"Grüne Batterie" – Startschuss für Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee
EBENSEE. Ein Pumpspeicherkraftwerk am Fuße des großen Sonnsteins soll zur Energiewende beitragen. Die Energie AG lud zu einem Lokalaugenschein zum Start des Vorprojektes, direkt im Projektgebiet Rumitzgraben.

Erneuerbare Energien spielen für die Energiewende eine zentrale Rolle. Die fossilen Energieträger sollen nach und nach von einer nachhaltigen Energieversorgung ersetzt werden. Dazu tragen Pumpspeicherkraftwerke bei, indem sie überschüssige Energie speichern können und bei Bedarf wieder gezielt abgeben.
Das Pumpspeicherkraftwerk in Ebensee im Rumitzgraben ist bereits genehmigt. Die Energie AG lud zu einem exklusiven Lokalaugenschein. Generaldirektor Werner Steinecker, Landesrat und Aufsichtsratsvorsitzender der Energie AG Markus Achleitner, Staatssekretär Magnus Brunner, Vorstandsdirektor Stefan Stallinger und ÖBF-Vorstand Georg Schöppl präsentierten das zukunftsweisende Energie-Versorgungsprojekt.
Der Baustart ist für 2023 geplant und die Bauzeit beträgt etwa vier Jahre. Bei dem Projekt mit 235 Millionen Euro Investitionsvolumen handelt es sich um die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Energie AG.
So funktioniert das Pumpspeicherkraftwerk
Im Rumitzgraben wird ein Schüttdamm, mit einer Höhe von 60 Metern, errichtet. Der dort entstehende See dient als Oberwasserspeicher. Der Traunsee ist der Unterwasserspeicher und das Wasser wird über eine Kaverne, in der sich eine reversible Turbine befindet, rund 500 Meter nach oben gepumpt. Hierzu kann erzeugte aber im Moment nicht benötigte Energie, zum Beispiel durch Photovoltaik oder Solar, verwendet werden. Bei Energiebedarf fällt das Wasser den rund 500 Meter langen Leitung nach unten und der Energiespeicher wird abgerufen. Das Kraftwerk hat einen Speicherinhalt von 1.32 Millionen Kubikmetern verfügt über eine Leistung von rund 170 Megawatt. Die Kaverne befindet sich unter den Tunneln der B145 und der ÖBB und wird zirka so groß sein wie die Ebenseer Kirche. Das Rohr wird in der Nähe der Tunnel-Einfahrt in den Traunsee münden und ist mehrere Meter unter Wasser.
„Grüne Batterie“ trägt dazu bei, die Klimaziele zu erreichen
„Wer A sagt muss auch B sagen. Wer am Freitag demonstrieren geht, muss am Montag dann auch was umsetzen“, erklärt Staatssekretär Magnus Brunner in Hinblick auf den Bau des Pumpspeicherkraftwerkes. Die Infrastruktur muss für die Erreichung der Klimaziele ausgebaut werden. Im Jahr 2030 soll in Österreich zu 100 Prozent sauberer Strom fließen. Das Pumpspeicherkraftwerk sei eine „grüne Batterie“, die die erneuerbaren Energien speichert und für die Energiewende unerlässlich ist. Auch im sehr unwahrscheinlichen Fall eines Blackouts bringt das Kraftwerk Vorteile mit sich. Pumpspeicherkraftwerke sind schwarzstartfähig, und können so bei einem Stromausfall beim Hochfahren des Netzen helfen.
Wasserbewohner und Wassersportler sind sicher
Die Bauarbeiten des Projektes der Energie AG werden die Ebenseer kaum stören, da sie ja zum einen Teil auf einer Höhe von 916 Metern stattfinden und der andere Teil im Berg drinnen. Das Kraftwerk wird auch kaum sichtbar sein, bis auf den entstehenden See, den man dann zum Beispiel von der Feuerkogelseilbahn erblicken kann. Die Folgen für den Traunsee sind sehr gering, es ist lediglich mit einer Schwankung in der Wasserhöhe von rund 3 Zentimetern zu rechnen. Auch die Fische sind sicher, da die Leitung in ausreichender Tiefe in den See münden wird und eine Fischscheuchanlage installiert wird. Schwimmer merken auch nichts von der Pumpanlage und können auch direkt oberhalb des Eingangs der Rohre in den See das kühle Nass genießen.


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