Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt
tips.at als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen

Kein Heft-Ersatz aber wertvolle Ergänzung: 24 Helfenberger Mittelschüler bilden eine Tabletklasse

Martina Gahleitner, 11.09.2017 16:30

HELFENBERG. Hefte und Füllfedern werden jene 24 Schüler, die heute ihre Schulzeit in der Mittelschule Helfenber gestartet haben, weiterhin brauchen. Ebenso wird aber das Tablet einen fixen Platz im Unterricht haben: Die Schule wurde als eine von vier Neuen Mittelschulen in Oberösterreich für das Projekt LIFT ausgewählt und setzt somit noch mehr auf den Einsatz von neuen Medien.

Der Umgang mit neuen Medien gehört seit langem zum Schulalltag in Helfenberg.
Der Umgang mit neuen Medien gehört seit langem zum Schulalltag in Helfenberg.

„Wir wollen uns vor den neuen Medien nicht verschließen, sondern sie in den Unterricht reinholen“, bringt es Direktorin Ida Anzinger auf den Punkt. E-Learning ist an ihrer Schule schon lange kein Fremdwort mehr, laufend finden Workshops zum sicheren Umgang mit Smartphone, Internet, Facebook & Co statt und die Neue Mittelschule Helfenberg wurde auch als Expert-Schule für E-education ausgezeichnet. Eine gute Basis also für das Projekt LIFT, das von der Pädagogischen Hochschule begleitet und der Fachhochschule Hagenberg evauliert wird.

Kein Ersatz für herkömmlichen Unterricht

LIFT steht für lernen, inspirieren und fördern mit Tablets und genau darum geht es bei dem Pilotprojekt: Die Tablets sollen in allen Fächern eingesetzt werden und damit Schüler gleichermaßen wie Lehrer den Mehrwert der digitalen Helfer nutzen lernen. „Hefte weg und nur mehr mit Tablets arbeiten, das wird es sicher nicht geben. Der herkömmliche Unterricht wird weiterhin seinen Stellenwert haben. Aber wir nutzen ein weiteres Unterrichtsmittel, das den Kindern Spaß und Freude macht“, betont die Schulleiterin. Den großen Vorteil der neuen Medien sieht sie in der Differenzierung: Beim Lesen, Rechnen oder Fremdsprachen lernen, können die Schüler etwa mit Apps im individuellen Tempo üben.

Alle Lehrer machen mit

Besonders freut Direktorin Anzinger, dass ihr ganzes Lehrerteam hinter dem Projekt steht: „Alle haben sich bereit erklärt, Fortbildungen zum modernen Unterricht zu besuchen und sie haben teilweise auch schon in den Ferien Kurse absolviert und sich vorbereitet.“ Dabei sind nur drei der Helfenberger Pädagogin unter 50 Jahre alt.

Konstante Schülerzahlen - fehlende Lehrer

Bisher gab es eher einen Überschuss an Pädagogen an den Pflichtschulen – heuer schaut es anders aus, wie Pflichtschulinspektor Markus Gusenleitner informiert: An vier Mittelschulen im Bezirk Rohrbach startete das Schuljahr mit fehlenden Deutsch-Lehrern. „Das ist oberösterreichweit ein Problem, aber wir werden eine Lösung für die Schüler finden“, verspricht Gusenleitner. Dabei stehen noch etwa 1400 Lehrer auf der Warteliste in OÖ – allerdings die meisten für Volksschulen. Generell gehe es in Richtung Lehrermangel, spricht Rohrbachs Pflichtschulinspektor die Alterskurve an: 60 Prozent der Pädagogen in den Pflichtschulen sind über 50 Jahre und gehen in den nächsten zehn, 15 Jahren in Pension.

Die Schülerzahlen sind hingegen ziemlich konstant. Seit Montag besuchen 1883 Kinder eine Mittelschule, 1811 eine Volksschule. Herausforderung bleibt die Integration von Kindern mit nicht deutscher Muttersprache, für die laut Gusenleitner zusätzliche Ressourcen wünschenswert wären. 80 Kinder in den Rohrbacher Volksschule und 30 in Mittelschulen werden als außerordentliche Schüler geführt, weil sie dem Unterricht nicht folgen können.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden