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ENZENKRICHEN. Während in vielen Gemeinden ein Neujahrsblasen auf dem Programm steht, ticken die Uhren in Enzenkirchen anders: Hier führte der hiesige Musikverein vor 50 Jahren – als erster Verein des Bezirkes Schärding – das Weihnachtsblasen ein. Dieses findet immer am letzten Adventsonntag statt.

Drei Urgesteine des Musikvereins Enzenkirchen: Hans Oberauer, Otto Voglmayr und Franz Killingseder (v.l.) (Foto: MV Enzenkirchen)

Entstanden ist das Weihnachtsblasen aus einem ganz einfachen Grund. „Im Gegensatz zum Neujahrsblasen, wo für einen Marsch viele Musiker pro Gruppe nötig sind, reichen bereits wenige Musiker, um Weihnachtslieder zu spielen. Deswegen haben wir uns für das Weihnachtsblasen entschieden. Somit konnten wir mehrere Gruppen bilden und dementsprechend mehr Geld für unseren Musikverein lukrieren“, berichtet der damalige Kapellmeister und Initiator Otto Voglmayr. Unter dessen „Regentschaft“ es 15 Enzenkirchener Musiker zur Militärmusik schafften. Ebenfalls von Beginn an mit dabei sind die beiden Musiker Hans Oberauer und Franz Killingseder. „Weihnachten ohne Weihnachtsblasen kann ich mir nicht vorstellen“, so Franz Killingseder. Zeiten ändern sichÜber all die Jahre haben die drei Musiker auch viele Veränderungen miterlebt. „Früher mussten wir teilweise Kilometer weit im Schnee gehen, um die abgelegensten Häuser zu erreichen. Mit diesen Problemen müssen wir uns heutzutage nicht mehr herumplagen“, so Hans Oberauer. Und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Auch wurde früher viel mehr Alkohol getrunken. Die heutige Jugend kann da nicht mehr ganz mithalten.“


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