„Digitaler Zwilling“ soll neues Leben in Industrie-Leerstände bringen
LAAKIRCHEN. Bestehende Industriegebäude nachnutzen, statt „auf der grünen Wiese“ neu zu bauen: Mit dem innovativen Konzept „Digitale Objektzwillinge“ soll dies künftig erleichtert werden. Erprobt wird die innovative Idee gerade in der ehemaligen Papierfabrik Steyrermühl.

Laut einer Erhebung der oö. Standortagentur Business Upper Austria liegen im Bundesland 227 Areale im Gesamtausmaß von 110 Hektar brach. Dabei handelt es sich um ehemalige Produktions- und Lagerflächen oder ungenutzte Gewerbeflächen.
Eine dieser Flächen liegt auf dem ehemaligen Gelände der Papierfabrik Steyrermühl. Die heute zum UPM-Konzern gehörende Papierfabrik zog vor 30 Jahren an ihren neuen Standort. Leerstände für Mieter interessanter machen Bereits jetzt ist ein Teil der nicht mehr benötigten Gebäude an 35 Betriebe vermietet, rund 80 bis 100 Arbeitsplätze sind dort situiert.
Weil UPM diesem „Gewerbepark“ künftig mehr Struktur geben will, suchte man nach Möglichkeiten, die vorhandenen Räumlichkeiten für mögliche Kunden interessanter zu gestalten, erklärt Ernst Spitzbart, Geschäftsführer der UPM-Kymmene Austria GmbH.
„Digitaler Objektzwilling“ erleichtert die Planung
Das Problem: Die Aufbereitung einer Industrie- oder Gewerbebrache für ein Nachfolgeprojekt ist meist wesentlich komplexer als ein Neubau, zudem sind – nach über 150 Jahren Firmengeschichte verständlich – nicht von allen Gebäuden aktuelle Pläne vorhanden. Abhilfe schafft modernste Digitaltechnologie: Im Rahmen eines Pilotprojektes wird ein 800 Quadratmeter großes Teil-Areal der ehemaligen Papierfabrik – darunter die ehemalige Lehrwerkstätte – mittels Laserscan digitalisiert. Aus der so gewonnenen „Punktewolke“ wird dann ein „Digitaler Objektzwilling“ berechnet, der von Architekten und Planern genutzt werden kann.
Land Oberösterreich unterstützt das Projekt
Das Steyrermühler Pilotprojekt wird vom Land Oberösterreich im Rahmen einer neuen Förderschiene unterstützt, betont Wirtschafts- und Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP): „Die neue Förderung ist Teil unseres Aktionsprogramms zur Aktivierung von Leerständen, der Nachnutzung von Gebäudebrachen und der Stärkung von Orts- und Stadtkernen. Damit werden die Bereiche Leerstand, Innovation und Digitalisierung verschränkt“, so Achleitner.
Abgespeichert werden die Daten derartiger „Digitaler Objektzwillinge“ künftig in der Standortdatenbank (standortooe.at), die sich damit von einer reinen Datenbank zu einer Plattform entwickeln wird. Hier können die Interessenten direkt auf die Daten zugreifen.
Insgesamt sollen künftig 20 Projekte pro Jahr mit einer Förderhöhe von 80 Prozent der Projektkosten – maximal 6.500 Euro – unterstützt werden. Anträge sind ab November möglich.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden