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BEZIRK GMUNDEN. Langjährige Wanderer stellten schon seit dem Frühling ein erhöhtes „Verkehrsaufkommen“ auf den Bergen fest. Dazu kommt nun das spätsommerliche Wanderwetter. Doch mit der Beliebtheit der Berge steigen auch die Unfallzahlen.

Erst vor wenigen Tagen wurde ein Wanderer am Gjaidstein im Dachsteingebiet tot geborgen. Foto: BRD Hallstatt

„Wir haben schon im Vorjahr eine erhebliche Steigerung der Einsatzzahlen erlebt. Heuer ist es noch weiter nach oben gegangen“, erzählt Bernhard Schmid, Gebietsleiter Salzkammergut der Bergrettung. Einen Hauptgrund dafür sieht er in der zunehmenden Beliebtheit des Wanderns. Schon kurz nach dem Lockdown im Frühling zog es ungewöhnlich viele in die Berge und Wandergebiete, der Corona-bedingte Trend zum „Urlaub daheim“ hat dies noch verstärkt.

Zuletzt zwei Totbergungen im Salzkammergut

Ein trauriger Nebeneffekt der verstärkten Wanderfreude: Bereits Ende Juli hatten die Bergretter die Einsatzzahlen des Vorjahres erreicht, so Schmid.

Bis Mitte August gab es auf Oberösterreichs Bergen 14 Totbergungen, erst jüngst kamen allein im Salzkammergut zwei Bergtote dazu: Ende August wurde ein 34-jähriger Niederösterreicher nach einem Sturz vom Traunstein tot aufgefunden. Der gut ausgerüstete Bergwanderer dürfte auf einem Steig ausgerutscht sein und starb nach einem 50 Meter-Sturz über steiles, felsdurchsetztes Gelände (-> Tips berichtete). Für einen Deutschen endete erst vor wenigen Tagen eine Wanderung im Dachsteingebiet tödlich: Der Bergsteiger brach auf dem Gjaidstein im Dachsteingebiet plötzlich zusammen und blieb bewusstlos liegen. Obwohl seine Frau sofort einen Notruf absetzte und mit Reanimationsmaßnahmen begann, konnte der Mann nur mehr tot geborgen werden (-> Tips berichtete).

„Natürlich hängt die Zahl der Einsätze auch davon ab, wie viele Leute unterwegs sind“, so Bernhard Schmid. Wichtig sei aber auch eine entsprechende Vorbereitung auf die Tour. So häufen sich in den letzten beiden Jahren die Meldungen über Wanderer, die sich auf Wanderweg-Beschreibungen aus dem Internet verlassen, den Weg verlieren und schließlich die Hilfe der Bergretter benötigen. Aber auch geübte und erfahrene Bergsteiger können in eine Notlage geraten, betont Bernhard Schmid.

Gute Ausrüstung und gute Vorbereitung zentral

Viele Gefahren lassen sich jedoch mit einer guten Vorbereitung reduzieren. So raten Alpenverein und Naturfreunde, sich nur gesund auf eine Wanderung zu machen und gerade unbekannte Touren gut zu planen. Oft werde die Gehdauer unterschätzt. Eine Faustregel: Halbwegs gut trainierte Berggeher schaffen pro Stunde 400 Höhenmeter (300 Höhenmeter bergauf, 500 Höhenmeter bergab) und vier Kilometer Wegdistanz. Insgesamt soll bei der Auswahl der Route auch die eigene Kondition und Trittsicherheit sowie – sehr wichtig – die genaue Wettervorhersage berücksichtigt werden. Sowohl der Alpenverein als auch die Naturfreunde informieren auf ihren Websites über das aktuelle Bergwetter.Nicht zuletzt zählt zur Vorbereitung auch die entsprechende Ausrüstung samt sicherem Schuhwerk. Und auch bei kurzen Wanderungen sollte man keinesfalls auf einen Rucksack mit Regenkleidung, Mütze, Wechsel-Shirt, Erste-Hilfe-Set, Biwaksack, Stirnlampe, Jause bzw. Energieriegel, gefüllte Trinkflasche, Handy, Taschenmesser, Sonnenschutz/-brille sowie (auf unbekanntem Terrain) Karte bzw. GPS-Gerät verzichten.


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