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ENGELHARTSZELL. Der Tips-Artikel „Rasende Biker sorgen zunehmend für Unmut in der Bevölkerung“ (KW 17/2017) schlug nach Veröffentlichung große Wellen. Neben Kommentaren auf Facebook und der Tips-Homepage erhielt die Redaktion auch zwei Leserbriefe sowie Anrufe von Lesern zum Thema. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Erst letztes Wochenende wurden Verkehrskontrollen durchgeführt.

Die ersten Strafen für zu laute Motoren wurden bereits verhängt.
Die ersten Strafen für zu laute Motoren wurden bereits verhängt.

„Je wärmer es wird, desto mehr nehmen auch die Ausflüge der Motorradfahrer zu. Um gefährliche Unfälle zu vermeiden erhöhen wir die Kontrolltätigkeit zu Beginn der Motorradsaison. Hier werden neben Geschwindigkeitsüberwachungen vor allem auch die teils enormen Lautstärkenüberschreitungen kontrolliert und gegebenenfalls geahndet“, stellt Landesrat für Infrastruktur Günther Steinkellner fest.

Kontrollen in Engelhartszell

Bereits am vergangenen Wochenende fanden auf der B130 nahe Engelhartszell Kontrollen statt. Bei 20 „verdächtig lauten“ Bikes wurden die technischen Lärmkontrollen durchgeführt. Hiervon waren zwölf zu beanstanden. Neben acht sofort zu zahlenden Strafen wurden bei vier Motorrädern, aus Gründen zu gravierender Lärmüberschreitung, an Ort und Stelle die Kennzeichen abgenommen und Anzeige bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft erstattet. Eine Weiterfahrt war somit nicht mehr möglich. Die Polizei soll bei der Anschaffung eines weiteren Lärmmessgeräts unterstützt werden. Da diese Messungen mit einem hohen technischen Aufwand verbunden sind, ist eine entsprechende Schulung der Beamten ebenfalls von Bedeutung.

Schutz lärmgeplagter Anrainer

„Die Verkehrssicherheit sowie der Schutz lärmgeplagter Anrainer ist uns ein wichtiges Anliegen“, so Steinkellner. „Ein Appell, die Fahrweise in bewohnten Gebieten lärmbedingt anzupassen, darf nicht nur an die Motorradfahrer ergehen. Ebenso sind auch die Händler gefordert, bei der Nachrüstung auf geprüfte Systeme zu achten und lediglich zugelassene Bauteile in den Verkehr zu bringen“, unterstreicht Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner abschließend.

Leserbriefe:

Lärmproblem mit Bikern

„Die an Schönwetterwochenenden auftretende Lärmbelastung durch rücksichtslose Biker ist auch für uns in Pyrawang an der B130 ein großes Problem. Von April bis Oktober macht es an schönen Wochenenden keinen Spaß, die Terasse oder den eigenen Garten zu genießen. Zu groß ist der Lärmpegel. Meine Vorsprachen bei der damaligen Bürgermeisterin Wirth (2014), Nationalrat August Wöginger und Bürgermeisterkandidat Rudolf Haas (2015 vor den Wahlen) und wiederum bei Bürgermeister Haas (2016) haben außer deren Verständnisbekundung gar nichts verändert. Was wir an der B130 brauchen, ist eine Geschwindigkeitsbegrenzung, um den Lärm zu reduzieren. Dass für die Verhängung einer Geschwindigkeitsbegrenzung eine Unfallhäufigkeit Voraussetzung ist, ist nicht nur verantwortungslos den Opfern gegenüber, sie ist auch nicht richtig. Auf der Strecke von Pfarrwerfen nach Werfenweng z.B. besteht ein 70 km/h Limit mit der Zusatztafel Lärmschutz, also für die Anwohner und die Touristen. Und noch was: Moralisch betrachtet ist das Anrecht der Anwohner auf erholsame „ruhige“ Freizeit höher zu bewerten als das Recht der Biker auf ihren Kick durch Lautstärke und Raserei. Es wäre interessant, wie so eine Abwägung „Recht auf Ruhe und Erholung“ gegen „Recht auf Lärm und Raserei“ vor Gericht entschieden werden würde.Wir wünschen uns, dass das Thema Lärmbelastung von Lokalpolitikern und lokalen Medien wie Tips verstärkt beachtet und dementsprechend gehandelt wird – im Sinne der Anrainer aber auch der Radtouristen.“ von Leopold Markus und Christine Huber aus Pyrawang

Motorradlärm

„Mit dem Zeitungsartikel in der Tips über Motorradlärm in Engelhartszell, sprechen Sie auch Anrainer der B130 Nibelungen Bundesstrasse im Bereich Wesenufer, sowie der Wesen Bezirksstrasse L1176 Richtung Waldkirchen/Wesen aus dem Herzen. Seit 2013 ist die Problematik weitgehendst amtsbekannt, von Bürgermeister Herbert Strasser über Bezirkshauptmann Greiner bis zum Landeshauptmann wurden alle ersucht einzuschreiten, aber bis dato ohne konkretes Ergebnis. Schade um die kostenintensiven Investitionen beim Radwegausbau im Donautal, hier darf die Motorradlobby eine ganze Region zudröhnen.“ von Alois Roiter aus Wesenufer


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Gastuser
Gastuser
08.05.2017 14:44

Messungen

Mir als Motorradfahrer ist es absolut unverständlich, warum dort gemessen wird. Muss ich jetzt an meinen Motorrädern, die entweder einen original Auspuff besitzen oder einen zugelassen Nachrüstauspuff haben, regelmäßig eigene Lärmmessungen vornehmen, um sicherzu gehen, dass sie den Anforderungen der im Text beschriebenen polizeilichen Messungen genügen? Die TÜV-Plakette, die mir bescheinigt, einen zugelassenen Auspuff zu fahren scheint nach ihrem Artikel nicht ausreichend vor Strafe zu schützen. Wird das gleiche von Auto- und Lastkraftfahrern auch verlangt? Handelt es sich bei den überprüften lauten Motorrädern um welche, an denen nicht zugelassene Zubehörauspuffanlagen angebracht waren? Dann hätte sich die Polizei die Messung sparen können, die sind nämlich illegal und ohne Zulassung.