"Sorgenvolle" Kulturvermerke
GMUNDEN. Unter dem Motto „Angst.Furcht.Sorge - die Politik der gemischten Gefühle“ stehen noch bis Sonntag Abend die “Oberösterreichischen Kulturvermerke“ im Stadttheater Gmunden. Den Eröffnungsvortrag hielt Osteuropa-Experte Paul Lendvai.

Wie eine „Politik der gemischten Gefühle“ in der Praxis funktioniert, legte Lendvai am Beispiel Ungarns unter Viktor Orbán dar. Hier sei „eine liberale Demokratie in kurzer Zeit in ein halbdemokratisches System umgewandelt“ worden. Dies könne auch als Mahnung an die funktionierenden Demokratien Europas - wie Österreich - gesehen werden, so Lendvai. Gefährlich sei vor allem eine Entwicklung, den politischen Gegner nicht mehr mit Respekt zu behandeln, sondern ihn als „Feind“ zu sehen, der vernichtet werden muss. Solche Tendenzen spüre er auch in Österreich, so Lendvai, der einen aktuellen Zeitungs-Kommentar zitierte: „Es geht uns gut: Machen wir es kaputt!“ Der Appell des bekennenden Österreich-Liebhabers im Gespräch mit Kulturvermerke-Kurator Franz Schuh: „Bereiten wir nicht den Boden für die, die nichts aus der Geschichte gelernt haben!“
Weitere hochkarätige Referenten aus der viertägigen Veranstaltungsreihe, die heuer zum 25. Mal stattfindet, sind unter anderem Soziologe Christian Fleck, Politikanalyst Anton Pelinka, Nahost-Expertin Karin Kneissl und Romanautor Stefan Slupetzky (zum Programm).


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