LWK-Wahl 2021: OÖ. Bauernbund verteidigt die Spitzenposition (Update 25. Jänner, 9 Uhr)

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Jürgen Affenzeller Jürgen Affenzeller, Tips Redaktion, 25.01.2021 09:19 Uhr

LINZ/OÖ. Mit wenigen Überraschungen endete am Sonntag die Landwirtschaftskammerwahl in Oberösterreich. Der Bauernbund hat zwar ein Minus von 0,73 Prozent der Stimmen (insgesamt knapp über 65 Prozent), stellt aber mit 24 Sitzen weiter die größte Gruppe in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer. Bei den anderen Gruppen gab es nur leichte Verschiebungen.

Der Bauernbund bleibt nach dem Ergebnis am Sonntag mit 24 Sitzen weiter die stärkste Gruppe in der Vollversammlung der Landwirtschaftskammer, trotz eines Minus von 0,73 Prozent bei den Stimmen. Insgesamt hält man immer noch bei 65,21 Prozent. Mit Michaela Langer-Weninger ging erstmals eine Frau als Spitzenkandidatin für den Bauernbund ins Rennen. 

Langer-Weninger: „Das Motto Alle gegen den Bauernbund ist nicht gelungen“

„Zwei Drittel der Wähler haben uns ihr Vertrauen geschenkt. Dafür bedanke ich mich sehr herzlich bei den Bauern und freue mich über diesen klaren Auftrag. Denn trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen auf den Höfen, welche durch das Coronavirus verursacht wurden, ist es den anderen Fraktionen unter dem Motto „Alle gegen den Bauernbund“ nicht gelungen, die erfolgreiche und zukunftsweisende Arbeit des Bauernbundes schlecht zu reden“, sagt Bauernbund-Spitzenkandidatin Michaela Langer-Weninger zum Ausgang der Landwirtschaftskammerwahl.

Stelzer: „Ausgang der Wahl eine gute Nachricht für die Bauern und Konsumenten“

Landeshauptmann Thomas Stelzer gratuliert Präsidentin Michaela Langer-Weninger zum guten Ergebnis bei der heutigen Landwirtschaftskammerwahl: „Präsidentin Michaela Langer-Weninger und der OÖ Bauernbund stehen für eine starke Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe sowie für den Einklang zwischen Mensch, Tier und Natur. Damit ist der heutige Ausgang der Landwirtschaftskammerwahl in Oberösterreich eine gute Nachricht für die Bäuerinnen und Bauern, für die Konsumenten sowie für das Bundesland Oberösterreich insgesamt“, gratuliert Thomas Stelzer der Liste „OÖ Bauernbund – Team Langer-Weninger“ zum Ergebnis bei der Landwirtschaftskammerwahl.

Das vorläufige Endergebnis:

Bei der Landwirtschaftskammerwahl wurde von 129.235 Wahlberechtigten über die politische Zusammensetzung der 35 Mitglieder in der LK Vollversammlung sowie der Mitglieder in den 424 Ortsbauernausschüssen entschieden. 

Gegenüber der Wahl 2015 ergaben sich bei den Stimmanteilen der Wählergruppen bei einer Wahlbeteiligung von 49,04 folgende Änderungen:

OÖ Bauernbund: 65,21 Prozent (- 0,73 Prozent)

Unabhängiger Bauernverband OÖ (UBV): 18,70 Prozent (+ 4,36 Prozent)

Freiheitliche Bauernschaft OÖ (FB): 4,99 Prozent (- 3,41 Prozent)

SPÖ Bauern: 4,60 Prozent (- 1,65 Prozent)

Grüne Bäuerinnen und Bauern OÖ: 6,51 Prozent (+ 1,45 Prozent)

Mandatsgewinn für Grüne Bauern

Ein Plus von 1,45 Prozent gab es für die Grünen Bauern, die damit auch ein Mandat dazugewinnen konnten, und der Unabhängige Bauernverband (4,36 Prozent), der auch ein Mandat dazubekommt.

Rote und blaue Bauern als Wahlverlierer

Als Wahlverlierer müssen sich die roten und die blauen Bauern bezeichnen. Die Freiheitlichen Bauern verlieren drei Prozent und damit eines ihrer bisher drei Mandate, die SPÖ Bauern auch ein Mandat. Sie sind mit nur noch einem Sitz jetzt die kleinste Fraktion in der Landwirtschaftskammer-Vollversammlung.

In einer ersten Reaktion sieht die SPÖ-Vorsitzende Birgit Gerstorfer Positives wie Negatives beim Ergebnis der Landwirtschaftskammerwahlen: „Ein lachendes Auge und weinendes Auge. Es ist erfreulich, dass die meisten Fraktionen die Notwendigkeit eines Wandels in der Landwirtschaft thematisierten. Mit Regionalität und Nachhaltigkeit schaffen wir Arbeitsplätze und sind aktiv gegen die Klimakrise. Schade, dass das große Engagement der sozialdemokratischen LandwirtInnen nicht zu einem besseren Ergebnis geführt hat.“

„Direkter Kontakt mit den Landwirten hat gefehlt“

Der Landesobmann der Freiheitlichen Bauernschaft, LAbg. Ing. Franz Graf stellte in einer ersten Reaktion zum Wahlergebnis der Freiheitlichen Bauernschaft mit fest: „Wir stehen auf, wir krempeln die Ärmel hoch und werden uns weiterhin mit voller Kraft in der Landwirtschaftskammer für die Bauern einsetzen.“  

Als Hauptgrund für das „ärgerliche Ergebnis aus Sicht der Freiheitlichen Bauernschaft ist klar zu sagen, dass uns unser wichtiges Werkzeug – Veranstaltungen und der direkte Kontakt mit den Bauern im Gespräch – gefehlt hat. Gespräche, um die Vorstellungen, aber auch die Kritik am derzeitigen System zu präsentieren, waren auf Grund des Lockdowns nicht möglich. In Wahrheit waren das Geisterwahlen“, versichert Graf, dass die Freiheitliche Bauernschaft weiterhin dafür eintreten werde, „die in Jahrhunderten gewachsene bäuerliche Struktur und Kultur zu erhalten. Wir wollen keine Agrarindustrie und Agrargroßkonzerne in unserem Land, die Bauernhöfe und unsere eigene Art des Lebens müssen erhalten bleiben.“

Wahlbeteiligung gesunken

Die Wahlbeteiligung ist neuerlich gesunken und betrug heuer lediglich 49,04 Prozent. Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger zeigt sich dennoch über die beinahe gleich gebliebene Wahlbeteiligung bei der heute stattgefundenen Landwirtschaftskammerwahl erfreut: „Trotz der geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens erreichte die Wahlbeteiligung knapp 50 Prozent. Die Bäuerinnen und Bauern geben dem oberösterreichischen Bauernparlament damit ein starkes Mandat für die kommenden sechs Jahre.“

Die Corona-Pandemie und weitere Entwicklungen wie die Afrikanische  Schweinepest in Deutschland verlangen auch der Landwirtschaft viel ab. Die Märkte für agrarische Güter sind stark belastet, neue Vertriebswege müssen erarbeitet werden. „In dieser herausfordernden Situation haben die Bäuerinnen und Bauern heute zum großen Teil ihr Wahlrecht in Anspruch genommen und Stabilität gewählt. Ich gratuliere Landwirtschaftskammer-Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger sehr herzlich zur Bestätigung im Amt und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit. Durch den WählerInnenwillen gestärkt gilt es nun, wieder mit voller Kraft für unsere Bäuerinnen und Bauern im Land weiterzuarbeiten“, so Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

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