Suche nach Bergsteiger am Dachstein
GOSAU. Ein 62-jähriger Bergsteiger, der seine Gruppe verlassen hat, wird seit 8. Juli 2018 im Bereich des Dachsteins gesucht.
Der tschechische Staatsbürger wollte am 7. Juli mit einer größeren Gruppe von der Adamek Hütte zum Dachstein aufsteigen. Die Bergsteiger gingen gegen 9 Uhr gemeinsam von der Hütte weg. Der 62-Jährige gilt als erfahrener und konditionsstarker Bergsteiger. Für die Tour war er den Angaben der Zeugen zufolge sehr gut ausgerüstet. Bis zum Beginn der Gletscherzone blieb die 10-köpfige Gruppe beisammen.
Bergsteiger wechselte die Gruppe
Nach dem Anlegen der Steigeisen verließ der 62-Jährige gegen 10.30 Uhr seine Kameraden und schloss sich einer unbekannten vierköpfigen, schnelleren Gruppe als Führender an. Zu diesem Zeitpunkt war die Sichtweite durch Nebel auf etwa 50 Meter beschränkt, weshalb er den Weg suchen musste. Dabei dürfte er nach rechts Richtung „Untere Windluke“ gegangen sein. Die ihm folgende Gruppe bemerkte, dass der Weg nicht stimmen konnte und bog wieder nach links ab. Währenddessen ging der 62-Jährige weiter geradeaus den falschen Weg entlang.
„Alpiner Freigeist“
Am Dachsteingipfel trafen sich die beiden genannten Gruppen wieder und seine Kameraden erkundigten sich über seinen Verbleib. Dass der 62-Jährige alleine abgebogen ist, war für seine Freunde nicht ungewöhnlich. Er gilt als „alpiner Freigeist“, der auf diese Weise schon mehrmals die Gruppe verlassen hatte. Er sei abends aber immer wieder zum vereinbarten Treffpunkt zurückgekehrt.
Hubschraubersuche witterungsbedingt nicht möglich
Als er jedoch gegen 22 Uhr noch immer nicht auf der Adamek-Hütte eingetroffen war, gaben die Bergsteiger dem Hüttenwirt Bescheid. Aufgrund der Witterungsbedingungen und der Dunkelheit konnte die Suche im hochalpinen Gelände nicht sofort gestartet werden, weshalb die Alarmierung der Rettungskräfte erst am 8. Juli 2018 um 7 Uhr erfolgte. Mit dem Polizeihubschrauber Libelle wurden die Einsatzkräfte dann zur Adamek-Hütte aufgeflogen. Vor dort musste die Suche witterungsbedingt bodengebunden durchgeführt werden. Die Suche gestaltete sich schwierig und kräftezehrend, da es oberhalb von 2.300 Meter dichten Nebel mit Wind und teilweise starkem Niederschlag gab. Die Einsatzkräfte suchten die neuralgischen Punkte bis zur unteren Windluke leider ohne Erfolg ab. Die Suche musste um 15.30 Uhr aufgrund der schwierigen Witterungsverhältnisse abgebrochen werden.
Suche geht heute weiter
Der FLIR-Hubschrauber wurde für einen sofortigen Einsatz avisiert und wird, sobald es das Wetter zulässt, die Suche nach dem Vermissten aufnehmen. Am heutigen 9. Juli wird die Suche nach dem Vermissten weitergeführt.


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