Bäuerinnen verraten, warum die Schätze aus der Speis so wertvoll sind

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Michaela Primessnig Michaela Primessnig, Tips Redaktion, 18.10.2021 12:51 Uhr

LINZ-LAND. Die Bäuerinnen sind die Expertinnen beim Thema Lebensmittel. Auch wenn es ums Haltbarmachen dieser geht. Aus Früchten des Sommers und Herbstes entstehen wunderbare Marmeladen, Chutneys und vieles mehr. Bezirksbäuerin Michaela Sommer und Landesbäuerin Johanna Haider erzählen, warum für sie das Einmachen und Einkochen so wertvoll ist.

Neben dem „Selbst gemacht schmeckt es halt doch am besten“-Motto gibt es aber noch viele andere Gründe, warum Einkochen Sinn macht. „Was vor der Haustüre wächst, brauche ich nicht im Supermarkt besorgen. Mit dem Haltbarmachen von heimischem Obst und Gemüse brauche ich im Winter keine teuren Vitamine von weit her kaufen“, sagt Landesbäuerin Johanna Haider. Den Bäuerinnen ist natürlich auch wichtig, dass nichts verdirbt oder weggeworfen wird. „Das sollte eigentlich generell ein Selbstverständnis sein. Unsere Lebensmittel sollen die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen. Es steckt viel Arbeit, Hingabe und Zeit in jedem Lebensmittel, das wir Bäuerinnen und Bauern produzieren.“ Haider erinnert an den Welttag der Lebensmittelverschwendung, der erst kürzlich begangen wurde: „133 Kilogramm Lebensmittel mit einem Wert zwischen 250 und 800 Euro werden jedes Jahr in privaten Haushalten weggeschmissen. Brot und Gebäck sowie Obst und Gemüse werden am häufigsten entsorgt.“

Mit viel Kreativität entsteht Köstliches

Ein großer vielfältiger Obstgarten schmückt das Bauernhaus von Bezirksbäuerin Michaela Sommer. Frisch gegessen kann davon nur ein kleiner Teil werden. Der Rest wird haltbar gemacht. Aber nicht nur, um die vielen Früchte zu verwerten. Das Haltbarmachen hat für Michaela Sommer auch etwas Philosophisches: „Man holt sich ein Stück vom Sommer in den Winter“, sagt die Bezirksbäuerin (Linz und Linz-Land), die dabei ihrer Kreativität freien Lauf lässt.

Ihre im Garten gedeihende Frühbirne „Williams Christ“ schmeckt frisch gepflückt wunderbar, lässt sich aber leider nicht lagern. Also wird die Birne geschält, in Stücke geschnitten und eingefroren – bis auch die Hollerbeeren reif sind. Dann werden der entsaftete Holler und die gestückelte Birne zu einem Gelee kombiniert. „Die zwei ergänzen sich ganz wunderbar“, sagt Sommer: „Die Hollerbeere enthält viel Vitamin C, ist aber geschmacklich vielleicht nicht jedermanns Sache. Die Birne, die als Marmelade alleine etwas fad schmeckt, neutralisiert.“ Gemeinsam ergeben sie ein wunderbares Gelee, das auch für Weihnachtskekse eine tolle Performance in Geschmack und Aussehen abgibt. Die Dirndl für das Chutney wachsen wiederum nicht in ihrem Obstgarten. Bekannte haben die ansehnliche Wildfrucht aufgrund ihres schönen Aussehens gepflanzt, wussten aber nicht, was sie mit den Früchten tun sollten.

Immer eine Idee für Obst und Gemüse

„Du weiß sicher etwas damit anzufangen“, hieß es also zu Michaela Sommer und die Bezirksbäuerin kreierte ein Dirndl-Chutney. So gut, dass ihr Rezept mittlerweile die Runde macht und auch die Bekannten mit dem Dirndl-Strauch ihre Liebe zum Verarbeiten entdeckt haben. „Einen Kübel voll Dirndln bekomme ich aber nach wie vor“, schmunzelt die Bezirksbäuerin Sommer.

Das Rezept von Michaela Sommer: Dirndl-Chutney

Zutaten: 1 kg Dirndl, 30 dag Zwiebel, 3 EL Öl, 40 dag Gelierzucker 2:1, 150 ml Apfelessig, 2 TL Salz, 2 Chilischoten, ev. 1 EL Maizena

Zubereitung: Zwiebel kleinschneiden und in Öl anschwitzen, die ausgelösten Dirndl, Gelierzucker, Apfelessig, Salz und die kleingeschnittenen Chilis hinzufügen. Langsam köcheln lassen bis eine dickliche Masse entsteht. Bei Bedarf mit 1 EL Maizena binden. Noch heiß in vorbreitete Gläser füllen und sofort verschließen. Passt hervorragend zu Käse, kaltem Braten oder zu Nudeln. Das Rezept kann auch gut mit Marillen oder Pflaumen anstatt Dirndl zubereitet werden.

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