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NEBELBERG. Mitten in Heinrichsberg wächst seit drei Jahren etwas, das nicht nur drei Generationen miteinander verbindet, sondern später auch einmal Mensch und Tier einander näherbringen soll: eine große Rundholz-Blockhütte. Seit drei Jahren hämmert und sägt Alois Reischl an dem Bauwerk – komplett in Eigenregie.

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„Hinter dem ganzen Projekt steht die Idee, eine uns gehörende Waldwiese in eine ökologisch wertvolle Blumenwiese umzuwandeln. Damit der Kreislauf stimmt, wollen wir mit dem entstehenden Heu Alpakas füttern, die im nächsten Jahr bei uns einziehen werden“, erklärt Alois Reischl, der im Garten seiner Tochter Sarah und seines Schwiegersohnes Stefan die große Blockhütte als Stall und Heulager baut. Die Blockbauweise - immerhin die Königsdisiplin des Holzhausbaus - fasziniert den Lois und so besuchte er Rundholzbau-Unternehmen in Tschechien und Bayern, um zu schauen, wie denn so etwas gemacht wird. Vor drei Jahren legte er dann los, ganz ohne Erfahrung und nur mit einer Vision im Kopf.

Entschleunigung inklusive

Es soll eine Hütte werden, die nicht nur von ihm und mit der Hilfe seiner Familie erbaut wird, sondern die von allen Generationen genutzt werden soll. „Meine Enkerl Peter (6) und Felix (3) kriegen viel mit und helfen mir oft. Ich will ihnen damit aber auch etwas vermitteln. Nämlich, dass auch einmal etwas lange dauern kann und dass man sich Zeit nehmen soll für Wichtiges. Das Heuen zum Beispiel: Das entschleunigt uns alle. Wir haben bei der Waldwiese unter einer Eiche Tisch und Bank aus Findlingen gebaut, wo die Kinder mit und bei sein können und wo wir dann auch einmal rasten. Wir haben ja keinen wirtschaftlichen Druck, wie die anderen Landwirte. Das tut so gut!“, strahlt der Lois.

Die Altersteilzeit des 59-jährigen Sozialbetreuers macht das Großprojekt erst möglich. Auch, wenn er sich seine Freizeit wegen seines Engagements als Hundeführer bei der Bergrettung in Aigen-Schlägl gut einteilen muss. Auf jeden Fall wird aber heuer noch das Dach der 14 mal 7,5 Meter messenden Hütte fertig. Ein Sichtfenster zwischen Stall und Aufenthaltsraum wird die Verbindung zu den Alpakas lebendig halten.

Zimmermanns-Gene

Alleine das Schälen der mehr als 100 Rundholzstämme nahm mehr als vier Monate Arbeit in Anspruch. Da nützt es vielleicht, dass in Alois Reischls Adern auch Zimmermannsblut fließt: „Mein Urgroßvater war Zimmermeister und ich glaube fast, er hat mir etwas von seinen Genen vermacht“, schmunzelt der Lois. Und bevor er den Hut nimmt und wieder zurück aufs Dach klettert, frage ich ihn noch, ob es denn sein kann, dass er gerne Dinge anders als normal macht. Da lacht er nur und meint: „Du hast es erfasst!“


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