Familie und Beruf gehen immer noch schwer unter einen Hut
BEZIRK GMUNDEN. Die Arbeiterkammer veröffentlicht alljährlich den Kinderbetreuungsatlas. Der Bezirk Gmunden ist in vielen Bereichen besser als der Durchschnitt, im Vergleich zum Vorjahr hat sich jedoch nur wenig verbessert, so das Ergebnis.

Anhand verschiedener Kriterien wie Öffnungszeiten, Angebot fürs Mittagessen und Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder und Volksschüler werden die Gemeinden in Kategorien eingeteilt. So ist etwa in „1A“-Gemeinden (theoretisch) eine volle Berufstätigkeit für Eltern von Kindergartenkindern möglich, die Öffnungszeiten betragen mindestens 45 Stunden. In diese Kategorie fallen im Bezirk Gmunden seit Jahren drei Gemeinden: Bad Ischl, Ebensee und Vorchdorf.
Viele „A“-Gemeinden
Gemeinden, die nur vier der vorgegebenen fünf Kriterien erfüllen, werden als „A“-Gemeinden geführt: Hier liegt der Bezirk Gmunden mit 75 Prozent (15 Gemeinden) weit über dem Landesschnitt von 38,4 Prozent.
Auch bei vielen anderen Angeboten liegt Gmunden über dem Schnitt: In keiner der Gmundner Gemeinden (OÖ: 8,6 Prozent) gibt es überhaupt kein Angebot für Unter-Dreijährige, ebenso gibt es in keiner einzigen Gemeinde keinerlei Betreuungsangebot für Volkschulkinder (OÖ: 7,1 Prozent). Auch gibt es keine Gemeinde im Bezirk, die kein Mittagessen im Kindergarten anbietet (OÖ 6,4 Prozent), und nur zehn Prozent der Kindergärten – Roitham und Obertraun – haben kürzer als acht Stunden geöffnet (OÖ: 31,6 Prozent). Roitham ist auch die einzige Gemeinde, in der es laut Kinderbetreuungsatlas eine Verbesserung im Jahresvergleich gibt: Hier wurde die Nachmittagsbetreuung für Volkschulkinder verbessert.
AK fordert bessere Vereinbarkeit
Insgesamt sei die oö. Gesamtsituation unbefriedigend, so die Arbeiterkammer. Für lediglich 4,1 Prozent der Unter-Dreijährigen und 23,6 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen gibt es einen Kinderbetreuungsplatz, der Vollzeitarbeit ermöglicht. Damit liegt das Bundesland weit unter dem österreichischen Durchschnitt, bei den Unter-Dreijährigen sogar mit Abstand an letzter Stelle. Eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etwa durch längere Öffnungszeiten, sei dringend notwendig, so die AK.


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