Naturtipp: Nestsuche im Winter
Jetzt ist unser suchender Blick in blattlose Zweige der Sträucher und in die Kronen der Laubbäume frei. Sich nun mit Kindern auf Nestsuche zu begeben, ist ein spannendes Unternehmen und schärft die Sinne für Naturbeobachtungen.

Die Fähigkeit, Nester zum Brüten der Eier und zur Aufzucht der Jungvögel zu bauen, ist in den Genen der Vogelarten fixiert. Die Bauweisen der Vogelnester unterscheiden sich jedoch wesentlich. Die Nestbaupläne reichen von schnell und locker zusammengefügt bis zu Konstruktionen, die einen Stararchitekten dahinter vermuten lassen.
Falken und Eulen wiederum besitzen keinen Nestbautrieb. Sie legen ihre Eier in verlassene Nester als Nachmieter von Krähen, Elstern oder Greifvögeln.
Napfnester für Zuhause
Aus Pflanzenfasern gebaute kleine Napfnester sind typisch für Singvögel. Solche kleine Napfnester können nun ruhigen Gewissens als Erinnerung mit nach Hause genommen werden. Singvögel benutzen Nester aus dem Vorjahr kein zweites Mal. Mit einem guten Bestimmungsbuch können diese Nester auch von Laien in den meisten Fällen einer bestimmten Singvogelart zugeordnet werden.
Weben, Filzen, Knüpfen
Aufregend wird es, wenn wir Nester der Goldhähnchen oder Schwanzmeisen entdecken. Diese beiden Vogelarten haben Techniken des Webens, Filzens und Knüpfens als besondere Kunstfertigkeit entwickelt. Schwanzmeisen betreiben einen material- und zeitaufwändigen Nestbau. Gut aufeinander abgestimmt bauen Weibchen und Männchen ein hochovales geschlossenes Nest aus Moos, Flechten, Pflanzenfasern und Gespinsten. Zur Innenausstattung des Nestes werden von beiden Partnern viele Federn im Schnabel herangetragen. Beim Schwanzmeisen-Nest kann die Gesamtbauzeit bis zu 14 Tage dauern.
Verfasser:
Karl Zimmerhackl
Naturschutzjugend önj Haslach


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