betroffenen Gruppen mitziehen und diesen Weg gemeinsam gehen wollen“, betont Waidbacher.

Altstadtpflege und Denkmalschutz hätten in der Stadt aber einen großen Stellenwert. „Braunau betreibt seit Jahrzehnten erfolgreich den aktiven Schutz und die sanfte Weiterentwicklung seines historischen Kulturerbes in der Altstadt. In vielen Zukunftsfragen setzen wir dabei auf die Zusammenarbeit in der Region, auch grenzübergreifend.“

 

Artikel weiterempfehlen:

Kommentare

  1. Andreas Maislinger
    Andreas Maislinger18.01.2021 23:13 Uhr

    Haus der Verantwortung in Braunau am Inn - Könnte Sie das Projekt Haus der Verantwortung in Braunau am Inn interessieren? Die Idee ist bereits im Februar 2000 im Rahmen der Initiative "Braunau setzt ein Zeichen" entstanden. Diese wurde von allen Braunauer Gemeinderatsfraktionen, Bürgermeistermeister Gerhard Skiba und dem Obmann des Vereins für Zeitgeschichte Hofrat Florian Kotanko unterstützt. www.facebook.com/houseofresponsibilitybraunau

Kommentar verfassen



Pensionistin aus Feuer gerettet

MATTIGHOFEN. Eine 72-Jährige wurde am Donnerstagabend, 25. Februar, von Polizisten und der Feuerwehr aus ihrer brennenden Wohnung in Mattighofen gerettet.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache

ASPACH. Der Februar ist nicht nur der Monat der Liebe, sondern wird auch genutzt, um auf das Thema Herzgesundheit aufmerksam zu machen. Das ist auch wichtig, denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach ...

„Wir freuen uns, dass die Schulen wieder offen sind“

BEZIRK BRAUNAU. Die Selbsttests an den Schulen sind gut angelaufen und die Freude über den Präsenzunterricht ist groß, berichtet das Schulaufsichtsteam der Bildungsregion Innviertel, die ...

Bei Bauarbeiten abgestürzt

BEZIRK BRAUNAU. Ein 45-Jähriger aus dem Bezirk Braunau stürzte am Mittwochmorgen, 24. Februar, bei Bauarbeiten fünf Meter in die Tiefe.

Initiative Eine Welt unterstützte bereits mit fünf Millionen Euro

BRAUNAU. Nach einer Überweisung von 45.000 Euro für einen Projektstart zur Verbesserung der Infrastruktur einer Blindenschule in Uganda hat die Initiative Eine Welt (IEW) seit ihrer Gründung ...

Neue Dauer-Teststraße in Altheim

ALTHEIM. Die Stadtgemeinde Altheim bietet ab dem Donnerstag, 25. Februar, eine dauerhafte, neue Corona-Teststraße in der Rudolf-Wimmer-Halle an. Getestet wird täglich von 8 bis 17 Uhr.

Trio nach Mopeddiebstählen in Braunau überführt

BRAUNAU. Nach umfangreichen Ermittlungen konnte einem jungen Trio der Diebstahl von insgesamt fünf Mopeds in Braunau nachgewiesen werden. Die Täter zeigen sich geständig.

HTL-Absolventen sind gefragt

BRAUNAU. Obwohl die Corona-Krise viele Branchen hart getroffen hat, gibt es auf der Online-Jobbörse der HTL-Braunau viele Unternehmen, die Mitarbeiter suchen. Seit Schuljahresbeginn kamen über ...