Linz erlebt Rekordsommer
LINZ. Linz hat den heißesten Sommer der Geschichte hinter sich, zumindest seit den Messungen der 1930er Jahre. Die durchschnittliche Sommertemperatur lag mehr als 4,5 Grad über dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990.

Der letzte Sommer stellt klimatologisch alle bisherigen in den Schatten. Mehrere Hitzewellen, wobei die erste außergewöhnlich früh bereits Ende Mai eintrat, führten am 31. Juli zum gemessenen Höchstwert von 39,7 °C am Stadtgebiet.
Auch die Zahl der Hitzetage und Tropennächte erreichte neue Höchstwerte. An der Messstelle der GeoSphere Austria im Innenhof der Kreuzschwesternschule in der Stockhofstraße wurden 46 Hitzetage gezählt. Als Hitzetage gelten Tage mit mindestens 30 Grad. In den vergangenen zehn Jahren lag der Durchschnitt dort bei 26 Tagen.
Zusätzlich gab es 20 Tropennächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sank.
Hitze ist in Linz ungleich verteilt
Wie stark Menschen unter der Hitze leiden, hängt in Linz stark vom Wohnort ab. Das städtische Messnetz mit mittlerweile 56 Stationen zeigt große Unterschiede zwischen den Stadtteilen.
„Der Peak nach oben waren 50 Hitzetage, in den nicht so belasteten Stadtteilen waren es nur 23“, so Klimastadträtin Eva Schobesberger. Je 50 Hitzetage wurden am Hinsenkampplatz, in der Friedhofstraße sowie in der Neubauzeile beim Franzosenhausweg gemessen. Die wenigsten, nämlich 23 Hitzetage, registrierte die Station Samhaberstraße/Steinwand.
Auch bei sogenannten Wüstentagen mit mindestens 35 Grad zeigen sich deutliche Unterschiede: Während am Dießenleitenweg und bei der Samhaberstraße/Steinwand jeweils sechs Wüstentage gemessen wurden, waren es am Domplatz, in der Dimmelstraße, in Dornach, am Hinsenkampplatz und in der Schachermayerstraße jeweils elf.
Noch größer ist der Unterschied bei den Tropennächten. „Die Spannweite reicht von 33 bis drei Nächten“, so Schobesberger. Nur drei Tropennächte wurden an der Station Wambach gezählt. Die meisten gab es in der Franckstraße, bei der Otto-Glöckel-Schule und in der Schachermayerstraße.
Linz steckt in einer Dürreperiode
Zur Hitze kommt eine anhaltende Trockenheit. Seit Oktober des Vorjahres befindet sich Linz in einer Dürreperiode. Einzelne Regenfälle brachten zwar kurzfristig Entspannung, über längere Zeit fehlt jedoch weiterhin sehr viel Niederschlag.
Allein seit Jahresbeginn hat sich laut Stadt ein Niederschlagsdefizit aufgebaut, das etwa dem 100-fachen Inhalt des Pleschinger Sees entspricht. Der Frühling war einer der trockensten seit den 1960er-Jahren. Auch im Sommer fiel außergewöhnlich wenig Regen: Nur vier Sommer waren noch niederschlagsärmer.
Die Folgen sind bereits sichtbar. Mehrere Linzer Bäche trockneten aus, darunter auch der Haselbach.
„Der Sommer 2026 führt deutlich vor Augen, wie stark die Folgen des Klimawandels bereits heute in Linz spürbar sind“, betont Schobesberger. Lange Hitzeperioden, Tropennächte und Trockenheit belasteten Menschen, Tiere, Bäume, Grünräume und Gewässer. Mehr Grün, Schatten und klimaangepasste öffentliche Räume seien deshalb zentrale Maßnahmen für eine lebenswerte Stadt.
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Bewerbung als „Pionierstadt“
Um Linz besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten, hat die Stadt am 15. September einen Antrag für das bundesweite Programm „Pionierstadt – Partnerschaft für zukunftsfitte Großstädte“ eingereicht.
Bei einer Zusage könnte Linz für drei Jahre bis zu 700.000 Euro Förderung erhalten. Das Geld soll unter anderem in die Weiterentwicklung des Klimawandelanpassungskonzepts „Zukunft Linz“, den Kompetenzaufbau in der Stadtverwaltung und innovative Anpassungsprojekte fließen.
Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen für mehr Klimaresilienz, Lebensqualität und Gesundheit sowie attraktive öffentliche Räume und nachhaltige Mobilität. Die Bewerbung baut auf bestehenden Klimaschutz- und Anpassungsprojekten auf, etwa auf dem Pionierstadtprojekt „Linz mit Ambition“.








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