Bad Ischl: Die Gemeinderatssitzung war emotional
BAD ISCHL. In einem siebenstündigen Sitzungsmarathon beschloss der Bad Ischler Gemeinderat vergangenen Donnerstag neben der Anpassung der Parkgebühren ein weiteres Kulturhauptstadt-Projekt mit dem Titel „Frauenfußball“. Beim SP-Thema Jugendrat schieden sich die Geister.

Sieben Stunden, zwei Sitzungsunterbrechungen und viel Durchlüften später, beendete Bürgermeisterin Ines Schiller (SP) die Gemeinderatssitzung vergangenen Donnerstag nach Mitternacht. Insgesamt wurden mehr als 35 Anträge behandelt. Abgesehen von der Highlight-Diskussion um die Anpassung der Parktarife, gab es auch einige hitzige Gespräche zum Projekt „Frauenfußball“ und den von der SP initiierten Jugendrat.
Altersbegrenzung umstritten
Stadträtin Marija Gavric (SP) stellte die Richtlinien für den Jugendrat, der heuer im September gewählt werden soll, vor. Dabei entstand vor allem zu der Altersbegrenzung eine rege Diskussion: Den Richtlinien zufolge sollen Jugendliche von 14-27 Jahren an dem Rat teilnehmen können. „Für mich sind 27-Jährige keine Jugendlichen mehr“, eröffnete FP-Fraktionsobfrau Ruth Stadlmann die Debatte. Gavric warf ein, dass diese Themen im Jugendausschuss und bei angesetzten Treffen ausgearbeitet werden hätten sollen. Der Termin wurde letztlich verschoben, da Jugendausschussobmann Hannes Mathes (ISCHL) nicht erschienen ist. Daraufhin erklärte Mathes, dass er tatsächlich einen falschen Termin eingetragen hätte und sich bei allen Beteiligten dafür entschuldigt habe. Gavric und die SP-Fraktion würden den Jugendrat verpolitisieren und damit „das gesamte Projekt gefährden“, so der Vizebürgermeister.
Jugendrat noch nicht beschlossen
Martin Aigner (GRÜNE) äußerte sich ebenfalls kritisch zum Höchstalter: Er stelle es sich schwierig vor, dass 14-Jährige mit 27-Jährigen gemeinsam Entscheidungen treffen. „Tatsächlich will ich es aber auch nicht ausschließen“, stellte er dennoch klar. Nachdem es ein komplett neues Projekt sei, könne es beobachtet und gegebenenfalls nachjustiert werden, schlug Aigner vor. Harald Mayer (FP) warf ein, dass sich der „gesamte Gemeinderat an der Nase nehmen“ solle, da nach dem geplatzten Termin kein neuer mehr zustande kam. Harald Kotschy (FP) brachte dazu einen Gegenantrag ein, dass das Thema Jugendrat doch noch einmal im Jugendausschuss behandelt werden solle. Auch Aigner schloss sich dem an, indem er meinte, dass es ein wichtiges Zeichen wäre, dass der Jugendrat einstimmig und nicht „mit einer Kampfabstimmung“ beschlossen werde. Mit den Stimmten von GRÜNE, FP, MFG und ISCHL wurde der Gegenantrag angenommen und das Thema landet somit noch einmal im Jugendausschuss.
Mädchen für Fußball begeistern
Gavric stellte dem Gemeinderat das Projekt „Frauenfußball“ vor, dass auf Initiative der Kulturhauptstadt zustande kommen und von dem die Stadtgemeinde Bad Ischl Projektträger sein soll. Bis zum Jahr 2024 sollen Fußballtrainerinnen im Bezirk ausgebildet werden, wozu es laut Gavric bereits „gute Gespräche“ mit dem oberösterreichischen Fußballverband gegeben habe. Das Ziel des Projektes ist es, Mädchen bereits im Kindergarten- und Volksschulalter für Fußball zu begeistern und dass dadurch Mädchen- und Damenfußballteams im Salzkammergut entstehen. Bei dem Projekt soll auch eine große Abschlussveranstaltung mit Showtraining stattfinden. Gavric verkündete, dass Sarah Zadrazil, Spielerin des österreichischen Frauennationalteams, Projektpatin werde. Die Kulturhauptstadt stellt für das Projekt ein Budget von 30.000 Euro zur Verfügung.
Mayer (FP) entgegnete auf die Konzepterstellung zunächst, dass für ihn „Sport nicht unter Kultur“ falle. Zudem frage er sich, wo die Trainings und die Abschlussveranstaltung stattfinden sollen. „Wenn kein Platz da ist, dann schaffen wir ihn. Es ist toll, wenn etwas in der Region passiert“, zeigte sich Ava Filz (MFG) von der Idee begeistert. Gavric erklärte daraufhin, dass es bezüglich Veranstaltungsort bereits Gespräche mit Vorstandsmitgliedern des SV Zebau Bad Ischl gegeben habe.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden