Doppelter Ertrag mit Saatbau-Linz
TIFLIS. In der Zeit der Sowjetunion ging in Georgien viel Wissen im Bereich Weizenanbau verloren. Mit dem Know-how und Weizensorten von Saatgut Linz, gelingt es einigen georgischen Bauern, ihre Erträge merklich zu steigern.

2014 begann Saatbau Linz eine auf drei Jahre angelegte Machbarkeitsstudie, um die Weizensorten auf ihre Anbautauglichkeit für Georgien zu prüfen. „Die Hälfte der geprüften Sorten mussten wir ausscheiden, weil sie zu spät reifen“, erklärt der ehemalige Geschäftsführer von Saatbau Linz, Karl Fischer.
In Georgien fehlte zu diesem Zeitpunkt die gesetzliche Grundlage für Sortenschutz und Saatgutrecht. Erst dieses Jahr traten entsprechenden Regelungen in Kraft. Die ersten beiden, und bislang einzigen Sorten auf der nationalen Sortenliste, sind mit „Amicus' und „Gallus“ Sorten von Saatbau Linz.
Die Produktionsmenge steigt nun von Jahr zu Jahr merklich an. Wurde 2017/18 auf 40 ha zwischen 100 und 150 Tonnen Saatgut erzeugt, waren es 2018/19 bereits 100 ha und 300 Tonnen Saatgut. Dieses Jahr sollen bereits 1.000 Tonnen Saatgut erzeugt werden. Saatgut Linz erhält dafür Lizenzgebühren die zwischen 20 und 40 Euro pro Tonne liegen.
Ein solches Engagement sei aber nur mit Partner möglich, denen man vertrauen könne, betont Fischer. Mit Alexander Ediberizde und seiner Firma Noblex wurde ein idealer Partner gefunden, der bereits mit Landmaschinen und Dünger in Georgien handelte.
Bauer, Müller, Bäcker
Mit Vano Mchedolidze wurde ein weiterer verlässlicher Partner gefunden. Auf seinem Hof wurden und werden Sorten von Saatgut Linz erprobt.
Doch der Landwirt erkannte die Vorteile des Weizens aus Oberösterreich schnell und stellte auch die eigene Produktion um. Er habe zuvor mit georgischem und türkischen Weizen gearbeitete, aber das Saatgut von Saatgut Linz sei einfach besser.Während mit georgischem Weizen im Schnitt rund 2 Tonnen Weizen pro ha Ertrag zu erwarten sind, kann Mchedlidze nun zwischen 4 und 4,5 Tonnen ernten.
Darüber hinaus habe der Weizen auch große Vorteile bei der Verarbeitung. Das sei für ihn auch der Hauptgrund gewesen, auf das Saatgut zu setzen, denn Mchdlidze betreibt eine eigene Mühle und verarbeitet seinen gesamten Weizenertrag in der eigenen Bäckerei.


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