Die Zukunft der Krebsforschung: Neufeldner Schülerinnen überzeugten Jury
NEUFELDEN. Lisa Mandl und Kristina Bramel von der Musikmittelschule Neufelden gehören zu den Preisträgerinnen eines landesweiten Wettbewerbs. Sie haben mit ihrem Text über die Zukunft der Krebsforschung die Jury überzeugt.

Bei dem Wettbewerb, der von der Pädagogischen Hochschule und den OÖN ausgeschrieben wurde, sollten Schüler einen Text zum Thema “Wir sind Zukunft“ schreiben. Lisa und Kristina nahmen sich um die Krebsforschung an: Sie nahmen Kontakt mit einem Arzt der Universitätsklinik Wien auf, der momentan an der Harvard University in Boston einen Forschungsaufenthalt absolviert. Matthias Pinter beantwortete alle Fragen, die ihm die Mädchen stellten. So konnten sie einen Bericht mit dem Titel „Krebs eine (un)heilbare Krankheit“ verfassen. Dabei berichteten sie über die Immuntherapie - eine ganz neue und schonende Methode der Krebstherapie, die momentan große Hoffnungen weckt.
Als Preisträgerinnen konnten sie sich über die Urkunde und einen E-Book-Reader freuen.
Der preisgekrönte Text von Lisa Mandl und Kristina Bramel:
Krebs - eine (un)heilbare Krankheit?
Bisher ist Krebs immer noch eine lebensbedrohliche Krankheit. In Österreich verlieren jährlich 20.000 Menschen den Kampf gegen Krebs. Weltweit wird fieberhaft geforscht, neue Medikamente und wirksame Behandlungen gegen den Krebs zu finden. Einer dieser Forscher ist der Linzer Dr. Matthias Pinter, der an der Universität Wien Medizin studiert hat und momentan an der Harvard University in den USA in der Krebsforschung tätig ist. Seinen Aussagen zufolge erhofft man sich viel von der Immuntherapie, einer neuen Methode, Krebs zu bekämpfen. Ein zweiter Hoffnungsschimmer ist die personalisierte Behandlung.
Der Krebsforscher Dr. Matthias Pinter erklärte uns die neuesten Ansätze der Immuntherapie folgendermaßen:
Krebs entsteht häufig durch Veränderungen an Genen, die vom Körper nicht repariert werden können. Durch diese Veränderungen können sich Zellen dann unkontrolliert teilen, Tumore bilden und in fortgeschrittenen Stadien dann in andere Organe streuen und Metastasen bilden. Das Immunsystem ist grundsätzlich dafür verantwortlich, im Körper wachsam zu sein, wenn sich Zellen krankhaft teilen.
Damit das Immunsystem nicht überschießend bei der Tumorbekämpfung reagiert bzw. um Autoimmunreaktionen (gegen den eigenen Körper gerichtete Immunantwort) vorzubeugen, gibt es Kontroll- und Regulationsmechanismen, die das Immunsystem bremsen und blockieren. Bei der Immuntherapie werden u.a. sogenannte Checkpoint-Hemmer eingesetzt. Sie sollen die durch den Tumor hervorgerufene Blockade des Immunsystems verhindern. Das Immunsystem reagiert also wieder wie bei einem gesunden Menschen und kann selbstständig den Tumor bekämpfen.
Es sind weiterhin umfangreiche Forschungen notwendig, damit die Medizin das Immunsystem auch wirklich versteht.
Eine zweite Richtung, in der die Krebsforschung tätig ist, nennt sich die personalisierte Behandlung. Bei dieser Methode werden Medikamente auf den Patienten und auf den Tumor abgestimmt. Dazu ist vor Beginn der Behandlung eine genaue Gewebeanalyse des Tumors notwendig.
Es werden ständig neue Medikamente zugelassen. Viele Medikamente führen aber oft nicht zur Heilung, sondern bewirken eine Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung und damit zu einer Verlängerung des Überlebens. Viele Medikamente wirken zudem nur bei einem oder einigen wenigen Tumoren, nicht aber bei anderen Krebsarten. Kann ein Medikament überzeugen, kann von der Firma, die das Medikament entwickelt hat, die Marktzulassung bei der entsprechenden Arzneimittelagentur beantragt werden. Von der Entwicklung der Substanz bis zur Marktzulassung dauert es üblicherweise mehr als 10 Jahre.
Trotz all dieser neu entwickelten Behandlungsmethoden, die die Heilung von Krebs in den nächsten 30 Jahren revolutionieren können, weisen Forscher, u.a. Dr. Matthias Pinter, immer wieder auf eine gesunde Lebensweise hin. Man sollte Risikofaktoren wie z.B. Rauchen, UV-Strahlung und eine ungesunde Lebensweise vermeiden. Durch das Weglassen dieser Risikofaktoren trägt man einen großen Teil zur Vorbeugung von Krebs bei. Zudem kann man durch Vorsorgeuntersuchungen Vorstufen von Krebs diagnostizieren und behandeln, bevor es zur Entstehung von Krebs kommt. Außerdem ist eine gesunde Ernährung und das Betreiben von Sport sehr wichtig.


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