Esternberger löst physische Blockaden der Slalomstars
ESTERNBERG. Johann Koller aus Esternberg ist seit Juli 2015 auf den Bergen der Welt unterwegs. Er arbeitet beim ÖSV als Physiotherapeut für das Herren-Slalom-Team.

Eigentlich betreibt der Esternberger in seiner Heimatgemeinde als Physiotherapeut eine Gemeinschaftspraxis. Neben dieser Tätigkeit war er aber auch schon Physiotherapeut der Judo- und Eishockey-Nationalmannschaft. „Über die Eishockeymannschaft entstand der Kontakt zum ÖSV“, sagt Koller. Und im Juli 2015 war es dann so weit: Der ÖSV engagierte den Esternberger als Physiotherapeuten für das Herren-Slalom-Team. Seine sieben Schützlinge sind Marco „Blacky“ Schwarz, Marc Digruber, Manuel Feller, Christian Hirschbühl, Wolfgang Hörl, Michael Matt und Reinfried Herbst.
Gestartet wurde im Juli mit dem Training in der Schweiz. Im August wurde für vier Wochen in Neuseeland trainiert, um dann im September und Oktober das Training auf die heimischen Gletscher zu verlegen. Im November ging es nach Norwegen und Finnland. Die eigentliche Weltcupsaison begann im Dezember und dauert bis Ende April an. Nach der Rennsaison ist aber nicht Schluss: Im Mai und Juni wird ein straffes Kondiprogramm in den Olympiastützpunkten mit Betreuung durch Physiotherapeuten und Konditionstrainern durchgezogen. Um dann im Juli wieder mit dem Training auf der Piste zu beginnen.
Eine große Familie, die zusammenhält
Von Anfang an fühlte sich Johann Koller gut aufgenommen. „Die Zusammenarbeit ist sehr harmonisch, wir sind wie eine große Familie“, ist Koller von der Stimmung und dem Zusammenhalt im Team begeistert. Gestartet wird täglich um 6 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück. Bereits um 7 Uhr geht es für das Betreuerteam auf die Piste, um diese optimal für die Athleten vorzubereiten. „Heuer mussten wir oft wassern, das heißt, dass die Piste mit Wasser und Salz bearbeitet wird“, so Koller, der neben den Therapien auch für eine optimale Trainingspiste zuständig ist. Das Training selbst startet um 8.30 Uhr und dauert bis etwa Mittag. Danach wird gemeinsam gegessen, gefolgt von einer Ruhephase. Am Nachmittag steht Konditionstraining auf dem Programm. Dann erfolgt die eigentliche Physiotherapie. Der Arbeitstag von Koller endet erst, wenn alle Athleten schmerzfrei sind.
Knistern am Renntag
An einem Renntag steigen Spannung und Emotionen beim gesamten Team. „Da ist ein Knistern zu spüren“, erzählt Koller. Die Betreuer sind immer in der Nähe der Athleten, auch bei der Besichtigung. „Es ist beeindruckend, wie schnell sich die Rennläufer den Streckenverlauf einprägen und innerhalb von 30 Minuten jedes einzelne Tor und jede Bodenwelle wissen“, so Koller. Der Esternberger ist während des Rennens am Start mit dabei. Er ist für den Kursreport per Funk zuständig und versucht noch letzte Verspannungen und Blockaden zu lösen. Im Starthaus gibt er den Slalomstars noch den letzten Kick und schreit sie förmlich auf die Piste hinaus. Höhepunkt der Saison war für den Esternberger, als Marco „Blacky“ Schwarz in Madonna di Campiglio seinen ersten Podestplatz holte. „Das war ein sehr emotionaler Moment und eine riesige Freude. Wenn ich daran denke, bekomme ich sogar jetzt noch eine Gänsehaut“, erzählt Koller. Zur weiteren Arbeit des Physiotherapeuten gehört aber auch die Videoanalyse von Trainings- und Rennläufen, um eine Optimierung jedes Einzelnen zu erzielen.
In nächster Saison dabei
Auch in der Rennsaison 2016/2017 ist Hans Koller wieder als Physiotherapeut der ÖSV-Stars mit dabei: „Ziel ist einerseits die WM in St. Moritz 2017 und dann vielleicht auch noch bei Olympia 2018 in Südkorea mit dabei zu sein.“


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