Aflenzer: „Wollen uns Charakter einer Landgemeinde erhalten“
PUCKING. Seit fast zwölf Jahren ist Rechtsanwalt Robert Aflenzer Ortschef von Pucking. Welche Projekte derzeit in Umsetzung sind und wie die Marktgemeinde mit den Herausforderungen der Corona-Krise umgeht, verrät der ÖVP-Bürgermeister im Tips-Gespräch.

Zentral gelegen nahe Linz und neben der Autobahn erfreut sich Pucking als Wohngemeinde höchster Beliebtheit. Über 4.200 Einwohner zählt der Markt inzwischen. Tendenz steigend. „Der Eindruck in der Bevölkerung ist sicher, dass sehr viel gebaut wird. Das liegt aber daran, dass viele Projekte, die schon länger im Entwicklungsplan vorgesehen sind, jetzt zeitgleich umgesetzt werden.“ Eigentlich soll die Bevölkerung nicht mehr zu stark zunehmen. „Wir bremsen deswegen bei der Umwidmung, weil wir sonst mit der Infrastruktur nicht nachkommen. Vielleicht bin ich auch ein Idealist, aber ich möchte, dass Pucking den Charakter einer Landgemeinde nicht verliert“, so Aflenzer überzeugt.
Zusammenhalt zeigt sich, wenn Hilfe benötigt wird
Die Ortsgemeinschaft sei in Pucking noch sehr gut: „Das ist nicht überall so bei der Größe einer Gemeinde. Eine große Anzahl der Bürger nimmt an öffentlichen Veranstaltungen teil und ist ins gesellschaftliche Leben integriert.“Gerade in eher schwierigen Zeiten würde sich zeigen, wie gut die Gemeinschaft funktioniert: „Bei uns gibt es schon lange den Fonds „Puckinger helfen Puckinger“ für Menschen, die Unterstützung benötigen. Auch in der Corona-Zeit haben sich gleich junge Leute gefunden, die vor allem den Senioren mit Besorgungen geholfen haben. Ich bin selbst auch mitgefahren, wie viele aus der Gemeinde. Das ist es, was Pucking ausmacht“, so der Bürgermeister stolz.
Trotz Loch im Budget kommt Pucking gut durch die Krise
Die Gemeinde selbst sei bisher gut durch die Krise gekommen. „Bei den Kommunalsteuer-Einnahmen haben wir wenig Probleme. Wir haben zwar einigen Unternehmen die Zahlungen gestundet, aber ich gehe davon aus, dass das noch reinkommt. Das größere Loch wird durch den Finanzausgleich zwischen Bund, Ländern und Gemeinden entstehen. Nach groben Berechnungen des Landes fehlen uns da rund 400.000 Euro“, so Aflenzer. Manche Wunschprojekte, die derzeit nicht zwingend erforderlich sind, wurden daher hinten angestellt. „Grundsätzlich versuchen wir aber, die Projekte, die wir angehen wollten, auch umzusetzen.“ Dazu gehören aktuell der Neubau der Köttsdorferbrücke, außerdem wurden eine vierte Hortgruppe und eine achte Kindergarten-Gruppe eingerichtet, im kommenden Jahr folgt dann in Ausbaustufe zwei noch die Errichtung eines neuen Bewegungsraumes.
Vision: Funcourt als Treffpunkt für die Jugend
„Natürlich gibt es noch Wünsche. Ein Funcourt wäre eine Vision, deren Umsetzung leider noch etwas warten muss. Außerdem sollte jede Ortschaft einen ordentlichen Spielplatz haben. Da bleiben wir sicher dran“, beschreibt der Ortschef seine Ziele. „Im Kleinen haben wir alles, was wir brauchen. Die Forderungen nach einer besseren Anbindung an den Öffentlichen Verkehr bleiben aber z.B. noch offen und das Thema Lärmschutz wird uns wohl auch noch einige Zeit begleiten. Der Baubeginn an der A25 wurde für 2022 in Aussicht gestellt. Ich freue mich wirklich drauf, wenn wir dieses Thema einmal hinter uns haben, befürchte aber, dass wir uns noch einige Zeit gedulden müssen.“


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