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Kloster-Verkauf: "Verhandlungen mit Investor trotz Gegenwind auf einem guten Weg"

Michaela Primessnig, 22.01.2020 13:16

MÜNZBACH. Seit vielen Jahren ist die Gemeinde Münzbach mit dem Projekt Restaurierung Kloster beschäftigt. Weil sich die Gemeinde selbst die Sanierung nicht leisten kann, soll das Objekt an einen Investor veräußert werden. Eine im Herbst gegründete Bürgerinitiative läuft seit Wochen gegen den geplanten Verkauf Sturm und stellte am vergangenen Montag in der Gemeinderatssitzung den Antrag, das Kloster im Gemeindeeigentum zu halten.

Die Restaurierung des alten Klosters Münzbach kann sich die Gemeinde selbst nicht leisten. Ein Investor soll deshalb das Objekt kaufen und sanieren. In Verhandlungen mit dem Unternehmer Franz Greisinger sei man nach einigen Hochs und Tiefs jetzt wieder auf einem guten Weg.Foto: Primeßnig

Bereits 2014 wurde im Gemeinderat ein Grundsatzbeschluss gefasst, das Kloster zum Verkauf auszuschreiben. Verschiedenste Nachnutzungsmöglichkeiten wurden davor in Erwägung gezogen. Doch vom finanziellen Rahmen sprengten alle Ideen das Budget. Von mehreren Interessenten ist schließlich nur einer übriggeblieben. Nach jahrelangen Gesprächen und auch der Empfehlung durch einen externen Berater wurden 2019 schließlich die intensiven Verhandlungen mit dem heimischen Unternehmer Franz Greisinger weiter geführt.

Investor-Konzept mit Verbesserungspotentialen

Um das seit Frühsommer 2019 vorliegende Konzept umsetzen zu können, würde der Investor aber auch umliegende Gründe der diözesanen Immobilien GmbH benötigen. Geplant sind neben der Erhaltung des Pfarrhauses, Veranstaltungsräume für Vereine, eine Gastronomie, eine Tiefgarage und ein großer Zubau mit Wohnungen. Hinsichtlich der räumlichen Dimension und der geplanten Nutzung tauchten seitens der Pfarre schnell Bedenken auf. Auch der Ortsbildbeirat des Landes OÖ sah noch architektonische Verbesserungspotentiale.

Bürgerinfoabend am 4. März 

Inzwischen ist die Projektentwicklungsgruppe wieder in die Verhandlungen eingetreten.  Bürgermeister Josef Bindreiter: „Wir wollten erst an die Öffentlichkeit gehen, wenn wir ein Ergebnis haben. Die Gespräche sind derzeit wieder auf einem sehr guten Weg. Ich gebe zu, dass wir die Informationen besser an die Bevölkerung tragen sollten. Deshalb ist am 4. März auch ein Bürgerinformationsabend geplant.“

„Kloster-Sanierung würde uns finanziell lahmlegen“

„Wenn uns das Kulturgut was wert ist, warum muss man es dann krampfhaft im öffentlichen Gut halten. In den vergangenen 30 Jahren hatte auch  kein Münzbacher was vom Kloster. Die Sanierung würde uns als Gemeinde völlig lahmlegen. Ich bin dagegen, dass wir uns eine finanzielle Dauerleiche schaffen, die alles blockiert“, bittet Gemeinderat Johann Prinz um einen realistischen Zugang bei einem Projekt, welches rund 7 Millionen Euro kosten würde. Dieser Meinung haben sich in der Gemeinderatssitzung auch die Mitglieder der ÖVP und der FPÖ angeschlossen. Ohne den Stimmen der SPÖ wurden in der Sitzung deshalb beschlossen, am geplanten Verkauf festzuhalten.

„BIRKE“ enttäuscht, Pfarrgemeinderat zuversichtlich

Von Seite der Bürger Initiative zur Rettung des Klostereigentums, kurz BIRKE, zeigte man sich nach der Entscheidung des Gemeinderates enttäuscht. „Für die öffentliche Hand wäre es auch möglich, auf 50 Jahre zu finanzieren. Man muss an die nächsten Generationen denken“, so Karl-Heinz Prinz im Tips-Gespräch. „Keiner spricht Franz Greisinger ab, dass er nicht das Beste für Münzbach will, aber die Sanierung kann auch die Gemeinde schaffen.“

Andreas Kragl vom Pfarrgemeinderat zeigt sich zuversichtlich, wenn auch noch viele Punkte offen seien: „Wir sind nicht grundsätzlich dagegen, aber es geht um das Konzept, bei dem der Wohnbau zu sehr in den Vordergrund gerückt ist. Dass investiert wird und das Kloster eine Nutzung braucht, ist wichtig. Wer das umsetzt, ist eine andere Sache. Wir stehen jetzt eigentlich wieder fast am Anfang.“

Debatte um Standort des Musikheimes

Die neue gegründete Bürgerinitiative wollte mit einem zweiten Antrag den Gemeinderat auch dazu bringen, den geplanten Neubau des Musikheimes am bestehenden Standort noch einmal zu überdenken. Die Vertreter der BIRKE sehen verkehrstechnisch Probleme, das Gebäude könnte außerdem von der Gemeinde anderwärtig genutzt werden.  Auch hinsichtlich dieses Anliegens blieb der Gemeinderat aber bei seiner schon früher gefassten Entscheidung.

„Wir sind überzeugt, dass wir neues, zweitgemäßes Musikheim zustande bekommen am Standort“, betont Gemeinderat und Musikvereinsobmann Leo Langeder. Man hätte seit 2015 verschiedene Varianten geprüft und sich für den Neubau am bestehenden Standort entschieden. Schützenhilfe bekam er von seinem Parteikollegen Rupert Mitter: „Die Musiker haben es sich nicht verdient, in die Diskussion zu kommen. Sie haben es sich wohl überlegt und wissen am besten, was sie brauchen.“ In Umsetzung soll das Projekt 2021 gehen, die Kosten belaufen sich auf 800.000 Euro, von denen 80.000 der Musikverein stemmen muss.

SPÖ stimmt dagegen, ÖVP und FPÖ dafür

„Wenn man über Jahrzehnte dann Zoff mit den Anrainern hat, hat sich das der Musikverein auch nicht verdient. Das steht nicht dafür“, gibt Richard Hofer von der SPÖ zu Bedenken und stimmte deshalb mit seiner Fraktionskollegin gegen das Projekt am bestehenden Standort.

Martin Riegler von der FPÖ dazu: „Seit den 80ern gibt es das Musikheim. Nie hat es wen gestört und jetzt, wo es neu gebaut werden soll, passt auf einmal einigen der Standort nicht. Das kann man nicht verstehen.“


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