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SANDL/KEFERMARKT. Bruce Willis hätte den Filmtod nicht sterben müssen. Nicht, wenn die Regisseure des Films „Armageddon“ schon die Mühlviertler Technologie gekannt hätten. Denn Asteroiden, die der Erde gefährlich nahe kommen, können mit Hilfe dieser Technik frühzeitig entdeckt werden. Und auch Weltraummüll wird mit ihrer Hilfe aufgespürt.

  1 / 6   Etwa 500 Hobby-Astronomen in allen Erdteilen verwenden ASA-Teleskope und -Technik, um die Wunder des Universums einzufangen – hier ein Komet mit planetarischem Nebel, fotografiert von einem Amateur.

Mehr als 22.000 Weltraummüllteilchen von einer Größe von zehn Zentimeter bis mehreren Meter gefährden die Weltraumfahrt und die Satelliten in der Erdumlaufbahn. Wenn es so weitergeht, können in Zukunft keine Satellitenstarts gefahrlos durchgeführt werden. Bereits wenige Millimeter große Teilchen können durch die hohe Geschwindigkeit von etwa 30.000 Stundenkilometer einen Satelliten durch Kollision unbrauchbar machen. Davon vermutet man 600.000 in der Erdumlaufbahn. Unser gesamtes Telekomunikations und Navigationssystem ist davon abhängig. Darum haben sich die ESA und EU entschieden etwas zu unternehmen.

Aufträge aus aller Welt

Das Unternehmen ASA Astrosysteme aus Kefermarkt ist hier seit Jahren mit ihren Teleskopentwicklungen involviert. Mit diesen vollautomatisch arbeitenden Teleskopsystemen kann dieser Weltraummüll aufgespürt werden und dessen Flugbahnen berechnet werden. So geschehen 2015 in der firmeneigenen Sternwarte in Sandl. Innerhalb weniger Wochen konnte in Zusammenarbeit mit diversen Universitäten mit dem Teleskopsystem in Sandl der meiste, noch nicht katalogisierte, Weltraummüll weltweit in diesem Zeitraum entdeckt werden. Seit dieser Zeit kann sich das Unternehmen von Egon Döberl über Aufträge aus aller Welt freuen.

Diese Geräte können auch frühzeitig Asteroiden aufspüren. Aus den Aufnahmen werden die Bahnen berechnet und geprüft, ob sie unserer Erde gefährlich nahe kommen.

Innovation wird getestet

In den nächsten Wochen wird ein neues kostengünstiges Lasersystem zur Entfernungsmessung mit dem ASA-Teleskop in Sandl ausgerüstet und getestet. Man verspricht sich davon die Entfernung zu Asteroiden und Weltraummüllteilchen sowie Satelliten auf wenige Zentimeter messen zu können. Die daraus präzise berechneten Flugbahnen helfen zum Beispiel der bemannten internationalen Raumstation ISS, auf teure und gefährliche Ausweichmanöver verzichten zu können.

Mehrmals pro Jahr werden solche Manöver notwendig. Schon ein Müllteilchen von wenigen Zentimetern kann die fast 100 Meter große Raumstation zerstören. Der Transport des notwendigen Treibstoffes für diese Ausweichmanöver zur Raumstation kostet rund 25.000 Euro pro Kilogramm. „Alleine in die Entwicklung der Satellitennachfolge-Software hat mehrere Jahre gedauert“, so der Firmengründer. In dem Mühlviertler Unternehmen werden alle notwendigen Bauteile entwickelt, konstruiert und gebaut – selbst die kompletten Optiksysteme und die notwendige Elektronik. Die Spiegeloptiken werden auf 1/100.000 Millimeter genau geschliffen und poliert.

Suche nach zweiter Erde

Vor zwei Jahren wurden nach Chile 12 Teleskope geliefert, die in den nächsten Jahren 100.000 Sonnen auf der Suche nach einer zweiten Erde untersuchen. Die vollautomatischen Teleskopsysteme werden in Zukunft über Laser von Satelliten große Datenmengen empfangen und ein neues globales Netz der Kommunikation mitgestalten. Dafür gibt es weltweit großes Interesse, da die Datenübertragung über Licht als komplett abhörsicher gilt. Erste Aufträge konnte die Firma ASA Astrosysteme für diese Anwendungen bereits verbuchen.

Egon Döberl hat sich seit Kindesbeinen für die Astronomie interessiert und bereits mit 16 Jahren eine eigene Sternwarte errichtet. Vor 15 Jahren begann er neue Teleskopsysteme zu entwickeln. Derzeit beschäftigt das Unternehmen aus Kefermarkt 22 hochqualifizierte Mitarbeiter und unterhält einige Projekte zusammen mit führenden Instituten in der Weltraumforschung. www.astrosysteme.at


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