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Erdkabel oder Freileitung? Politik ist sich über bessere Variante für Bezirk Rohrbach nicht einig

Petra Hanner, 05.06.2018 06:00

HELFENBERG/AHORN. Die politischen Meinungen über die geplante Starkstromversorgung für den Bezirk Rohrbach driften auseinander.

Foto: CL-Medien/Shutterstock.com
Foto: CL-Medien/Shutterstock.com

Mit ihrer Ankündigung, eine Interessensvertretung für eine Erdkabel-Variante der geplanten 110 kV-Stromleitung zu gründen, ließen kürzlich Vertreter von Bauernschaft und Forstwirtschaft sowie der Gemeinden Helfenberg und Ahorn aufhorchen. Der Unabhängige Bauernverband (UBV) mit dem Ahorner Karl Keplinger an der Spitze begrüßt diese Variante und hat schon bei der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer OÖ im September des Vorjahres für Erdkabel auch bei den Leitungsbauten im Almtal und im Innviertel gestimmt. „Damals wurde der von uns eingebrachte Antrag aber sowohl vom ÖVP-Bauernbund, als auch von den SP-Bauern abgelehnt“, erinnert sich Keplinger. Aus Sicht des UBV sind die Entschädigungen für Freileitungen für die Landwirte zu niedrig. Sie fordern eine jährliche Entschädigung in Form eines Pachtvertrages. „Außerdem sind wir vehement gegen Enteignungen“, positioniert sich Keplinger.

„Nie gegen Erdkabel“

Bauernbund-Bezirksobmann LAbg. Georg Ecker bestätigt, dass der Bauernbund in der von Keplinger angesprochenen Vollversammlung zwar gegen den UBV-Antrag gestimmt hätte, jedoch deswegen, weil für die Bauernbund-Funktionäre eine vorherige Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen wichtig war. „Generell haben wir uns noch nie gegen ein Erdkabel ausgesprochen und das wäre als Vertreter vieler Grundbesitzer auch widersinnig.“ Für Ecker ist jedoch das Erdkabel nicht um jeden Preis die beste Lösung: „Das ist natürlich auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit und ein großer Eingriff in die Landschaft. Die Schneise wäre zehn bis 15 Meter breit und drei Meter tief. Da muss sicherlich genau geprüft werden, wo es Sinn macht und möglich ist.“

Schwarz will abwarten

Die Grüne Landtagsabgeordnete Ulrike Schwarz macht darauf aufmerksam, dass bei der Stromversorgung Mühlviertel erstmals ein neues Verfahren angewendet wird, bei dem Transparenz schon in der Planungsphase ein wichtiges Kriterium ist. „Ich lasse erst die Fachleute ihre Arbeit machen, um dann eine gute Entscheidungsbasis zu haben. Beim Festlegen ob Kabel oder Leitung müssen alle Vor- und Nachteile genau abgewogen werden und ob beispielsweise die höheren Kosten für ein Kabel, die von allen Strombeziehern zu zahlen sind, zu rechtfertigen und klären sind. Sich jetzt schon unabhängig vom Korridor auf ein System festzulegen finde ich unseriös, dann bräuchte es ja den transparenten und objektiven Planungsprozess nicht“, ersucht sie alle Beteiligten, sich aktiv in den aktuellen Prozess einzubringen.

Infoveranstaltung geplant

Indes freut sich der Ortsbauernobmann Günter Pötscher aus Ahorn über reges Interesse und viel Zuspruch für ihr Vorhaben, die Erdkabel-Befürworter in einer Interessensvertretung zu einen. Mitte des Monats wird es eine große Infoveranstaltung zu den geplanten Maßnahmen der Interessensbewegung geben.


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