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Mehr als 90 Prozent der österreichischen Bevölkerung nutzt täglich das Internet. Dabei hinterlassen wir online Spuren, die zusammen einen digitalen Fußabdruck ergeben und Informationen über uns preisgeben. 

Fotocredit: enzozo/stock.adobe.com
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Online-Shopping, Soziale Netzwerke, Dating-Apps und PCR-Tests im Wohnzimmer: es gibt so gut wie keinen Lebensbereich, der sich nicht bereits teilweise in die Onlinewelt verlagert hat. Laut Statista verbringen die Österreicher täglich ganze fünf Stunden und 42 Minuten online. Durch unsere Suchanfragen, angeklickten Online-Inhalte und die Zeit, die wir auf Websites und Profilen verweilen, hinterlassen User dabei Spuren, die sich mehr oder weniger indirekt auf sie zurückverfolgen lassen.

Angelehnt an den im Rahmen des Umweltaktivismus bekannt gewordenen CO2-Fußabdruck, der Aufschluss über die Klimafreundlichkeit des individuellen Lebensstils geben soll, bezeichnen Fachleute die Summe all dieser Online-Aktivitäten auch als sogenannten „digitalen Fußabdruck“. Je nach Person und Online-Verhalten kann dieser massiv variieren. Prinzipiell gilt jedoch: Je intensiver eine Person das Internet nutzt, desto größer ist ihr digitaler Fußabdruck. 

Daten als wertvolle Währung

Im digitalen Zeitalter sind Privatsphäre und Datensicherheit wichtiger denn je. In diesem Zusammenhang spielen die allzu gerne weggeklickten Cookies auf Google und anderen Websites eine immer wichtigere Rolle. Durch Suchanfragen und Scrolling-Verhalten geben sie Aufschluss über intimste Details unseres Privatlebens. Dadurch werden uns immer öfter auf unsere Interessen zugeschnittene Produkte, Artikel etc. vorgeschlagen. Die Frage ist nur: Wollen wir das? Und was, wenn nicht?

Natürlich kann es hilfreich sein, ähnliche Artikel vorgeschlagen zu bekommen, wenn der Sneaker, den wir eigentlich bestellen wollten, ausverkauft ist. Diese Empfehlungen basieren maßgeblich auf Cookies, die beispielsweise Online-Shops verfolgen, um gezielt Werbung an die Kundschaft auszuspielen. Unser digitaler Fußabdruck merkt sich in Zusammenhang mit all den andern Infos, die wir ihm bereits davor gefüttert haben, jedoch viel mehr, als nur die Tatsache, dass wir gerne Adidas tragen. Das führt unter anderem dazu, dass die Online-Welt immer weiter auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten wird. Durch jede E-Mail, das Eingeben von Login-Daten, individuellen Suchanfragen oder Social Media Postings wird unser digitaler Fußabdruck größer, spezifischer und verknüpfter. Damit entfernt sich das Netz von Idee des Internets als Ort für alle und wird viel mehr zu einem Platz, an dem Daten ge- und verfüttert werden. 

Warum ist der digitale Fußabdruck wichtig?

Unser digitaler Fußabdruck kann also Informationen über uns preisgeben, ohne dass wir dies aktiv bemerken und vor allem, ohne dass wir diese unbedingt teilen möchten. Um zu vermeiden, dass andere diese Informationen verwenden, um uns ungewollt zu beeinflussen, ist es wichtig, den eigenen digitalen Fußabdruck zu kontrollieren und zu verwalten. 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den digitalen Fußabdruck zu kontrollieren. Dabei genügen meist ein paar einfache Handgriffe, um zumindest grundlegende Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen. Eine der einfachsten Möglichkeiten ist, nicht auf jeder Website die unten vorgeschlagenen Cookies zu akzeptieren. Oft gibt es in diesem Zusammenhang die Möglichkeit „nur notwendige Cookies“ auszuwählen. Damit wird schon einmal weniger Information preisgegeben. Für Social Media User bietet sich an, in den Privatsphäre-Einstellungen nachzusehen, wer welche Informationen sehen kann und dies bei Bedarf anzupassen, sodass weniger Informationen öffentlich geteilt werden. Außerdem kann es sinnvoll sein, die eigene Suchhistorie und Browserverläufe in regelmäßigen Abständen zu löschen. All jene, denen die Sicherheit ihrer Daten besonders wichtig ist, können zusätzlich einen Blick in die Datenschutzbestimmungen von besuchten Websites werfen. Diese geben Aufschluss darüber, welche Daten gesammelt werden und wer Zugriff darauf hat. 

Bewusstsein als bester Schutz

Im digitalen Zeitalter haben Datensicherheit und Medienkompetenz einen neuen Stellenwert errungen. Der digitale Fußabdruck dabei nur einer von Kernbegriffen, die rund um das Thema Digitalisierung und Online-Welt kursieren. Dabei geht es nicht darum, nur noch als IT-Expertin durch das Internet zu navigieren, sondern vielmehr um ein Bewusstsein für den Schutz der eigenen Daten. Von Passwort-Schutz bis zur Anpassung der Privatsphäre-Einstellungen gibt es zahlreiche einfache Möglichkeiten, die eigene Privatsphäre zumindest ein wenig mehr zu schützen. In diesem Zusammenhang kann das Bewusstsein über den individuellen Fußabdruck helfen, sich ein wenig sicherer im WorlWideWeb zu bewegen. 


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