Das Corona-Jahr reißt ein tiefes Loch in die Linzer Stadtfinanzen

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Karin Seyringer Online Redaktion, 10.11.2020 09:10 Uhr

LINZ. 37,5 Millionen Euro wollte die Stadt Linz eigentlich heuer an Verbindlichkeiten zurückzahlen – stattdessen muss man coronabedingt neue Millionen-Kredite aufnehmen. Operativ fehlen mindestens 60 Millionen Euro in der Stadtkasse.

„Die Tendenz geht sogar nach oben, je nachdem, wie sich die letzten beiden Monate des Jahres entwickeln werden“, beschreibt der Linzer Finanzdirektor Christian Schmid, der ergänzt: „Wir werden auch im März und April 2021, wo das heurige Jahr dann steuerlich abgerechnet wird, auch mit deutlichen Einnahmerückgängen rechnen müssen.“

„Wir werden niemanden im Stich lassen“

Immerhin: Die 60 bis 70 Millionen Euro, die kurzfristig von den Banken in Form von Krediten finanziert werden müssen, bekomme man dafür derzeit „beinahe zum Nulltarif“, wie es Bürgermeister und Finanzreferent Klaus Luger ausdrückt.

Auch die diversen Förder- und Unterstützungsmaßnahmen, wie der eingerichtete Linzer Corona-Solidaritätsfonds, belasten den Finanzhaushalt. Für den Linzer Bürgermeister dennoch eine wertvolle Investition und Hilfe in diesen Tagen: „Wir wollen Menschen, die sozial am Abgrund stehen, nicht abstürzen lassen. Da lassen wir niemanden im Stich. Dennoch brauchen wir künftig neue Finanzregeln in der Republik. Das entscheiden wir aber nicht in Linz und auch nicht in Oberösterreich alleine“, regt Luger erneut eine neue Form des Finanzausgleichs an.

138 Millionen Euro an das Land

Weiter gestiegen sind die direkten Zahlungen an das Land OÖ. Diese stiegen gegenüber 2018 im vergangenen Jahr um 4,8 Millionen Euro, um 3,6 Prozent, auf 138 Millionen Euro an - Tips hat berichtet. Fast jeder zweite Förder-Euro der Stadt Linz geht somit an das Land.

Corona reißt 2,9 Milliarden-Loch in Landes-Haushalt

Aber auch das Land OÖ hat mit den finanziellen Auswirkungen von Corona zu kämpfen. Mit einem Loch von 1,5 Milliarden Euro wirkt sich die Corona-Krise alleine dieses und nächstes Jahr auf den oö. Landeshaushalt aus. Für die Zeit der Corona-Krise soll daher die Schuldenbremse ausgesetzt werden. „Es kann noch niemand einschätzen, was in der zweiten Welle auf uns zukommen wird“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer. Und auch in den kommenden fünf Jahren wird sich die Corona-Krise weiter auswirken. Insgesamt ist derzeit von einem Nettofinanzierungssaldo in der Höhe von insgesamt rund 2,9 Milliarden Euro für das Land OÖ auszugehen. Mehr dazu auf www.tips.at/n/520412

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